Pixel-Smartphones als Server: Google unterstützt Second-Life-Projekt

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Alte Smartphones landen oft in der Schublade, obwohl die Hardware noch ordentlich Power unter der Haube hat. Forscher der University of California San Diego bauen mit Unterstützung von Google jetzt ein Rechenzentrum aus ausrangierten Geräten. Das Ziel sei eine Cloud-Plattform, die weniger CO2 verursacht, indem sie die ohnehin vorhandene Hardware weiternutzt. Der ökologische Fußabdruck bei der Herstellung ist ein riesiges Problem, da die Produktion der Platinen massive Emissionen verursacht. Werden die Geräte einfach länger genutzt, verbessert das die Bilanz deutlich.

In der Praxis sieht das so aus, dass die Mainboards aus 2000 Pixel-Smartphones extrahiert und zu Clustern zusammengefasst werden. Ballast wie Displays, Gehäuse oder die für Rechenzentren eher ungeeigneten Akkus fliegen raus. Softwareseitig wird das Android-System durch eine Linux-Distribution ersetzt. Das ist nötig, um die üblichen mobilen Speicherbeschränkungen loszuwerden und eine ordentliche Serverumgebung zu schaffen. Ein einzelner Kern eines aktuellen Smartphones, etwa aus dem Pixel Fold, hält bei der Geschwindigkeit mit echten Server-Prozessoren mit. Da ein Smartphone aber insgesamt weniger Kerne und Arbeitsspeicher besitzt, müssen die Aufgaben auf viele Geräte verteilt werden.

Rund 25 bis 50 Smartphones ersetzen in diesem Verbund einen herkömmlichen Server. Die Steuerung der Anwendungen läuft über Kubernetes. Das System soll ab Herbst 2026 im Uni-Betrieb zeigen, was es kann. Erste Tests mit 20 Telefonen haben bewiesen, dass Aufgaben wie das automatische Korrigieren von Programmieraufgaben für Studenten schneller und günstiger erledigt werden als bei klassischen Cloud-Anbietern wie AWS. Für viele Standardanwendungen reicht die Leistung eines Smartphones völlig aus. Die Forscher untersuchen nun im Dauerbetrieb, wie zuverlässig die Consumer-Hardware auf lange Sicht wirklich ist. Google argumentiert hier natürlich mit Nachhaltigkeit und so, beim ersten Lesen dachte ich mir allerdings erst: „So weit ist es schon mit der Speicherkrise gekommen…“

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