Der CEO des taiwanesischen Herstellers Phison, Pua Khein-Seng prophezeit, dass die Speicherkrise noch in diesem Jahr ihre Opfer fordern dürfte. So rechnet der hochrangige Manager sowohl mit zahlreichen Unternehmenspleiten im Bereich der Consumer Electronics als auch mit der Einstellung diverser Produktreihen. Dabei hat er durchaus Ahnung von der Materie, denn Phison ist als Hersteller von NAND-Flash-Speicherchips direkt am Markt beteiligt.
Demnach rechnet der Geschäftsführer von Phison laut einem Interview auch damit, dass sich die Speicherkrise erst einmal in diesem Jahr weiter intensivieren dürfte, bevor es eine Besserung gibt. PC-Gamer spüren die Auswirkungen direkt: DDR5-RAM kostet teilweise 400 % mehr als noch Anfang 2025. Doch auch SSDs und HDDs steigen im Preis. Western Digital hat etwa bestätigt, für dieses Jahr komplett ausgebucht zu sein. Einige Hersteller haben bereits reagiert. Nvidia etwa hat seinen Super-Refresh der GeForce RTX 50 gestrichen und verschiebt wohl die nächste Grafikkarten-Generation auf 2028. Valve wiederum muss seine Pläne für die Steam Machine ebenfalls neu ordnen. Sony soll wiederum die PlayStation 6 auf 2028 oder gar 2029 verschieben – und so könnte man fast ewig weitermachen.
Deswegen unterstellt der Phison-CEO eben, dass einige Hersteller das Jahr 2026 nicht überstehen werden – weil sie keine Chance haben, für ihre Produkte ausreichend Speicher zu verträglichen Preisen zu ergattern. Zudem rechnet der Manager mit Einschnitten bei der Produktion von Smartphones, Smart-TVs sowie Notebooks und Komplett-PCs. Besser werden dürfte es laut dem Manager wohl erst ab 2030 oder sogar später. Denn der RAM- und Speicherbedarf der KI-Branche sinke nicht etwa, sondern er steige weiter.
Micron, Samsung, SK Hynix und mehr investieren bereits
Dabei investieren Fertiger wie Samsung, Micron, SK Hynix, Kioxia, Yangtze Memory und andere bereits, um die Produktionskapazitäten zu erweitern. Das werde aber mindestens zwei Jahre dauern, bis es Früchte trage, so der Phison-CEO. Einen Vorteil sieht er am Markt: Privatkunden werden aus Kostengründen seltener neue Geräte kaufen, was der Nachhaltigkeit zugutekommen werde.
Allerdings ist natürlich auch das so eine Sache: Denn statt der Privatkunden schaffen sich dann die Geschäftskunden im Zuge des KI-Hypes neue Produkte an. Zumal die KI-Beschleuniger natürlich deutlich mehr Strom benötigen als ein paar Smartphones und Notebooks, wenn man es mal überspitzt formulieren will. So oder so: Die Preise für Technikprodukte könnten demnach 2026 und darüber hinaus deutlich steigen. Sind die guten Zeiten vorbei? Wir werden es sehen.
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2 weeks ago
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