OpenOats: Meeting-Assistent mit lokalem Transkript und KI-Vorschlägen

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Man sitzt im Call, der Gesprächspartner stellt eine Frage, und irgendwo in den eigenen Notizen liegt die perfekte Antwort. Nur findet man sie halt nicht, weil man gerade spricht und nebenbei nicht durch drei Ordner wühlen kann. Genau da setzt OpenOats an, eine Mac-App, die Gespräche live transkribiert und parallel die eigenen Notizen durchsucht, um passende Informationen genau dann zu liefern, wenn man sie braucht.

Die App läuft komplett lokal auf dem Mac, nutzt Apples Speech-Framework für die Transkription und kann wahlweise mit Cloud-Modellen über OpenRouter oder komplett offline mit Ollama arbeiten. Das Fenster wird standardmäßig bei Bildschirmfreigaben ausgeblendet, sodass der Gesprächspartner nichts davon mitbekommt, logo, Bescheid sagen solltet ihr natürlich. Die Transkripte landen automatisch als Textdateien im Dokumente-Ordner, kein manueller Export nötig.

Die Funktionsweise ist relativ simpel: Man startet einen Call, drückt auf Live, und OpenOats hört mit. Beide Seiten des Gesprächs werden transkribiert, und wenn ein relevanter Moment auftaucht, also eine Frage, eine Entscheidung oder eine Behauptung, die man untermauern sollte, durchsucht die App die eigene Wissensdatenbank. Die besteht aus Markdown- oder Textdateien, die man vorher in den Einstellungen als Quelle angegeben hat. Die App zerlegt die Dateien in Chunks, erstellt Embeddings und cached das Ganze lokal. Während des Gesprächs werden dann passende Textschnipsel aus den eigenen Notizen vorgeschlagen.

Bei der Einrichtung kann man zwischen verschiedenen Anbietern wählen. Für Cloud-Betrieb braucht man API-Keys von OpenRouter und Voyage AI, für den lokalen Modus reicht Ollama mit einem passenden Modell wie qwen3:8b für Vorschläge und nomic-embed-text für Embeddings. Steht alles auch auf der verlinkten GitHub-Seite, müsst ihr euch bei Interesse selbst durchlesen.

Was die Privatsphäre angeht, bleibt die Spracherkennung immer auf dem Gerät. Audio verlässt den Mac nie. Im Vollmodus mit Ollama läuft alles lokal, kein einziger Netzwerk-Request. Wer Cloud-Provider nutzt, schickt nur Text an Voyage AI für die Embeddings und an OpenRouter für die Vorschläge, aber eben keine Audiodaten. API-Keys landen im Keychain, Transkripte werden lokal gespeichert.

OpenOats zeichnet Mikrofon und Systemsound auf. In vielen Ländern, auch in Deutschland mit der DSGVO, braucht man dafür die Zustimmung aller Beteiligten. Die App weist beim ersten Start darauf hin, aber die rechtliche Verantwortung liegt beim Nutzer. Wer ohne Einwilligung aufzeichnet, wo sie nötig ist, macht sich strafbar.

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