Der Gesundheitssektor verspricht lukrativ zu sein: Nachdem OpenAI bereits einen KI-Gesundheitsassistenten herausgebracht hat, hat das Unternehmen nun das Start-up hinter der KI-Gesundheits-App Torch gekauft. Auch Anthropic bietet einen KI-Gesundheitsassistenten an.
Die Übernahme von Torch soll OpenAI Berichten zufolge 100 Millionen US-Dollar in Firmenanteilen gekostet haben. 60 Millionen US-Dollar sollen direkt geflossen sein, der Rest als Anteile zur Mitarbeiterbindung, schreibt The Information. Dabei hat Torch nur vier Mitarbeiter. Torch ist ein Dienst, der Gesundheitsdaten aus verschiedenen Quellen zusammenfügt und auswertet. Die Gründer sprechen von einem „medizinischen Gedächtnis“. Für die Auswertung setzt Torch bereits auf die Modelle von OpenAI.
Jetzt sollen die Daten aus der App mit jenen von ChatGPT Health verknüpft werden, schreibt OpenAI in einem Beitrag bei X. Arztbesuche, Befunde, Ergebnisse und Diagnosen, sowie Symptome und Beschwerden, alles wird dem Dienst zugeführt. Für Nutzer soll sich daraus eine bestmögliche Gesundheitsversorgung ergeben, weil kein Detail unberührt bleibt.
Claude for Healthcare – Anthropics Gesundheitsassistent
Anthropic macht es OpenAI nun nach. Mit Claude for Healthcare bietet das Unternehmen ebenfalls einen Gesundheitsassistenten mit ähnlichem Umfang an. Anthropic wie auch OpenAI sagen, ihre Dienste seien HIPAA-konform – das ist der US-amerikanische Standard für die Sicherheit von Gesundheitsdaten. Die Daten sollen freilich nicht für das Training von KI-Modellen genutzt werden. Sie liegen den Unternehmen aber jeweils zumindest vor, was eine spätere oder anderweitige Nutzung nicht ausschließt.
Claude for Healthcare kann mit bereits bestehenden Gesundheitsdiensten wie HealthEx und Function Health verknüpft werden. Apple Health und Android Health sollen folgen. Neben den Daten des Nutzers stehen dem Dienst auch mehrere Quellen zur Verfügung, um Informationen abzugleichen – unter anderem mehr als 35 Millionen Publikationen aus der PubMed, der Sammlung des US National Institutes of Health, und eine Datenbank für Krankheiten, die International Classification of Diseases. Dafür nutzt Claude sogenannte Connectors, das sind die Verbindungen zu vorgegebenen Quellen. Claude for Healthcare soll deshalb nicht nur für Patienten hilfreich sein, sondern auch medizinisches Personal unterstützen können, etwa Informationen schneller zu finden. In den USA hilft Claude for Healthcare außerdem, Anträge zu stellen.
(emw)



