OpenAI hat das Terra-Modell der GPT-6.1-Reihe veröffentlicht, das die Kosten-Leistungs-Grenze nach eigenen Angaben weiter verschiebt. Die API-Preise halbieren sich im Vergleich zum Vorgänger 5.6 Terra.
Terra ist am ehesten OpenAIs Gegenstück zu Anthropics Mittelklasse-Serie Sonnet, kostet aber nur die Hälfte: Die API-Preise liegen bei 1 Dollar pro Million Input-Tokens und 5 Dollar pro Million Output-Tokens, während Claude Sonnet 5.5 mit 2 bzw. 10 Dollar zu Buche schlägt. Gegenüber GPT-5.6 Terra (2 bzw. 12 Dollar) ist das ebenfalls eine Halbierung. Gecachte Eingaben kosten mit 0,05 Dollar pro Million Tokens nur noch ein Viertel des bisherigen Preises.
Laut OpenAI verbindet das Modell schnelles visuelles Reasoning mit präziser Computersteuerung und natürlicherem Schreibstil. Es ziele auf die kommunikations- und computergestützten Aufgaben des Arbeitsalltags: vom Verfassen von Angeboten über das Interpretieren technischer Zeichnungen bis zum Ausfüllen von Formularen. GPT-6.1 Terra ist ab sofort für Plus-, Pro-, Enterprise- und Edu-Nutzer in ChatGPT Work und Codex sowie über die API verfügbar.
Kosteneffizienz erreicht laut Analysten neue Bestmarke
Artificial Analysis sieht GPT-6.1 Terra als neuen Maßstab für das Verhältnis von Intelligenz zu Kosten. Bei maximaler Reasoning-Stufe gewinnt das Modell 6 Punkte im Intelligence Index gegenüber GPT-5.6 Terra, kostet aber weniger als ein Drittel pro Aufgabe (0,40 statt 1,40 Dollar). Bei niedrigeren Effort-Stufen fällt der Zugewinn mit 7 bis 13 Punkten noch größer aus. In diesen Stufen liegt das Modell laut Artificial Analysis auf der Pareto-Frontier, dem Punkt, an dem sich Kosten und Leistung nicht weiter gleichzeitig verbessern lassen.
Im Intelligence Index (oben) erreicht GPT-6.1 Terra einen Score von 48 zwischen GPT-6.1 Sol (52) und GPT-5.6 Terra (42). Das Kosten-Leistungs-Diagramm (unten) zeigt, dass das Modell bei niedrigen Effort-Stufen das derzeit beste Verhältnis von Intelligenz zu Kosten pro Aufgabe bietet. | Bild: Artificial AnalysisIm neuen Coding-Agent-Index v2.0 erzielt Terra einen Score von 48, sechs Punkte unter GPT-6.1 Sol (54) und 17 Punkte über GPT-6 Luna (31). Noch auffälliger ist der Rückgang bei Halluzinationen: Im privaten Benchmark AA-Omniscience rät das Modell nur noch in 38 Prozent der Fälle, wenn es die Antwort nicht kennt; das reduziert die Anzahl an Halluzinationen. Bei GPT-5.6 Terra lag dieser Wert bei 88 Prozent. Gleichzeitig stieg die Genauigkeit bei Antworten von 6.1 Terra um zwei Punkte.
Computersteuerung dreimal schneller als die größten Modelle
OpenAI positioniert GPT-6.1 Terra als besonders leistungsfähig bei der automatisierten Bedienung von Software. Im Benchmark Agents' Last Exam erreicht es das Leistungsniveau von GPT-6 Astra bei einem Zehntel des Token-Preises. Gegenüber Claude Opus 5.5 sei das Modell bei maximaler Anstrengung über dreimal so token-effizient bei einem Viertel des Token-Preises, was in etwa neunfach niedrigere Kosten pro Aufgabe ergebe. Zudem erledige Terra diese Aufgaben über dreimal schneller als GPT-6 Astra und GPT-6.1 Sol.
Die Verbesserungen ziehen sich durch weitere Benchmarks: Im MMMU-Pro für visuelles Reasoning übertrifft GPT-6.1 Terra seinen Vorgänger in jeder Reasoning-Stufe und erreicht nahezu die Werte von GPT-6 Astra und GPT-6.1 Sol. Im Desktop-Agenten-Benchmark OSWorld 2.1 übertrifft es bei mittlerem Effort das beste Ergebnis von GPT-5.6 Terra zu einem Bruchteil der Kosten.
Auch beim Programmieren macht Terra einen großen Sprung. Im Terminal-Bench 4.0 löst GPT-6.1 Terra bei maximaler Reasoning-Stufe 50,3 Prozent der Aufgaben, GPT-5.6 Terra kam auf 21,5 Prozent. Laut Artificial Analysis entspricht das einem Sprung von rund 20 Punkten, womit das Modell mit GPT-6.1 Sol rivalisiert.
Im wissenschaftlichen Coding-Benchmark Terminal-Bench-Science 0.1 übertrifft Terra sogar GPT-6.1 Sol bei niedrigeren Kosten und kommt bis auf fünf Punkte an Claude Opus 5.5 heran, bei weniger als einem Fünftel der geschätzten Kosten. Für die komplexesten Coding-Aufgaben empfiehlt OpenAI allerdings weiterhin GPT-6.1 Sol und GPT-6 Astra.
Sicherheitsschwelle erreicht, Prompt-Injection-Resistenz verbessert
GPT-6.1 Terra erfüllt laut OpenAI die "Critical"-Schwelle im Bereich Cybersecurity unter dem hauseigenen Preparedness Framework und übernimmt die Schutzmaßnahmen von GPT-6 Astra. Das Modell soll im Vergleich zu GPT-5.6 Terra eher innerhalb des vorgegebenen Rahmens bleiben und Einschränkungen gegenüber dem Nutzer offenlegen.
Laut der System Card erreicht GPT-6.1 Terra bei direkten Angriffen auf die Instruction Hierarchy, also Versuchen von Nutzern, System- oder Entwickleranweisungen zu überschreiben, eine Robustheit von 99,99 Prozent und liegt damit auf dem Niveau von GPT-6 Astra und GPT-6.1 Sol. Bei indirekten Prompt-Injection-Angriffen, bei denen bösartige Anweisungen in Drittinhalten eingebettet sind, erreicht das Modell eine Abwehrrate von 98,77 Prozent. Zum Vergleich: GPT-5.6 Terra kam noch auf 96,23 Prozent, GPT-5.3 vom Februar 2026 auf 93,13 Prozent.
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