Octopath Traveler hat für Square Enix den HD-2D-Stil begründet, welchen der Publisher nachfolgend auch für das Sequel oder z. B. die Remaster einiger „Dragon Quest“-Spiele eingesetzt hat. Jetzt kehrt das Pionier-Franchise zurück – aber nicht mit einem Sequel, sondern einem Prequel. In „Octopath Traveler 0“ könnt ihr eure JRPG-Sehnsüchte an der Nintendo Switch (2), PlayStation 4|5, Xbox Series X|S und am PC stillen.
Ich selbst habe mir die PC-Version (Steam) für einen Test angeschaut. Dazu muss ich sagen, dass ich die Vorgänger zwar angespielt habe, anno dazumal über den Xbox Game Pass, aber kein Hardcore-Fan der Reihe bin. Zugegebenermaßen bin ich ein wenig eine Graphics Whore und tue mich manchmal etwas schwer damit, den Zugang zu dem feilgebotenen HD-2D-Stil bzw. generell Pixel Art zu finden.
Im Übrigen ist „Octopath Traveler 0“ ein recht spezieller Fall, denn das Spiel ist nicht komplett „neu“, sondern eine abgewandelte Version des Mobile-Games „Octopath Traveler: Champions of the Content“. Das ist ein Free-to-Play-Titel mit Mikrotransaktionen, das bei Fans der Reihe mehr schlecht als recht angekommen ist. Glücklicherweise hat man den Titel für die PC- und Konsolenfassungen sozusagen auf links gedreht und die Free-to-Play-Versatzstücke entfernt. Dadurch liegt nun wieder ein storygetriebenes Rollenspiel ohne nervigen Firlefanz vor.
Mein Test-System:
- CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D
- CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2
- Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E
- RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30
- Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080
- SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte + WD_Black SN850 1 TByte
- Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte
- Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)
- Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)
„Octopath Traveler 0“ – Bereit zum Aufbruch … und Aufbau
Technisch muss ich euch über „Octopath Traveler 0“ wohl nicht viel erzählen. Die Einstellungsmöglichkeiten der PC-Fassung halten sich in Grenzen, da selbst betagte Rechner keine Probleme haben sollten, den Titel flüssig in nativer 4K-Auflösung darzustellen. Auch wenn man hier keine fotorealistischen Charaktere oder Umgebungen auf den Screen zaubert, hat die Mischung aus Pixel-Charakteren im SNES-Stil mit 3D-Hintergründen viel Charme. Dabei könnt ihr im Verlauf des Spiels über 30 Party-Mitglieder einsammeln und parallel bis zu 8 Recken ins Feld schicken. Die Kämpfe orientieren sich an den Vorgängern, sind also rundenbasiert.
Dabei kommt in „Octopath Traveler 0“ aber ein neuer Dreh ins Spiel. So spielt ihr nicht mehr, wie in den Vorgängern, wechselnde Protagonisten, sondern einen einzelnen von euch gebastelten Hauptcharakter. Zentraler Bestandteil der Story ist zudem der Wiederaufbau von dessen zerstörter Heimatstadt Wishvale. Hier kommen aus Cozy-Sims bekannte Elemente zum Einsatz. So beschäftigt ihr euch damit Getreidefelder zu platzieren, neue Gebäude zu errichten und alles mit Wegen zu verbinden. Diese Mechaniken sind eng mit der Hauptgeschichte verzahnt, denn mit zunehmendem Fortschritt erhaltet ihr neue Upgrade-Möglichkeiten für eure Konstrukte.
Was man sagen muss: Man merkt „Octopath Traveler 0“ seine Mobile-Wurzeln manchmal an, denn die Geschichte wirkt teilweise recht zerfahren und episodenhaft. Außerdem ist das mit euerem Level so eine Sache. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ihr in einige Areale vollkommen overleveled herein latscht, in anderen aber vom Schwierigkeitsgrad erschlagen werdet. Pluspunkte gibt es allerdings für die englische Sprachausgabe, die überraschend gelungen ist. Ihr bevorzugt deutsche Vertonungen? Da guckt ihr hier in die Röhre, zumal auch die Texte nur auf Englisch – oder z. B. Japanisch – zur Verfügung stehen.
Wie Phönix aus der Asche oder Resterampe? – Mein Fazit
Wer etwas recherchiert wird nun feststellen, dass es sowohl überwältigend positive als auch sehr kritische Tests und Erfahrungsberichte zu „Octopath Traveler 0“ gibt. Die einen bemängeln, dass man die Mobile- bzw. Gacha-Wurzeln zu sehr an den zusammengeschustert wirkenden Story-Arcs erkennen kann. Die anderen feiern das JRPG als umfangreiches Fest für Retro-Fans. Ich selbst würde mich tatsächlich in der Mitte einordnen. Es ist möglich, 80 Stunden und mehr in dieses Rollenspiel zu investieren und ohne Haken wie Mikrotransaktionen oder Zeitbremsen sehr gut unterhalten zu werden. Ich kann aber auch nachvollziehen, dass mancher Spieler sich von der zerfahrenen Geschichte herausgerissen fühlen wird.
Mich hat die Erzählweise manchmal an einzelne Staffeln einer TV-Serie erinnert, die alle eigene Handlungsbögen haben und vor allem durch das Ensemble zusammengehalten werden. Das fand ich aber durchaus manchmal ganz angenehm, auch wenn es große Emotionen, wie etwa bei „Kingdom Come: Deliverance II“ verhindert.
Falls euch die bisherigen Spiele der Marke gefallen haben, dann denke ich, dass ihr auch mit „Octopath Traveler 0“ viel Spaß haben werdet. Neulingen würde ich aber für eine packendere Erzählweise statt dieses Prequels „Octopath Traveler 2“ nahelegen, das ich als besseren Einstieg empfinde.
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1 month ago
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