Nvidia darf H200-Chips unter strengen Auflagen an China verkaufen

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Die US-Regierung unter Donald Trump plant, den Export von Nvidias H200-KI-Beschleunigern nach China unter Auflagen freizugeben. Im Gegenzug verlangen die USA eine Abgabe von 25 Prozent, während die leistungsfähigsten Modelle weiterhin gesperrt bleiben.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, den Export von Nvidias H200-Prozessoren nach China zu genehmigen. Wie Reuters unter Berufung auf einen Post auf der Plattform Truth Social berichtet, ist die Genehmigung an eine Gebühr von 25 Prozent gekoppelt, die an die US-Regierung entrichtet werden muss.

Trump teilte mit, er habe den chinesischen Präsidenten Xi Jinping über diesen Schritt informiert, woraufhin dieser "positiv reagiert" habe. Das US-Handelsministerium arbeite derzeit die Details der Vereinbarung aus. Die neue Regelung soll laut Trump auch für andere US-Chiphersteller wie AMD und Intel gelten.

Die Gebühr von 25 Prozent liegt deutlich über den im August diskutierten 15 Prozent. Ein Regierungsbeamter erläuterte gegenüber Reuters den Mechanismus: Die Abgabe soll als Einfuhrsteuer erhoben werden, wenn die Chips von ihrem Herstellungsort Taiwan in die USA importiert werden. Dort sollen sie einer Sicherheitsüberprüfung durch US-Beamte unterzogen werden, bevor sie an "genehmigte gewerbliche Kunden" in China weitergeleitet werden dürfen.

Blackwell und Rubin bleiben tabu

Die Lockerung der Exportbeschränkungen gilt spezifisch für den H200-Chip, Nvidias zweitstärksten KI-Beschleuniger. Die modernste Chip-Generation "Blackwell" sowie die kommende "Rubin"-Architektur sind laut Trump ausdrücklich nicht Teil dieser Vereinbarung.

"Wir werden die nationale Sicherheit schützen, amerikanische Arbeitsplätze schaffen und Amerikas Führungsposition im Bereich KI bewahren", schrieb Trump auf Truth Social. Nvidias US-Kunden würden bereits auf die fortschrittlicheren Blackwell-Chips umsteigen.

Laut einem Bericht des "Institute for Progress" ist der H200 fast sechsmal so leistungsfähig wie der H20, der bisher stärkste Chip, der legal nach China exportiert werden durfte. Allerdings bleibt der Abstand zur Spitze gewahrt: Die Blackwell-Chips sind beim Training von KI-Modellen etwa 1,5-mal und bei der Inferenz bis zu fünfmal schneller als der H200.

Die Entscheidung wird von Regierungsvertretern als Kompromiss gewertet. Man wolle verhindern, dass ein vollständiges Embargo Chinas eigene Bemühungen stärkt, über Unternehmen wie Huawei konkurrenzfähige KI-Chips zu entwickeln. Nvidia bezeichnete den Schritt in einer Stellungnahme als "durchdachte Balance", die gut für Amerika sei.

Es ist unklar, wie chinesische Behörden reagieren werden. Peking hatte heimische Unternehmen zuvor gewarnt, US-Technologie zu nutzen. Gleichzeitig planen jedoch zahlreiche Infrastrukturprojekte vor Ort weiter mit Nvidia-Chips.

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