Nuki Keypad 2 NFC vorgestellt: Entsperren per PIN, Fingerabdruck und Aliro-Unterstützung für Tap to Open

4 weeks ago 8

Neue Hardware aus dem Hause Nuki – wie angekündigt: das Nuki Keypad 2 NFC. Das Zubehör richtet sich an Besitzer eines Nuki Smart Locks, die ihre Haus- oder Wohnungstüre ohne Smartphone oder physischen Schlüssel öffnen wollen. Nuki bietet in seinem Keypad diverse Entsperrmethoden an, mit dem Aliro-Standard steht im 2026er-Modell jetzt eine weitere Methode ergänzend zum Aufsperren bereit.

Wie beim alten Nuki Keypad 2 (hier unser Testbericht aus 2022) haben die Nutzer die Wahl zwischen einem sechsstelligen Zutrittscode oder einem Fingerabdruck. Bis zu 200 Codes oder 20 verschiedene Fingerabdrücke lassen sich abspeichern und verwalten. Kompatibel sind die Matter-fähigen Türschlösser, sprich das Smart Lock Ultra, das Smart Lock Pro (der fünften Generation) sowie das Smart Lock Go.

Neu ist die NFC-Funktion, die auf den neu vorgestellten Aliro-Standard setzt. Tap to Unlock ermöglicht hier das Aufsperren durch das Dranhalten des Smartphones oder der Smartwatch. Das Endgerät und das Keypad kommunizieren direkt per NFC über Aliro. Im Apple-Home-Ökosystem kommt da im Frontend dann der „Apple Home Key“ zum Einsatz.

Auch Samsungs Wallet ist bereits kompatibel. Notwendig ist für die Verwendung von Aliro ein entsprechender Matter Hub, um die Credentials auszutauschen. Im Falle von Apple Home etwa ein kompatibler HomePod oder Apple TV. Im Falle des Samsung Wallets wird ein SmartThings-Hub benötigt. Ein Parallelbetrieb der beiden ist möglich, pairt dann erst mit Apple, dann mit Samsung. Google hat ebenfalls eine Aliro-Unterstützung verlauten lassen: Hier wird es sich aber noch einige Monate bis zur Implementierung ziehen.

Der Blick auf Nutzerkommentare, auch in unseren Kommentarspalten, geht da nun doch sehr stark in die Richtung: Wieso nur NFC? Was ist mit UWB? Die für viele vermutlich ernüchternde Antwort: Mit dem Nuki Keypad 2 NFC bietet man das nicht – auch nicht über ein künftiges Software-Update.

Man sieht bei Nuki die großen Vorzüge von Ultrabreitband (UWB) und man arbeitet an einer (technischen) Umsetzung, um die Auto-Unlock-Geschichte über Aliro zu ermöglichen und die Nutzerfahrung diesbezüglich weiter zu verbessern. Die Integration von UWB sei aber, so Jürgen Pansy von Nuki, weit mehr als einfach nur einen Chip einzubauen.

Man sieht sich bei Nuki unter anderem mit der Problematik konfrontiert, dass bei hiesigen Retrofit-Lösungen keine Kabelverbindung zwischen dem Innen- und Außenbereich möglich ist, um entsprechende Antennen (latenzfrei) zu verkabeln. Das sieht bei Smart Locks in Übersee etwas anders aus. Ultrabreitband benötigt mehrere, zusätzliche Antennen in entsprechenden Abständen. Nur so ist eine Erkennung, ob sich eine Person von außen oder von innen der Haustüre nähert, möglich. Das macht das Aufsperren zwar zuverlässiger, aber gleichzeitig auch wesentlich komplexer.

Aliro setzt da unter der Haube nämlich auf einen Erstkontakt per Bluetooth Low Energy (BLE). Erst wenn dieser gegeben ist, wird per UWB geprüft, ob eine Person die Absicht hat, sich der Türe (von außen) zu nähern. Das hat natürlich, wenn es dann funktioniert, den Vorteil, dass man zuverlässiger aufsperren kann – ganz ohne Geofencing, etwa auch dann, wenn man vom Keller wieder zur Wohnung nach oben kommt.

Zudem steigert UWB doch stark den Energiebedarf – was zulasten der Batterielaufzeit von Smart Lock respektive Keypad gehen könnte. Derzeit erfüllt man da nicht die eigenen Ansprüche für ein zuverlässiges und somit marktreifes Produkt.

Ansonsten? Optisch und auch sonst bleibt alles beim Alten: Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, misst 11,8 × 2,9 × 2,1 cm und bringt eine IP54-Zertifizierung mit, ist also gegen allseitiges Spritzwasser geschützt. Die Montage erfolgt kabellos an der Fassade, wahlweise durch Kleben oder Schrauben. Die Energieversorgung übernehmen Batterien, deren Laufzeit mit mindestens 12 Monaten angegeben wird.

Der Onlineshop listet das Neue für 179 Euro und damit etwas über dem Vorgängermodell, welches bei 159 Euro startete und in Angeboten durchaus für weniger zu bekommen ist. Für Bestandskunden gibt es ein Upgrade-Programm.

Erste Eindrücke

Ich konnte das Aliro-fähige Keypad bereits im Vorfeld ausprobieren. Da das Keypad 2 NFC in vielen Punkten identisch zum Vorgängermodell ausfällt, werde ich lediglich auf ausgewählte Aspekte in meinen ersten Erfahrungen eingehen. So brauche ich euch beispielsweise nicht erzählen, dass die Verarbeitung solide ausfällt und wie das mit dem Erkennen von Fingerabdrücken klappt – das ist nämlich wie beim Keypad 2.

Auch der Einrichtungsprozess fällt einfach aus und die App geleitet euch durch die Einstellungen. Besonders ist beim Keypad 2 NFC dann eben das Einrichten von Tap to Unlock. Die Funktion ist optional, ihr könnt das Keypad also auch auf den Funktionsumfang des Vorgängers einschränken. Für Tap to Unlock stehen zwei Modi bereit: Zum einen der Nuki-App-Modus und der Smart-Home-Modus.

Der erste Modus erlaubt das Aufschließen mithilfe der Nuki-App. Das Smartphone muss hierbei entsperrt werden. Der ist momentan aufgrund der geringen Aliro-Verbreitung dennoch praktisch. Der Umweg erfolgt hier über die Nuki-App. Die wird zwar bei iOS per Tap geöffnet – jedoch erst nach Drücken auf die Benachrichtigung. Das ist vergleichsweise unkomfortabel. Dank direkter Integration kommen so auch Android-Nutzer vor der Google-Wallet-Integration in den Genuss von Tap to Unlock. Während Aliro eine Matter-Zentrale in der Hinterhand braucht, ist das in diesem Fall nicht notwendig.

Und dann wäre da noch der Smart-Home-Modus. Hierfür ist, wie oben beschrieben, ein dedizierter Matter-Hub nötig. Derzeit funktioniert das auch nur mit dem Samsung Wallet (was ich hier mangels Smartphone nicht testen konnte) und dem Apple Wallet. Letzteres bringt, in Verbindung mit kompatiblem HomePod oder Apple TV, das von vielen ersehnte „Home-Key-Feature“ zu Nuki.

Nicht möglich ist eine gemischte Nutzung. So ist es derzeit nicht gleichzeitig möglich, dass ein Teil der Nutzer auf den digitalen Schlüssel im Apple Wallet setzt, während die Android-Fraktion mit dem Schlüssel in der Nuki-App überbrückt. Googles Wallet ist bisher noch nicht kompatibel, da fehlt es noch an einem Update mit Aliro-Funktionalität.

Ich hatte das Nuki Smart Lock Pro bereits via Matter in Apple Home. Entsprechend flott ging der Prozess vonstatten. Einmal eingerichtet, erhalten alle freigegebenen Nutzer im Apple Home ihren digitalen Hausschlüssel für das Keypad ins Wallet. Dies gilt sowohl für das iPhone, als auch für die Apple Watch. Über die Funktion „Gast einladen“ in Apple Home kann man auch eine temporäre Schlüsselkarte für andere Personen ausstellen.

Wer sein Gerät nicht extra entsperren möchte, sondern lediglich zum Öffnen (auch das gesperrte Gerät) dranhalten möchte, der muss zudem den Expressmodus aktivieren. Das Entsperren funktioniert dann sogar auch mit „leerem Akku“: Das iPhone hält eine Energiereserve (für einige Stunden) für Schlüssel mit Expressmodus bereit. iOS muss dafür nicht laufen.

Das Entsperren selbst funktioniert reibungslos und schnell. Die Uhr kann hierbei auch minimalen Abstand zum Keypad haben. Ich würde sagen, das Aufschließen ist gar noch einen Tick (Sekundenbruchteil) schneller als per Fingerabdruck. Das Keypad gibt durch seine LED-Anzeige ein kurzes Feedback. Auf dem Smartphone bzw. der Smartwatch ploppt die virtuelle Schlüsselkarte auf und ihr seid drin.

Ich nutze das Keypad wirklich ausgesprochen gerne, gerade auch, wenn ich die Home-Zone nicht verlasse und somit das Auto-Unlock von Nuki nicht greift. Ob ihr aber das Entsperren per Smartwatch oder Smartphone wirklich „braucht“, das steht auf einem anderen Blatt. Das Entsperren mit dem Fingerabdruck funktioniert bekanntlich zuverlässig und auch mit schwitzigen Fingern, etwa nach der Jogging-Runde – und das ohne extra Gerät in der Tasche und mit günstigerem Keypad 2 (ohne NFC). Für andere Personen könnt ihr bekanntlich für eine spontane Nutzung einen Zugangscode generieren. Nuki erlaubt aber weiterhin nicht das Generieren von Zugangscodes in Apple Home.

Für mich bietet das Keypad wenig Mehrwert – ich war aber auch nie ein Nutzer, der nach „Home Key“ geschrien hat. Der Personenkreis, (etwa weil der Finger nicht so toll für den Scanner geeignet ist, im Winter beim Tragen von Handschuhen, etc.) der da wirklich einen Mehrwert mit hat, ist sicherlich beschränkt. Allerdings: Toll, dass man eben für jeden Personenkreis Lösungen bietet und eine breite Möglichkeit an Entsperrmethoden anbietet, die man stetig erweitert.

Und ich hoffe doch sehr auf eine funktionstüchtige und zuverlässige UWB-Variante für die Zukunft. Auch ich würde mir hiervon mehr Zuverlässigkeit bei Gebäuden mit mehreren Zugängen versprechen. So ist bei mir die Wohnungstüre per (Nuki-nativem) Auto Unlock je nach Situation schon sehr früh aufgeschlossen, während ich noch auf dem Weg zur Haustüre – zwei Stockwerke weiter unten – bin.

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

Read Entire Article