
Nach den Nothing Headphone (1) im vergangenen Jahr (meinen Testbericht lest ihr hier), gibt es jetzt erstmals günstigere Over-Ear-Kopfhörer, die in der (a)-Reihe ihr Zuhause finden: die Nothing Headphone (a). Die fallen mit einem Preisschild von 159 Euro deutlich günstiger aus, als der große Bruder, der bei 299 Euro unterwegs ist.
Alles in allem fand ich die Nothing Headphone (1) ein gelungenes Stück Hardware. Punkten kann Nothing mit Tragekomfort, dem Sound sowie dem Transparenz-Modus. Ungenutztes Potenzial hat man vielmehr bei Spatial Audio liegengelassen. Und: designtechnisch war das letztjährige Modell sicherlich nicht jedermanns Sache. Grund genug, auch einen ersten Blick auf die Headphone (a) zu werfen, die dem Schwestermodell doch in einiger Hinsicht ähneln – wenn auch nicht beim Preis.
Beim (a)-Modell setzt man jetzt an diversen Stellen auf Kunststoff, anstelle von Aluminium. Bei den Bügeln oder auch den Ohrpolstern aus Memory Foam soll aber alles identisch aufgebaut sein. Auch setzt man auf eine identische Bedienung mit verschiedensten Buttons, die mir im Test der Nothing Headphone (1) durchaus zusagte. Die Membran aus Kunststoff (PET+PU) ist ebenfalls 40 mm groß und setzt auf titanbeschichtete Treiber.
In Sachen aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) will man Geräusche mit bis zu 40 dB wegblocken. Jene Unterdrückung ist zwar adaptiv, wie bei den Headphone (1), aber nicht mit Echtzeit-Anpassungen. Das ANC greift auf fünf HD-Mikrofone zurück (bei den Headphones (1) sind es sechs.) Weitere Unterscheidung: Man unterstützt Spatial Audio, allerdings statisch und somit ohne Head-Tracking-Funktion. Auch ein Transparenz-Modus ist mit von der Partie. Ebenso Algorithmen, um Nebengeräusche bei Gesprächen aus den Mikrofonen zu filtern. Die Verbindung zum Endgerät erfolgt per Bluetooth 5.4. Unterstützt wird Hi-Res Wireless-Audio dank LDAC-Unterstützung mit 24 Bits/96kHz. In Sachen Codecs stehen zudem AAC und SBC zur Verfügung.

Wenngleich auch die Nothing Headphones (a) die Zugehörigkeit zur Nothing-Familie nicht leugnen können, so fällt das Design deutlich weniger auffällig aus, als bei den Headphones (1). Die Designsprache mit transparenten Elementen ist hier ebenfalls gegeben, aber eben weitaus dezenter, beziehungsweise schlichter.
Die Verarbeitung ist Nothing-typisch gut. Es knarzt nichts und fühlt sich absolut gut an. Die Headphones (1) wirken mit ihren Aluminium-Ohrmuscheln, vor allem im Direktvergleich, aber deutlich hochwertiger. Der Kunststoff fasst sich deutlich wärmer an, als das kühle Alu. Ich für meinen Teil bin gespannt, wie sich der Kunststoff langfristig mit Kratzern schlägt.

Auch die Headphones (a) sind nicht faltbar. Die Ohrpolster lassen sich genauso klappen, Nothing liefert kein Etui mit, sondern lediglich einen Beutel – der doch arg chemisch riecht. Die zwei Euro mehr für eine Art Case wie bei den Headphones (1) wären doch sicherlich drin gewesen, oder? Es gibt zwar eine Seitentasche für Kabel, aber in den Rucksack werfen würde ich den Beutel so nicht. Kompakt zu transportieren sind die Kopfhörer nämlich eben auch nicht. Gleiches Problem wie bei den Geschwistern: Die beiden Hörmuscheln schlagen zusammen, wenn man die Kopfhörer am Kopfband hält. Nur dass hier eben nicht Alu und Alu zusammentreffen.

Der Tragekomfort beider Modelle ist identisch. Das ist toll, denn damit konnten die Headphone (1) bei mir ebenfalls punkten. Die Ohrpolster aus Memory-Foam und gehen problemlos und komplett über die Ohren. Auch das Kopfband ist gepolstert. Die Ohrpolster sind sehr weich und ich hatte keine Probleme, die Kopfhörer auch mehrere Stunden am Stück auf den Ohren zu haben – ganz ohne Druckstellen oder andere Beschwerden. Die Kopfhörer halten zuverlässig auf dem Kopf, dennoch hatte ich hin und wieder ein Gefühl des leichten Verrutschens. Für den Sportgebrauch sind die Kopfhörer nicht gemacht.
Das Gewicht fällt, in Anbetracht der geänderten Materialwahl, mit 310 Gramm durchaus üppig aus. (Zum Vergleich: Die Headphones (1) bringen 329 Gramm auf die Waage.) Das tut dem Tragekomfort aber keinen Abbruch und wirkt sich positiv auf die verbaute Akkukapazität aus. Bei der konkreten Akkulaufzeit fehlt es mir etwas an Langzeiterfahrungen, aber die Kopfhörer sind nach Tagen jeweils stundenweiser Benutzung kaum leer zu bekommen. Dauernutzer dürften da ihren Gefallen dran finden, üppiger als beim Premium-Modell fällt die Laufzeit allemal aus, wenngleich das sehr auf Nutzungsszenarien ankommt und die Verwendung des Hi-Fi-Codecs LDAC sich massiv auf die Laufzeit auswirkt.

Sehr gelungen aus meiner Sicht: die taktilen Bedienelemente. Die sagten mir schon im letztjährigen Test zu und sind hier identisch. Man verzichtet gänzlich auf Touch-Bedienelemente oder gleichartige Tasten. Jede Taste/ Tastenart hat ihre eigene Funktion, die sich problemlos und auch blind ertasten lässt.
So kann man mit dem Roller durch Drehen sehr präzise die Lautstärke steuern und diesen auch für eine weitere Funktion verwenden (Play/Pause bzw. die ANC-Modi bei langem Drücken). Das Padel erlaubt durch das Klappen in zwei Richtungen das Springen zum nächsten Titel. Zudem gibt es einen dedizierten Ein/-Ausschalter. Sprich: Drücken und halten – auf gut Glück – und so Geschichten, die andere Hersteller machen, gibt es hier nicht.

Kommen wir zum Herzstück: dem Sound der Nothing Headphones (a). Ich habe die Kopfhörer nun über diverse Stunden auf den Ohren gehabt und mit verschiedensten Geräten und Übertragungswegen (Neben Bluetooth kann man Audio-Geräte auch über Klinke oder USB-C anbinden.) Probe gehört.
Ohne Direktvergleich muss ich sagen, dass der Sound zwar differenziert, für meinen Geschmack oftmals etwas zu flach ist. Das fällt im Direktvergleich zu den Headphones (1) dann doch nochmals stärker auf. Diese würde ich tendenziell als neutraler abgestimmt beschreiben und im Direktvergleich sind bei den Headphones (a) die Höhen leider wesentlich weniger ausgeprägt. Grundsätzlich fallen die Headphones (a) basslastiger aus, wenngleich die Tiefen der Headphones (1) kraftvoller und pointierter ausfallen, etwa in den Anfangssekunden bei Opalite (Taylor Swift). Problemlos lassen sich Songs jedoch auch in hohen Lautstärken genießen.
Aktive Nebengeräusche , etwa mein 3D-Drucker, wurden beim Arbeiten sauber unterdrückt. Normale Störgeräusche, wie eine befahrene Straße oder Staubsaugerlärm ebenfalls. Mit laufender Musik bekommt man alleine durch die passive Geräuschunterdrückung nur sehr wenig von der Umgebung mit. Vor allem mit tiefen Frequenzen kommt die aktive Geräuschunterdrückung ganz gut klar. Alleine die Geräuschunterdrückung (Modus: hoch), ohne laufende Musik, reicht nicht aus, um nebebei laufende Gespräche oder auch Videokonferenzen wegzufiltern.
Das ANC ist ebenfalls dynamisch, regelt aber nicht so flott nach wie bei den Headphones (1), so das Datenblatt. In der Alltagsnutzung ist mir dahingehend aber nichts aufgefallen. Zumindest nichts, was ich in einem Blindtest zu einhundert Prozent unterscheiden könnte oder das ANC der Headphones (a) als massives Downgrade empfände. Auch der Transparenz-Modus macht wieder Laune und ist vor allem für diese Preiskategorie echt gut. Das wirkt echt als hätte man keine Kopfhörer auf den Ohren.

Ansonsten? Spatial Audio gibt es, allerdings fixiert und ohne Head-Tracking. Macht den Sound tatsächlich etwas voller, aber nichts was mich da nun wirklich überzeugt. Da hätte ich von den Headphones (1) damals auch mehr erwartet, was das Thema mit 3D-Audio-Inhalten, gerade bei Filmen, angeht. Die Audioqualität für Telefongespräche geht in Ordnung und ist durchschnittlich. Nicht besonders herausragend, aber mein Gegenüber und ich konnten uns problemlos verständigen.
Weitere Details, wie die App-Anbindung, sind fast identisch: Die Konfiguration und Anpassungen ans eigene Hörvergnügen erfolgen über die Nothing-X-App. Da kann man auch Anpassungen an den Tasten vornehmen oder weitere Einstellungen tätigen. Eine Over-Ear-Erkennung gibt es hier nicht. Die war bei den Headphones (1) in meinem Test ohnehin nicht sehr zuverlässig, und bei der Akkulaufzeit dürfte es nicht ins Gewicht fallen, falls die Kopfhörer doch mal angeschaltet bleiben.

Unterm Strich? Für 159 Euro hat Nothing hier in meinem Ersteindruck ein ordentliches Gesamtpaket geschnürt. Klar, die Abstriche zum großen Bruder merkt man, aber wer einen Allrounder mit ordentlichem Tragekomfort und hochwertiger Verarbeitung sucht. Der sollte die Nothing Headphone (a) durchaus mal in die engere Wahl nehmen.
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