Norwegen verbietet generative KI-Tools weitgehend an Grundschulen und schränkt auch die Nutzung an weiterführenden Schulen ein.
Premierminister Jonas Gahr Stoere sagte am Freitag, KI erhöhe das Risiko, dass junge Kinder wichtige Lernschritte überspringen. Premierminister Jonas Gahr Stoere sagte am Freitag: "Das Wichtigste in der Schule ist, dass unsere Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen." Unkritische KI-Nutzung führe dazu, dass Schüler wichtige Schritte beim Lernen überspringen.
Er verwies auf einen Rückgang der Lernergebnisse seit etwa 2015 und macht Smartphones, Bildschirme und Algorithmen für diese Entwicklung mitverantwortlich.
Die neuen Regeln gelten ab dem Schuljahr Ende August. Schüler der Klassen 1 bis 7 (6 bis 13 Jahre) sollen grundsätzlich keine KI nutzen. In der Sekundarstufe I (14 bis 16 Jahre) dürfen KI-Tools vorsichtig unter Aufsicht eingesetzt werden. Ältere Schüler sollen den angemessenen Umgang mit KI erlernen.
Zusätzlich will die Regierung per Gesetz festschreiben, dass Kommunen physische Lehrmittel in Schulen bereitstellen müssen. Unter anderem sollen wieder mehr Bücher in die Klassenzimmer gebracht werden. Frühere Regierungen hätten digitalen Medien zu viel Raum gegeben, so Stoere. Norwegen hatte bereits Smartphones an Schulen verboten, Lehrern mehr Autorität im Klassenzimmer gegeben und plant ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige.
Schwedische Forscher untersuchten bereits 2024 den Zusammenhang zwischen KI-Nutzung und Lernfähigkeit bei Schülern. Die Ergebnisse zeigen Chancen und Risiken.
Auch andere Länder schränken KI-Nutzung ein
Norwegen steht mit seinen KI-Einschränkungen an Schulen nicht allein. Japan erließ bereits 2023 Richtlinien, die bei unter 13-Jährigen besondere Vorsicht fordern und KI-generierte Schularbeiten als Betrug werten. In den USA bestätigte ein Gericht 2024, dass Schulen unerlaubte KI-Nutzung sanktionieren dürfen. Die UC Berkeley Law School verbietet ab Sommer 2026 KI bei fast allen bewerteten Arbeiten und erlaubt sie nur noch zur Recherche.
Im Kontrast dazu stehen Länder, die auf Integration setzen. Die Vereinigten Arabischen Emirate führen ab dem Schuljahr 2025/26 KI als Pflichtfach vom Kindergarten bis zur zwölften Klasse ein. In Deutschland hat die Kultusministerkonferenz die systematische Integration von KI in den Unterricht gefordert und ein Verbot als "realitätsfern und nicht haltbar" bezeichnet.
KI-News ohne Hype – von Menschen kuratiert
Mit dem THE‑DECODER‑Abo liest du werbefrei und wirst Teil unserer Community: Diskutiere im Kommentarsystem, erhalte unseren wöchentlichen KI‑Newsletter, 6× im Jahr den "KI Radar"‑Frontier‑Newsletter mit den neuesten Entwicklungen aus der Spitze der KI‑Forschung, bis zu 25 % Rabatt auf KI Pro‑Events und Zugriff auf das komplette Archiv der letzten zehn Jahre.



