NL übernimmt Nexperia, Autobauer warnen

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Die niederländische Regierung hatte Insidern zufolge die Kontrolle über den Chiphersteller Nexperia offenbar aus Furcht vor einer Zerschlagung des Konzerns und der Verlagerung der Produktion nach China übernommen. Wie vier mit den Überlegungen der Regierung vertraute Personen in Den Haag am Montag sagten, plante der frühere Nexperia-Chef Zhang Xuezheng, 40 Prozent der Belegschaft in Europa zu entlassen und eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung in München zu schließen.

Zuvor habe er bereits Geschäftsgeheimnisse aus dem Werk des Unternehmens im britischen Manchester in ein Werk der chinesischen Nexperia-Muttergesellschaft Wingtech transferiert, hieß es weiter. Dazu gehörten Chipdesigns und Maschineneinstellungen. Als Nächstes sei die Verlagerung von Anlagen aus dem Hamburger Produktionswerk geplant gewesen. Eine Stellungnahme von Zhang lag zunächst nicht vor.

Hintergrund ist der Handelsstreit zwischen den USA und China. Wingtech steht in den USA wegen angeblicher Gefahren für die nationale Sicherheit auf einer schwarzen Liste. Gerichtsdokumenten zufolge drängte die US-Regierung die Niederlande zu dem Schritt.

Die niederländische Regierung hatte am 30. September unter Verweis auf Mängel in der Unternehmensführung die Kontrolle über Nexperia übernommen. Der niederländische Ministerpräsident Dick Schoof (68) hatte sich nach eigenen Angaben bereits am Rande des EU-Gipfels in Brüssel mit anderen Staats- und Regierungschefs über die Lage ausgetauscht. Nach seiner Erklärung habe es mehr Verständnis dafür gegeben, wie die Niederlande gehandelt hätten.

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