Wenn Apple heute auf der Entwicklerkonferenz WWDC ab 19 Uhr deutscher Zeit höchstwahrscheinlich seine neue Sprachassistentin Siri vorstellt, wird der Konzern weiterhin auf das Thema Datenschutz pochen. Davon gehen Marktbeobachter aus. Der Plan: Apple will versuchen, von OpenAI, Anthropic und Co. verlorenes Terrain mit für den Konzern typischen Argumenten gutzumachen – unter anderem der Tatsache, dass möglichst viele der von Apple Intelligence und Siri verarbeiteten Daten auf dem Gerät verbleiben und kein Training mit Nutzerdaten erfolgt. „KI, aber privat“ gilt als mögliches Motto.
Nach wie vor „local first“
Alles, was nicht lokal auf einem Mac, iPhone oder iPad verarbeitet werden kann, landet zwar wie schon jetzt in der Cloud – doch dort setzt Apple weiterhin auf seinen sogenannten PCC-Ansatz, sprich: Private Cloud Compute, bei dem Apple selbst dank starker Verschlüsselung keine Nutzerinformationen sehen kann. Erfolgt die Berechnung auf Googles Servern, weil Apple nun erstmals auch Gemini-Modelle verwendet, müsste Googles hauseigenes Private AI Compute Verwendung finden. Alternativ könnte Apple auch Technik von Nvidia nutzen oder sich etwas Eigenes bauen.
Um die lokale KI zu verbessern, hat Apple einem Bericht von The Information zufolge Destillate von Googles jüngsten Gemini-Modellen anfertigen dürfen, die dann dank Apple Silicon direkt auf iPhone, Mac oder iPad laufen. Diese sollen deutlich mächtiger sein als Apples lokale Modelle. Auf Cloud-Seite wird Apple wie erwähnt einen Doppelansatz fahren: die eigene Flotte an PCC-fähigen Servern auf Basis von Ultra-Chips, plus die Hardware bei Google Cloud. Zuletzt hieß es hier, es handele sich dabei um Blackwell-B200-Chips von Nvidia, die Nvidias eigenes „Confidential Compute“-Feature nutzen. Letzteres verspricht, die Vertraulichkeit und Integrität von KI-Modellen zu bewahren, was aber angeblich nahezu keine Performance kosten soll.
Angst vor Datenschutzkatastrophen
Bei Apple erwartet man offenbar, dass insbesondere im Zusammenhang mit agentischen Systemen potenzielle Datenschutzkatastrophen drohen. Da die neue Siri erstmals kontextsensitiv mit Nutzerdaten arbeiten soll – ein Feature, das seit zwei Jahren erwartet wird –, kann sich das Unternehmen hier keinen Ausreißer erlauben.
Interessant wird auch noch ein zweites Thema, das in Sachen KI immer mehr in den Vordergrund rückt: die Nutzungskosten. So erhöhen die Anbieter API-Kosten oder nehmen Flatrate-Konzepte vom Markt. Apple hat für Apple Intelligence bislang keinen Cent verlangt. Auch das könnte ein Argument für den Dienst sein, sollte Apple das nicht in absehbarer Zeit ändern.
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(bsc)



