Netflix und Co. müssen wohl bald mehr in deutschsprachige Produktionen investieren

5 months ago 7

Streaming-Dienste wie Disney+, Netflix und Prime Video laufen dem linearen Fernsehen zunehmend den Rang ab. Das wirkt sich auch auf deutschsprachige Sender aus. Sky Deutschland etwa hat schon vor einer ganzen Weile aus Kostengründen die Produktion von deutschsprachigen, fiktionalen Originals eingestellt. Die Politik macht sich als Folge Sorge um die deutsche Film- und TV-Produktion. Deswegen könnte man Streaming-Diensten regionale Investitionsverpflichtungen auferlegen.

Der Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bespricht sich deswegen noch heute in Berlin im Kanzleramt mit den Vertretern der größten Streaming-Anbieter. Als Vorbilder sieht man da in Deutschland offenbar Frankreich und Südkorea, wo ausländische Streaming-Dienste wie Netflix aufgrund gesetzlicher Vorgaben bereits kräftig investieren müssen. Allerdings sollte man bedenken, dass deutschsprachige Produktionen auch einen deutlich schlechteren Ruf haben – sowohl international als auch national. Dazu hat es in der Vergangenheit ja schon spannende Studien gegeben.

So muss ich subjektiv und ehrlich sagen, dass ich deutschsprachige Filme und Serien leider kein Stück vermissen würde, da sie mich persönlich in der Machart in aller Regel null ansprechen und aus meiner Sicht weder handwerklich noch inhaltlich wettbewerbsfähiges Niveau erreichen. Die Probleme sind also durchaus hausgemacht, finde ich. Zum „schwierigen“ Image deutschsprachiger Produktionen kommen aber auch hohe Kosten hierzulande, durch etwa die Energiekosten, Gagen und gestiegene technische Anforderungen. Es ist also für Anbieter wie Netflix nicht sonderlich attraktiv, in deutsche Filme und Serien zu investieren.

Laut einem Bericht der Tagesschau sehen sich hiesige Produktionsfirmen insgesamt mit sinkenden Aufträgen durch internationale Streaming-Dienste konfrontiert. In der Politik kommt man aber nun, auch dank der Lobbybemühungen der hiesigen Film- und TV-Industrie, zu dem Argument: Wer in Deutschland mit Filmen und Serien Geld verdient, soll auch hier investieren. Ob es aber zu einer solchen Investitionsverpflichtung kommt, ist aktuell noch offen.

Ich selbst bin da skeptisch, da dies zwar der Branche helfen würde, aber wohl an der aus meiner Sicht fragwürdigen Qualität von deutschen Produktionen nichts ändern dürfte. Da müsste es im ganzen System ein größeres Umdenken geben. Schließlich konnte es die Branche auch hierzulande mal besser – man denke an internationale Hits aus vergangenen Tagen wie „Das Boot“, „Die Unendliche Geschichte“ oder „Lola rennt“.

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