
Es ist ein ziemliches Tauziehen, das da gerade in den USA stattfindet. Netflix möchte sich Teile von Warner Bros. Discovery einverleiben, konkret HBO Max und die Filmstudios. Das ruft natürlich die Kartellwächter und den Senat auf den Plan, denn die Sorge vor einem Monopol und damit verbundenen Preiserhöhungen ist groß.
Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix, musste sich deshalb laut Bericht jüngst vor einem Unterausschuss des Senats erklären und versuchte dabei, die Bedenken zu zerstreuen. Sein Argument gegen die Monopol-Angst ist durchaus interessant: 80 Prozent der Abonnenten von HBO Max hätten ohnehin schon Netflix abonniert. Die Dienste würden sich ergänzen, nicht kannibalisieren.
Auf die Frage, wie man denn sicherstellen wolle, dass Streaming nach so einer Fusion bezahlbar bleibe, holte Sarandos zu einer recht pragmatischen Antwort aus. Netflix sei ein Dienst, den man mit einem Klick kündigen könne. Wenn der Verbraucher also der Meinung sei, der Preis sei zu hoch für das Gebotene, sei er mit einem Klick weg.
Das soll wohl heißen: Der Markt regelt das schon. Sarandos betonte zudem, dass man trotz Preiserhöhungen mehr Wert biete. Er rechnete vor, dass Netflix-Nutzer im Schnitt etwa 35 Cents pro geschauter Stunde zahlen würden, während es bei der Konkurrenz wie Paramount+ eher 90 Cents seien.
Zudem sieht sich Netflix gar nicht als der übermächtige Riese, als der er oft dargestellt wird. Die wahre Bedrohung für das klassische TV-Geschäft seien Tech-Giganten wie Google, Apple und Amazon. YouTube habe auf Fernsehgeräten mittlerweile eine höhere Nutzungsdauer als jeder andere Streamingdienst.
Rein finanziell ist das Ganze eine riesige Nummer. Netflix hat sein Angebot kürzlich auf 72 Milliarden Dollar (ca. 65,5 Milliarden Euro) in bar angepasst, was einem Unternehmenswert von 82,7 Milliarden Dollar (ca. 75,3 Milliarden Euro) entspricht. Das ist aber noch nicht in trockenen Tüchern, denn Paramount versucht zeitgleich eine feindliche Übernahme des gesamten Warner-Konzerns und bietet dafür stolze 108,4 Milliarden Dollar (ca. 98,6 Milliarden Euro). Es bleibt also spannend, wer am Ende den Zuschlag erhält.
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1 month ago
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