Nach Apple-Intelligence-Debakel: Apple streicht KI-Chefposten

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Apples KI-Chef verlässt den Konzern: John Giannandrea, der für rund acht Jahre die Sparte für maschinelles Lernen und KI-Strategie leitete, gibt seine Position auf und geht im Frühjahr 2026 in Ruhestand. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das Aus für Giannandrea hatte sich bereits abgezeichnet: Die immer größeren Probleme und uneingelösten Versprechen rund um das veraltete Sprachassistenzsystem Siri und Apple Intelligence führten intern in den vergangenen Monaten zu erheblichen Umschichtungen und einer weitreichenden Entmachtung des KI-Chefs.

Giannandrea kam 2018 von Google zu Apple und trieb im Unternehmen maschinelles Lernen voran, bekam die tief liegenden Probleme von Siri aber ganz offensichtlich nicht in den Griff. Er gilt als ein Architekt von Apples Hybrid-Ansatz, lokale Sprachmodelle auf dem Gerät mit KI-Modellen in der Cloud zu kombinieren. Auch für Siri versprach der Hersteller im Jahr 2024 mit Apple Intelligence den großen Neuanfang. Dabei wurden weitreichende Funktionen präsentiert, bei denen Siri clever mit persönlichen Daten arbeitet und Aktionen über Apps hinweg ausführen kann. Geliefert hat Apple bislang praktisch nichts davon außer einer bunteren Bedienoberfläche, reagierte zugleich aber empfindlich auf Vaporware-Vorwürfe. Eine „personalisiertere Siri“ soll nun 2026 folgen.

Berichten zufolge hat sich Apple dafür Unterstützung bei Google gesichert und will im Unterbau auf Gemini-Technik setzen. In dieses Bild passt, dass Apples neuer „Vice President of AI“ Amar Subramanya ehemals bei Google gearbeitet hat – zuletzt als Engineering-Chef des Gemini-Chatbots. Subramanya gab anschließend noch ein kurzes Gastspiel bei Microsoft und ist jetzt mit der Weiterentwicklung von Apples Foundation-Modellen betraut.

Einen KI-Chef auf oberster Ebene gibt es bei Apple bis auf Weiteres nicht mehr: Subramanya ist nämlich Apples Software-Chef Craig Federighi unterstellt. Andere Teile von Giannandreas KI-Sparte fallen künftig unter die Leitung von Apples Services-Chef Eddy Cue und dem Operations-Chef Sabih Khan. Diese Management-Änderungen würden die Arbeit vorantreiben, „um intelligente, vertrauenswürdige und zutiefst persönliche Erlebnisse zu liefern“, so der Konzern.

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(lbe)

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