München: SWM und Telekom bauen FTTH

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Die Stadtwerke München (SWM) und ihre Telekommunikationstochter M-net wollen in Zusammenarbeit mit der Telekom ganz München in den kommenden Jahren mit Glasfaser-Technologie versorgen. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen die Möglichkeit erhalten, einen Glasfasertarif zu buchen. Ziel der Kooperation ist es, die Glasfaserkabel nicht nur in den Keller zu bringen, sondern bis in die Wohnungen und Geschäfte zu legen.

München hat Stand August 2025 etwa 867 000 private Haushalte. Rund 650 000 Haushalte und Geschäftseinheiten sind durch SWM und M-net bereits mindestens mit Glasfaser bis in den Keller erschlossen – diese Infrastruktur nennt sich FTTB, also „Fiber to the Building“. Diese Haushalte werden nun von den Stadtwerken mit Glasfaser bis in die einzelne Wohnung oder Geschäftseinheit erschlossen. Die Ausbau-Variante nennt sich FTTH – also „Fiber to the Home“. Ein Großteil dieser Anschlüsse, nämlich bis zu 550 000, wird im Rahmen der neuen Kooperation über die SWM-Tochter M-net in den kommenden Jahren schrittweise an die Telekom verpachtet. Das Unternehmen erhält also Zugang zur Glasfaser-Infrastruktur der SWM bis in die einzelnen Wohnungen.

In den entsprechenden Wohnungen werden die SWM beim Ausbau eine Anschlussdose mit zwei Eingängen installieren – einen für M-net und einen für die Telekom. Die Bewohner haben also künftig die Wahl, ob sie M-net oder Telekom nutzen. Oder einen anderen Anbieter, der mit seinen Diensten über M-net oder die Telekom verfügbar ist, wie 1&1.

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Darüber hinaus hat sich die Telekom bereit erklärt, weitere 300 000 Haushalte in München selbst mit Glasfaser bis in die Wohnung zu erschließen. Mit diesen Arbeiten hat sie bereits 2021 begonnen. Damit soll München eine flächendeckende Abdeckung mit Glasfaser bis in die einzelnen Wohnungen, Büros und Geschäfte erreichen. Im Zuge der Partnerschaft mit den SWM erhält M-net Zugang zu diesem Glasfasernetz und die Möglichkeit, seine Dienste dort anzubieten.

„Wir machen München fit für die Zukunft und schaffen eine Infrastruktur, die nicht nur heute, sondern für die kommenden Jahrzehnte Maßstäbe setzen wird“, sagte Florian Bieberbach, Chef der Stadtwerke München, bei der Vorstellung der Pläne. Es sei ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit der Stadt, da ein stabiles und schnelles Internet heute Voraussetzung für modernes Leben und Arbeiten sei. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verspricht sich von der Kooperation der drei Partner nicht nur schnelleres Internet, sondern auch weniger Baustellen. Bisher wurde eine Straße oft mehrmals aufgerissen, um die Glasfaserkabel der unterschiedlichen Anbieter zu verlegen; nun können die Arbeiten zusammengelegt werden, um sogenannten Überbau weitgehend zu vermeiden.

SWM, M-net und Telekom machen München zur Glasfaser-Metropole. (v.li.) Rodrigo Diehl (im Vorstand der Telekom für das Deutschland-Geschäft verantwortlich),  Christian Scharpf (Referent für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München), Florian Bieberbach (Vorsitzender der SWM-Geschäftsführung) und Maximilian Oertle (Geschäftsführer von M-net).
SWM, M-net und Telekom machen München zur Glasfaser-Metropole. (v.li.) Rodrigo Diehl (im Vorstand der Telekom für das Deutschland-Geschäft verantwortlich),  Christian Scharpf (Referent für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München), Florian Bieberbach (Vorsitzender der SWM-Geschäftsführung) und Maximilian Oertle (Geschäftsführer von M-net). (Foto: SWM)

Eigentümer von Gebäuden im Glasfasernetz von SWM und M-net können ihre Häuser derzeit kostenfrei von FTTB auf FTTH aufrüsten lassen. Wer Interesse hat, meldet sich am besten bei den Stadtwerken oder auf einer eigens dafür geschaffenen Website. Der Ausbau erfolgt unabhängig davon, ob die einzelnen Bewohnerinnen oder Bewohner bereits Verträge über Glasfaser-Internet abgeschlossen haben. Die SWM weisen darauf hin, dass der Service nur jetzt kostenfrei ist; eine Nacherschließung zu einem späteren Zeitpunkt sei für die Immobilieneigentümer mit Kosten verbunden.

Die Glasfaser-Technologie bietet Kunden Geschwindigkeiten von bis zu fünf Gigabit pro Sekunde. Solche Verbindungen werden für datenintensive, reaktionsschnelle Anwendungen wie unterbrechungsfreies, hochauflösendes Streaming, Cloud-Dienste oder anspruchsvolles Online-Gaming gebraucht. Auch das Speichern und Abrufen größerer Datenmengen in einer Cloud oder die Nutzung des Anschlusses im Home-Office für berufliche Tätigkeiten, die große Datenmengen erfordern, profitieren von dieser Technologie.

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