
Mozilla hat seinen neuesten „State of Mozilla“-Bericht veröffentlicht. Wer die Organisation hinter Firefox schon länger verfolgt, weiß: Das ist meist eine Mischung aus einer ordentlichen Portion Idealismus, dem Kampf für ein offenes Web und den nackten Zahlen des Vorjahres.
Unter dem Motto „Choose your Future“ blickt Mozilla auf das vergangene Jahr zurück. Dabei geht es natürlich nicht nur um den Browser, den viele von euch (und wir hier im Blog ja auch) trotz der Chromium-Übermacht immer noch gerne nutzen (oder zumindest im Augenwinkel haben).
Mozilla positioniert sich verstärkt im Bereich KI, aber eben „auf die Mozilla-Art“: vertrauenswürdig, Open Source und ohne das Datensammeln, das man bei der Konkurrenz oft sieht.
Mozilla zieht einen direkten Vergleich zur eigenen Geschichte: Vor 25 Jahren war es Microsoft, das das Web im Würgegriff hatte. Heute sieht man eine ähnliche Gefahr bei der KI, wo eine Handvoll Tech-Giganten den kompletten Stack, von der Hardware bis zu den Daten – kontrollieren. Mozilla inszeniert sich hier als Kopf einer „Rebel Alliance“ aus Open-Source-Entwicklern, Aktivisten und Forschern. Das Ziel ist: KI soll uns nicht kontrollieren oder überwachen, sondern als Werkzeug für den Menschen fungieren.
Das bekannte Mozilla-Manifest bildet weiterhin das Fundament, wird aber für das KI-Zeitalter geschärft. Drei Punkte stehen im Fokus:
- Human Agency: Wir sollen selbst entscheiden, wie wir KI nutzen (oder sie eben auch mal ganz abschalten).
- Open Source: Transparenz ist die einzige Waffe gegen die „Black Boxes“ der Konkurrenz.
- Public Benefit: Technologie muss dem Gemeinwohl dienen, nicht nur dem nächsten Quartalsbericht der Big-Tech-Aktionäre.
Butter bei die Fische: Wie sieht’s finanziell aus? Mozilla sitzt auf satten 1,4 Milliarden Dollar Reserven und ist schuldenfrei. Die Einnahmen aus den Firefox-Suchmaschinen-Deals beliefen sich 2024 auf rund 658,5 Millionen Dollar. Für 2026 plant man Ausgaben von etwa 650 Millionen Dollar. Interessant dabei die Aufteilung:
80 % fließen weiterhin in die Kernprodukte wie Firefox und Thunderbird, während 20 % direkt in die Entwicklung und Förderung von vertrauenswürdiger, offener KI fließen. Zudem hat man bereits in über 50 Start-ups investiert, die eine ähnliche Philosophie verfolgen.
Man will nicht nur philosophieren, sondern liefern. Die Roadmap sieht vor, KI-Funktionen so in Produkte zu integrieren, dass Datenschutz kein Lippenbekenntnis bleibt. Es sollen Tools entstehen, die es Entwicklern leichter machen, auf Open-Source-Alternativen zu setzen, statt sich teuer bei den großen Cloud-Plattformen einzumieten.
Mozilla hat hoffentlich einen Plan. Dass sie sich als „Rebellen-Allianz“ inszenieren, gehört zum guten Ton im Marketing. Ob sie damit die breite Masse erreichen oder am Ende die „Nische für die Guten“ bleiben, wird die Zeit zeigen. Aber mal ehrlich: Eine starke, offene Stimme gegen die Übermacht von Google, Microsoft und Co. können wir im KI-Bereich gerade mehr als gebrauchen. Ich drückr weiterhin die Daumen, KI und Co. gehen mir aber dahingehend am Allerwertesten vorbei, ich hoffe auf ein Erstarken von Firefox mit fluffiger Arbeitsweise auf relevanten Systemen.
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1 month ago
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