Mosseri dementiert Abhörmythos erneut

3 months ago 5
 Versucht sich als Mythbuster

Adam Mosseri: Versucht sich als Mythbuster

Foto: Drew Angerer / Getty Images

Adam Mosseri, der beim Meta-Konzern, zu dem auch Facebook zählt, für Instagram verantwortlich ist, hat sich jetzt per Videobotschaft  bemüht, solche Spekulationen zu entkräften. In einem Reel auf Instagram sagt er: »Das hier ist ein Mythbusting-Video über etwas, worüber ich viele leidenschaftliche Diskussionen hatte.« Wohl, um zu zeigen, dass ihn das Thema auch persönlich bewegt, fügt er an, »mindestens zwei- bis dreimal« mit seiner Frau darüber diskutiert zu haben.

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Dann aber erklärt er mit freundlicher Ernsthaftigkeit: »Wir hören Euch nicht zu!« Wie wichtig ihm diese Aussage ist, lässt sich daran erkennen, dass er nicht nur als Untertitel in sein Video einblenden lässt, sondern auch noch in die Kommentarspalte schreibt: »Mythbusting: Ich schwöre, wir hören eure Mikrofone nicht ab.«

Jahrelange vergebliche Bemühungen

Dass Mosseri sich genötigt fühlt, ein solches Video zu veröffentlichen, zeigt, wie wenig die Bemühungen des Konzerns fruchten, die Abhörgerüchte zu entkräften. Dabei hat das Unternehmen schon so viele Anläufe genommen.

Facebook will KI-Chats auswerten

Viel gefruchtet hat all das offensichtlich nicht. Doch das ist angesichts aktueller Meldungen durchaus verständlich. Wie etwa das »Wall Stret Journal « berichtet, hat Meta nämlich gerade angekündigt, ab Mitte Dezember Chats, die man mit seinem Chatbot Meta AI führt, für zielgerichtete Werbung auswerten zu wollen. Wer den Bot also nach Wandertipps befragt, könnte danach auf Instagram und Facebook Werbung für Wanderausrüstung zu sehen bekommen. Vorerst soll die neue Funktion nicht in der EU, Südkorea und Großbritannien eingeführt werden, heißt es von Meta zwar, aber das könne noch kommen.

Angesichts dieser Meldung wirkt es schon fast komisch, wenn Mosseri in seinem Insta-Video sagt, es wäre eine »grobe Verletzung der Privatsphäre«, würde man die Gespräche mithören. Völlig korrekt merkt er aber auch an, dass ein solches Vorgehen die Akkulaufzeit betroffener Smartphones spürbar reduzieren würde. Außerdem – da hat er recht – zeigt ein kleiner Leuchtpunkt oben auf dem Bildschirm an, wenn das Mikrofon aktiv ist. Heimlich geht das also nicht ohne Weiteres.

Das kann auch nach hinten losgehen

Vor allem aber bemüht sich der Meta-Manager zu erklären, welche Mechanismen das Unternehmen nutzt, um seinen Nutzerinnen und Nutzern Werbung anzeigen zu können, die zu deren Interessen passen. Dabei arbeite man mit Werbefirmen zusammen, die etwa Daten darüber sammeln, wo man sich über welche Produkte informiert und auf welche Links man geklickt hat. Wie das im Einzelnen funktioniert, erklärt der SPIEGEL in diesem Artikel. Manchmal, auch das räumt Mosseri ein, könne es auch einfach Zufall sein, dass man Werbung für ein Produkt bemerke, über das man sich gerade unterhalten habe.

Und so bleibt abzuwarten, ob das bemühte Video des Insta-Chefs tatsächlich dazu führen wird, die ewigen Abhörgerüchte aus der Welt zu schaffen. Ein Nutzer mit dem Account @oldschoolhat führt sich durch Mosseris Post in seinen Befürchtungen bestätigt. Für ihn gilt: »Genau das würde ich auch sagen, wenn ich den Gesprächen der Leute zuhören würde.«

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