Ministerien nach PHP-Lücke wieder online

2 weeks ago 5

Nach dem vorsorglichen Abschalten von Webseiten der Landesregierung wegen einer weltweiten gravierenden Sicherheitslücke gehen Internetseiten von Behörden im Land nach und nach wieder online. Die Homepages der Ministerien waren am Donnerstagmorgen weitgehend wieder erreichbar, während die Seiten zahlreicher größerer Städte weiter abgeschaltet waren. Auch einige Universitäten wie die in Heidelberg und Konstanz blieben zunächst weiter vom Netz.

Mehrere Städte verwiesen auf das kommunale Rechenzentrum Komm.One, das als landesweiter Dienstleister für die Internetseiten verantwortlich sei. Darüber seien die Webseiten abgestellt worden, wie die Sprecher von Baden-Baden und Heidelberg mitteilten. Es werde an einer Lösung gearbeitet, sagte der Sprecher aus Heidelberg. Wann die Webseiten wieder online sein würden, sei allerdings derzeit unklar. Komm.One äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht.

Die Homepages der Ministerien und Regierungspräsidien waren von Mittwochmittag an nicht mehr zugänglich, dort waren teils Hinweise auf Wartungsarbeiten zu lesen. "Die Maßnahme dient dem vorsorglichen Schutz der Infrastruktur, bis die Entwickler die erforderlichen Sicherheitsupdates bereitstellen", teilte das Staatsministerium mit.

PHP Sicherheitslücke kann gravierende Folgen haben

Angreifer könnten die Schwachstellen aus der Ferne ausnutzen, um Schadcode auf Webservern mit PHP-Anwendungen auszuführen und IT-Systeme zu kompromittieren, so der Sprecher am Mittwoch weiter. Man werde Sicherheitsupdates einspielen und die Seiten dann wieder freischalten.

Weltweit habe es "Millionen" Versuche von Hackern gegeben, die Schwachstelle auszunutzen, sagte der Chef des IT-Unternehmens Cloudflare, Matthew Prince, dem britischen Sender Sky News.

"Systeme, für die aktuell noch kein Sicherheitsupdate eingespielt werden konnte, dürfen unter keinen Umständen weiter am Netz bleiben", sagte der IT-Sicherheitsexperte Christoph Fischer der Deutschen Presse-Agentur. Er forderte ein drastisches Durchgreifen der Betreiber. "Jede ungeschützte PHP-Anwendung ist in diesem Moment eine offene Tür für Kriminelle."

Websiten offline nach Fund von Sicherheitslücke: Zunächst wenig direkte Konsequenzen für User

Hintergrund ist eine neu entdeckte, schwerwiegende Sicherheitslücke, die weltweit das Fundament zahlreicher Webseiten und Onlinedienste ins Wanken bringt. Betroffen ist die weit verbreitete Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gab eine offizielle Cybersicherheitswarnung heraus.

Für normale Internetnutzer bestand beim alltäglichen Surfen auf dem Smartphone oder PC zunächst kein direkter Handlungsbedarf, da sich die Sicherheitslücke nicht auf den Endgeräten der Anwender befindet, sondern auf den Servern im Hintergrund. Dennoch können Verbraucher indirekt betroffen sein - etwa durch Ausfälle wichtiger Onlinedienste oder potenzielle Datenabflüsse auf nicht rechtzeitig geschützten Webseiten

Read Entire Article