
Kurze, extrem auf das Smartphone zugeschnittene Videoformate erobern seit einiger Zeit den Markt. Nie gehört? Nicht schlimm: Bei sogenannten Mikro-Dramen handelt es sich um speziell im Hochformat produzierte Miniserien, deren einzelne Episoden meist nur ein bis zwei Minuten dauern. Mit ständigen Wendungen, schnellem Storytelling und fiesen Cliffhangern am Ende fast jeder Minute sind sie darauf ausgelegt, Zuschauer direkt am Smartphone zu fesseln. Eine neue Marktstudie der Analysten von Omdia soll zeigen, wer für diese Inhalte tatsächlich Geld liegen lässt: iPhone-Nutzer geben im Schnitt rund 40 Prozent mehr in solchen Apps aus als Android-Nutzer.
Ausgewertete Marktdaten von Sensor Tower belegen, dass iPhone-Besitzer durchschnittlich etwa 14 US-Dollar (ca. 13 Euro) pro Woche für entsprechende Apps aufwenden. Bei Android-Nutzern liegt dieser Wert hingegen bei rund 10 US-Dollar (ca. 9 Euro) pro Woche.
Das Geschäftsmodell basiert größtenteils darauf, dass die ersten Folgen einer Serie kostenlos sind. Wer weiterschauen möchte, muss In-App-Münzen kaufen, Werbung ansehen oder Abos abschließen. Während die reine Verbreitung der Apps über die Systeme hinweg ähnlich ausfällt, in den USA nutzen beispielsweise jeweils rund 9 bis 10 Prozent der Smartphone-Besitzer entsprechende Angebote, unterscheidet sich die Zahlungsbereitschaft je nach Region spürbar:
- Deutschland: 49 Prozent der nutzenden iPhone-Besitzer zahlen für Inhalte (Abonnements, Einzelkäufe oder In-App-Währungen), gegenüber 44 Prozent bei Android.
- Südkorea: Hier zeigt sich die größte Lücke mit 59 Prozent zahlenden iPhone-Nutzern im Vergleich zu 45 Prozent bei Android.
- Brasilien: 48 Prozent zahlende Nutzer auf dem iPhone stehen 39 Prozent auf Android gegenüber.
- USA: In den Vereinigten Staaten liegt die Zahlungsbereitschaft mit 69 Prozent (iPhone) und 68 Prozent (Android) nahezu gleichauf.
Laut Omdia widerlegen die Zahlen die weit verbreitete Annahme, dass das Genre der Mikro-Dramen hauptsächlich einkommensschwächere Zielgruppen oder reine Nischenmärkte anspricht. Für App-Entwickler und Inhaltsanbieter erweist sich die Nutzerschaft auf iOS-Geräten als besonders lukrative Zielgruppe. Schaut ihr gelegentlich in solche Kurzserien-Apps rein oder lassen euch diese Formate komplett kalt? Zumindest bei vielen unserer Kommentatoren behaupte ich, die Antwort zu kennen...
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1 month ago
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