Meinung: Künstliche Intelligenz und Superchips: Weniger ist mehr

11 months ago 10

Nach dem überraschenden Erfolg der KI-Software DeepSeek drohen der globalen Techbranche weitere Disruptionen. Das chinesische Start-up hatte Experten vergangene Woche mit der Veröffentlichung eines KI-Modells verblüfft, für dessen Entwicklung wesentlich weniger teure Hochleistungsprozessoren gebraucht worden sein sollen als bisher üblich.

Ein Mann sieht blau

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Während bekannte KI-Anwendungen wie ChatGPT zum Training noch einen Hochleistungscomputer mit 16.000 Chips des Herstellers Nvidia benö­tigten, wurde DeepSeek nach Angaben des Unternehmens mit nur rund 2000 Chips entwickelt. Nach Bekanntwerden dieser Information verloren Nvidia-Aktien drastisch an Wert, der Kursverlust vernichtete einen Börsenwert von etwa 600 Milliarden Dollar.

Experten zufolge war dies erst der Anfang einer noch dramatischeren Entwicklung: Demnächst zur Marktreife gelangende KI-Modelle sollen mit nur noch 500 Chips auskommen. In den Techlaboren mehrerer Entwickler werde sogar bereits mit Modellen experimentiert, die nur noch 20 Chips zum Training benötigen.

Manche KI-Forscher sehen hier allerdings noch kein Ende: »Letztlich ist auch ein Modell denkbar, das den Einsatz solcher Chips gänzlich überflüssig macht«, heißt es in einem Papier der US-amerikanischen Indiana University in Bloomington. Ein solches Modell könne ganz ohne das Training durch Supercomputer dennoch erstaunliche Leistungen vollbringen: »Wir erwarten einen Quantensprung zu etwas, das wir echte Intelligenz und Kreativität nennen können«, schreiben die Forscher.

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