Mammotion hat inzwischen einige Mähroboter durch meinen Garten geschickt. Den LUBA mini AWD hatte ich ebenso hier wie den Mini mit LiDAR, zuletzt kam der große LUBA 3 AWD dazu. Die Geräte konnten vor allem mit ihrer Navigation, dem Allradantrieb und der App punkten. An den Rändern blieb trotzdem Arbeit übrig. Mit dem LUBA mini 2 AWD 1500 war nun der nächste Kandidat dran. Der bringt einen 360-Grad-LiDAR und eine zusätzliche seitliche Mähscheibe mit. Vor allem Letztere hat mich interessiert, denn etwas weniger Nacharbeit am Rand wäre durchaus willkommen.
Bevor wir auf die Details schauen, muss man die Namen etwas auseinanderziehen. Der LUBA mini 2 AWD 1500 ist nicht einfach der 1000er mit mehr freigeschalteter Rasenfläche. Beim 1000er kommen drei Kameras und NetRTK zum Einsatz. Der 1500er nutzt dagegen einen 360-Grad-LiDAR und zwei Kameras. Auch der ältere LUBA mini AWD LiDAR mit seinem auffälligen Sensorturm ist ein anderes Gerät. Übersichtliche Modellbezeichnungen gehen anders.
Aufbau und Einrichtung
Optisch bleibt Mammotion beim kleinen Rennwagen. Weißes Gehäuse, vier weit außen sitzende Räder und oben der geschützte LiDAR-Sensor. Mir gefällt die Form weiterhin. Die Verarbeitung ist ordentlich, auch wenn wie üblich viel Kunststoff verbaut wird. Mit rund 58 × 46 × 29 Zentimetern und 17,2 Kilogramm sollte man „mini“ allerdings nicht mit leicht verwechseln. Wer den Roboter regelmäßig zwischen getrennten Grundstücken tragen möchte, sollte das Gewicht im Kopf behalten. Bei einer vorhandenen Mähergarage lohnt außerdem der Griff zum Zollstock. Schon beim alten LiDAR-Mini war die Bauhöhe ein Thema.
Der Aufbau ist aber schnell erledigt. Ladestation platzieren, Strom anschließen, Roboter laden und in der Mammotion-App einrichten. Eine separate RTK-Antenne müsst ihr weder aufstellen noch mit freier Sicht zum Himmel ausrichten. Auch der Begrenzungsdraht entfällt. Gerade das Wegfallen der Antenne macht die Sache angenehm unkompliziert. Die Station braucht trotzdem eine vernünftige Zufahrt. Nur weil kein Satellitenempfang für die Navigation nötig ist, passt die Basis nicht automatisch in jede noch so enge Ecke.
Für die Karte gibt es automatische und manuelle Kartierung. Bei klar erkennbaren Rasengrenzen kann die Automatik Arbeit abnehmen. Die erkannte das Testgrundstück auch nicht vollständig. Ich bevorzuge bei verwinkelten Flächen weiterhin die manuelle Runde, wie schon bei den bisherigen Mammotion-Geräten. Ihr steuert den Roboter dabei über die App wie ein ferngesteuertes Auto. Die Steuerung lässt sich dabei gut dosieren. Gerade an Beeten und Wegen ist es sinnvoll, diese erste Runde bewusst zu fahren. Die zusätzliche Randmähscheibe soll schließlich Gras erwischen und nicht ständig an Steinen entlangschleifen.
Praktisch ist, dass sich einzelne Abschnitte der Karte nachträglich korrigieren lassen. Ihr müsst also nicht alles neu anlegen, nur weil eine Ecke nicht passt. Bis zu 20 Zonen samt Verbindungswegen sind möglich. Das reicht auch für Grundstücke, auf denen Vorgarten, Seitenstreifen und die eigentliche Rasenfläche getrennt gepflegt werden sollen.
Navigation und Gelände
Der LiDAR-Sensor vermisst die Umgebung rund um den Roboter. Bäume, Mauern und andere feste Strukturen liefern ihm Orientierungspunkte. Das ist vor allem dort interessant, wo satellitenbasierte Systeme Probleme bekommen wie beispielsweise unter Baumkronen, nah am Haus oder in schmalen Durchfahrten. Die Kameras ergänzen das Ganze bei der Hinderniserkennung. Eine Mobilfunkverbindung für den Fernzugriff ist dabei etwas anderes als die eigentliche Orientierung des Mähers. Der 1500er braucht für seine LiDAR-Navigation kein NetRTK.
In der Praxis macht der Roboter das sehr gut. Er hält seine Spur sauber, fährt kontrolliert durch engere Bereiche und kommt auch auf den Verbindungen zwischen Rasenflächen ordentlich zurecht. Gerade dort merkt man, ob ein Roboter seine Position im Griff hat oder ständig korrigieren muss. Die Navigation gehört für mich zu seinen größten Stärken. Ein bisschen Planung brauchen Durchfahrten trotzdem. Ein gerader Weg zwischen zwei Beeten ist etwas anderes als eine verwinkelte Passage mit überhängenden Pflanzen.
Der Allradantrieb bleibt meiner Meinung nach ein wesentlicher Vorteil des Roboters. Auf unebenem Boden und an schwierigeren Übergängen kommt der kleine LUBA gut voran. Das Fahrwerk und die vier angetriebenen Räder machen hier einen Unterschied. Genau für solche Stellen fand ich AWD schon bei den bisherigen Lubas sinnvoll. Mammotion nennt bis zu 80 Prozent Steigung, also etwa 38,6 Grad, und bis zu 4,5 Zentimeter Überfahrhöhe. Das sind Herstellergrenzen und keine Zusage, dass jede nasse Böschung und jede kantige Schwelle klappt. Alle bisher getesteten Geräte kamen jedoch auch mit sehr unebenen und ansteigenden Flächen klar. Auf einem ebenen, rechteckigen Rasen braucht man diese Reserven ohnehin eher nicht.
Eine Schwäche sind die kleinen Abdeckungen über den Vorderrädern. Zwischen ihnen und dem Gehäuse können sich Zweige verklemmen, wenn der Roboter unter Sträucher fährt. Hebt er sich dadurch an, stoppt er. Da hilft dann auch der Allradantrieb nicht weiter. Wer viel unter Büschen mähen lassen möchte, sollte sich die bodennahen Äste vorher ansehen. Auch auf weichem, nassem Boden ist das Gewicht nicht plötzlich weg. Gerade an engen Wendestellen würde ich den Roboter dann nicht unnötig fahren lassen. Der kleine Kerl kommt zwar mit seiner Kraft gut aus und zerreißt den Rasen nicht, erzeugt auf nassen, engen Stellen aber trotzdem die offensichtliche Unordnung.
Mähleistung
Unter dem Gehäuse sitzt weiterhin ein Hauptmähwerk mit 20 Zentimetern Schnittbreite. Die Schnitthöhe lässt sich per App zwischen 20 und 65 Millimetern einstellen. Und wie sieht der Rasen danach aus? Sehr ordentlich. Der Mini fährt systematisch seine Bahnen ab und hinterlässt ein gleichmäßiges Schnittbild. Das passt zu meinen bisherigen Erfahrungen mit Mammotion. Je regelmäßiger er fährt, desto besser wird das Ergebnis. Hier und da bleibt auch mal ein Halm stehen, aber das ist nichts, was dem Nutzer den Gesamteindruck verdirbt. Einen lange nicht gemähten Rasen würde ich trotzdem schrittweise herunterbringen und nicht direkt die niedrigste Einstellung wählen.
Die 20 Zentimeter sind allerdings auch der Grund, warum ich den Mini nicht allein anhand der beworbenen 1.500 Quadratmeter auswählen würde. Mein getesteter LUBA 3 hat 40 Zentimeter Schnittbreite und ist deutlich stärker auf Fläche ausgelegt. Wie viel schneller er im jeweiligen Garten fertig ist, hängt zusätzlich von Tempo, Überlappung, Wendemanövern und Ladepausen ab. Der Mini spielt seine kompakte Bauweise eher zwischen Beeten und auf kleineren Teilflächen aus. Auf demselben Grundstück ist bspw. der Luba 3 bis zu 40 Prozent schneller fertig als der 1500.
Neu ist die zwölf Zentimeter große Mähscheibe auf der rechten Seite. Die ist meiner Meinung nach die interessantere Ergänzung gegenüber dem alten Mini. Beim LUBA 2 musste ich die letzten Zentimeter am Zaun noch mit Trimmer oder Motorsense bearbeiten. Mit dem seitlichen Mähwerk kommt der Mini 2 näher an die Kante und nimmt einem tatsächlich einen Teil dieser Nacharbeit ab. Das ist eine Verbesserung, von der man im Garten mehr hat als von noch einem zusätzlichen Rasenmuster in der App.
Ganz bis an die Wand geht es aber auch hier nicht. Mammotion nennt etwa fünf bis fünfeinhalb Zentimeter Restabstand. Ein Streifen bleibt an festen Begrenzungen also weiterhin übrig. Besser gefällt mir das Ergebnis an bündigen Übergängen. Darf der Roboter etwas über die Rasenkante hinausfahren, kann er den Rand vollständiger erreichen. Dort ist das Schnittbild entsprechend sauber. Enge Ecken und feste Hindernisse bleiben trotzdem Stellen für die Nacharbeit. Den Trimmer ersetzt die zweite Scheibe nicht vollständig.
Der eigentliche Haken sitzt bei der Schnitthöhe. Der seitliche Teller ist fest auf ungefähr 50 Millimeter eingestellt. Stellt ihr die Hauptfläche auf 30 Millimeter, folgt der Randmähteller dieser Einstellung nicht. Entsprechend kann außen ein höherer Streifen stehen bleiben. Bei rund fünf Zentimetern Rasenhöhe fällt das weniger ins Gewicht, für Liebhaber eines kurzen Rasens ist es dagegen ein ziemlich relevanter Kompromiss. Ein verstellbarer Randmähteller wäre hier die konsequentere Lösung gewesen.
App, Akku und Alltag
Die Mammotion-App gehört für mich weiterhin zu den besseren Lösungen. Zonen, Kanäle, Zeitpläne, Mähmuster und No-Go-Bereiche lassen sich flexibel verwalten. Dazu kommen Kamera-Livebild und Fernzugriff. Die Karte ist übersichtlich, und nach etwas Einarbeitung kommt man mit den wichtigsten Funktionen gut zurecht. Wer gern optimiert, bekommt reichlich Beschäftigung. Wer nur einen Startknopf möchte, muss sich nicht durch jede Einstellung arbeiten.
Ganz ohne Sucherei geht es bei den vielen Optionen allerdings nicht. Das Verhalten an Hindernissen, separate Randfahrten und die verschiedenen Mähaufträge muss man erst einmal auseinanderhalten. Das ist kein Drama, könnte stellenweise aber zugänglicher sein. Mir sind sauber bearbeitbare Karten und verlässliche Zeitpläne im Alltag wichtiger als möglichst viele Zusatzfunktionen. Die Grundlagen bekommt Mammotion aber gut hin.
Mit DropMow lässt sich eine separate Fläche einmalig mähen, ohne dafür eine dauerhafte Karte zu speichern. Für einen gelegentlich zu pflegenden Nebenbereich finde ich das sinnvoller als dekorative Rasenmuster. Den Roboter müsst ihr gegebenenfalls trotzdem hintragen. Die gut 17 Kilogramm verschwinden durch die Funktion nicht.
Im Gerät steckt ein austauschbarer 6,1-Ah-Akku. Mammotion nennt bis zu 500 Quadratmeter pro Ladung. Mit diesem Maximalwert würde ich bei einem verwinkelten Garten nicht planen. Tempo, Überlappung und die Wege zwischen den Flächen beeinflussen, wie weit der Roboter kommt. Die Ausdauer ist ordentlich, zum Flächenwunder wird der Mini dadurch aber nicht. Für große Grundstücke kommen mehrere Ladepausen dazu. Praktisch ist das adaptive Nachladen. Was das ist? Der Roboter berücksichtigt die verbleibende Arbeit und muss nicht vor jeder Fortsetzung vollständig laden. Lieber sinnvoll über den Zeitplan verteilen, als die gesamte Fläche unbedingt in ein knappes Zeitfenster zu quetschen.
WLAN, Bluetooth und 4G sind mit an Bord. Mammotion legt drei Jahre 4G-Datennutzung bei. Das ist für den Fernzugriff angenehm, aber keine lebenslange Mobilfunk-Flatrate. Eine Verlängerung wird separat angeboten und kostet euch einen Fuffi pro Jahr. Gerade wenn der Roboter auf einem Grundstück ohne WLAN arbeiten soll, gehört das zur Kostenbetrachtung dazu.
Auch die Hinderniserkennung macht insgesamt einen guten Job. Der Roboter reagiert rechtzeitig und umfährt Gegenstände kontrolliert. Daraus würde ich trotzdem keine Garantie für jeden flachen Schlauch oder jedes kleine Tier ableiten. Solche bodennahen Gegenstände waren bei anderen LiDAR-Modellen eine Schwäche. Ich bleibe deshalb bei meiner bisherigen Gewohnheit und lasse Mähroboter tagsüber fahren.
Ein bisschen Wartung bleibt ebenfalls. Klingen kontrollieren, Grasreste entfernen und die Sensoren sauber halten gehört dazu. Beim alten Mini hatte ich bereits auf die Schrauben der Messer hingewiesen, deren Köpfe durch Aufsetzen leiden können. Ein gelegentlicher Blick unter den Mäher schadet also nicht. Dass sich der Akku tauschen lässt, finde ich mit Blick auf eine längere Nutzung ebenfalls richtig.
Mein Fazit
Der LUBA mini 2 AWD 1500 hat mir insgesamt gut gefallen. Die Navigation ist präzise, das Schnittbild sauber und der Allradantrieb auf schwierigem Untergrund sinnvoll. Mit der zusätzlichen Randmähscheibe verbessert Mammotion außerdem einen Punkt, der bei den bisherigen Lubas immer etwas Nacharbeit übrigließ. Ganz erledigt ist das Thema damit nicht, aber der Fortschritt ist im Alltag nützlich.
Was mich stört, ist vor allem die feste Schnitthöhe des Randmähtellers. Wenn ich die Hauptfläche per App einstellen kann, möchte ich am Rand nicht auf fünf Zentimeter festgelegt sein. Dazu kommen die schmale reguläre Schnittbreite und das recht hohe Gewicht. Das sind keine Kleinigkeiten, wenn ihr viel Fläche in kurzer Zeit mähen oder den Roboter häufig umsetzen wollt.
Mammotion bietet das Gerät aktuell für 1.699 Euro an, der regulär ausgewiesene Preis liegt bei 1.899 Euro. Kein Schnäppchen. Im Vergleich zu den knapp 2.300 Euro meines damaligen LiDAR-Mini-Tests ist das dennoch eine andere Ausgangslage.
Habt ihr mehrere verwinkelte Rasenflächen, Bäume, schwierige Übergänge oder Hanglagen, gehört der Mini 2 auf die Liste. Für einen kleinen, flachen Garten würde ich den Aufpreis für AWD kritisch hinterfragen. Und wer möglichst viel Rasen in einem kurzen Zeitfenster mähen lassen will, sollte sich auch die breiteren Lubas ansehen. Der zusätzliche Randmähteller ist eine sinnvolle Verbesserung. Den Trimmer würde ich deshalb aber noch nicht verkaufen.
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1 month ago
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