LinkedIn: Eine Million Beiträge als KI-Slop gemeldet – in nur drei Wochen

3 hours ago 2

Klingt dieser Beitrag wie von einer KI verfasst? Ja, dachten LinkedIn-User rund eine Million mal – und meldeten es der Plattform. LinkedIn-Produktchef Hari Srinivasan machte das jetzt publik und kündigte weitere mögliche Schritte an.

Das soziale Netzwerk für den beruflichen Bereich hat massiv mit automatisch generierten Textbeiträgen von Nutzern zu kämpfen, wie eine Auswertung vorigen Monat ergab. Demnach sind über 40 Prozent aller längeren Beiträge, die Nutzer auf LinkedIn posten, vollständig KI-generiert – auch als „KI-Slop“ bezeichnet. Geprüft wurden sie mithilfe der Software Pangram, die erkennen soll, ob ein Text KI-generiert ist.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.

Als Lösung hatte LinkedIn seinen Nutzern fortan ermöglicht, KI-verdächtig wirkende Beiträge direkt zu melden. Die Option gibt es seitdem beim Klick auf die drei Punkte neben einem Beitrag. Schätzungen zufolge veröffentlichen von den rund 1,3 Milliarden LinkedIn-Nutzern weltweit nur rund drei Millionen wöchentlich Beiträge. Angenommen, jeder von ihnen postet pro Woche nur einmal, wären das neun Millionen Beiträge in drei Wochen. Mindestens denen dürfte die Million mutmaßlich rein KI-generierter Beiträge der vergangenen drei Wochen gegenüberstehen, tendenziell aber noch mehr Beiträgen.

Srinivasan nennt in einem LinkedIn-Post keine weiteren konkreten Zahlen oder Details, was mit gemeldeten Beiträgen passierte. Nur soviel: Als KI-Slop eingestufter Inhalt soll zuletzt insgesamt 40 Prozent weniger Reichweite bekommen haben. Künftig sollen Nutzer, deren Beiträge entsprechend gemeldet wurden, vielleicht sogar darüber informiert werden. Es gehe grundsätzlich immer darum, Nutzern hilfreiches Feedback zu geben. Ob die neue Funktion kommt, hänge davon ab, ob es genug Rückmeldungen zu seinem Beitrag gebe – Reichweite für den besagten Post dürfte dabei eine ebenso große Rolle spielen, wie das gewünschte Nutzerfeedback.

Gründe für die vielen KI-generierten Beiträge auf der Plattform liegen vor allem im dort üblichen Stil von Sprache und Selbstinszenierung. Sachliche, professionell geschriebene Beiträge zu Management, Karriere und Co., die hohe fachliche Kompetenz suggerieren sollen – das lässt sich bestens mithilfe von KI generieren. In den vergangenen Jahren verlagerte sich der Fokus von Brancheninformationen und -diskussionen zudem mehr in Richtung „persönliche Markenbildung“, was auch eine Rolle für den häufigen Griff zur KI spielen könnte.

(nen)

Read Entire Article