Klarnamenpflicht im Netz: Eure Meinung ist eindeutig

1 month ago 4

Neulich hatten wir das Thema hier im Blog noch einmal in einer Umfrage für Januar aufgegriffen: Die Politik, namentlich Vertreter aus Bayern und Berlin, trommelt mal wieder für die Klarnamenpflicht bzw. die Identifizierungspflicht im Netz. Das Ziel ist die alte Leier: Hass und Hetze stoppen, indem man die Anonymität schleift. Ich hatte euch gefragt, wie ihr zu der Kiste steht. Über 5.500 von euch haben abgestimmt, und die Kommentarsektion glühte auch ordentlich vor sich hin.

Das Ergebnis: Eine deutliche Ansage

Schaut man sich die nackten Zahlen an, ist die Sache klar. Eine breite Mehrheit der Leser hier hat wenig Lust auf den „gläsernen Kommentator“:

Antwort Stimmen (%) Stimmen (Absolut)
Dagegen 66 % 3.670
Dafür 29 % 1.625
Keine Meinung 5 % 269

Sicherheit vs. Freiheit: Der ewige Clinch

Interessant ist die Verteilung trotzdem. Dass fast ein Drittel der Teilnehmer (29 %) inzwischen sagt: „Ja, macht das bitte“, zeigt, dass der Ton im Netz für viele wohl eine Grenze überschritten hat. Da scheint der Wunsch nach Konsequenzen für Trolle und Hetzer schwerer zu wiegen als das Recht auf Anonymität.

Auf der anderen Seite steht die Zwei-Drittel-Mehrheit, die dem Braten nicht traut. Die Argumente aus den Kommentaren decken sich mit dem, was Datenschützer seit Jahren predigen: Wer garantiert die Datensicherheit, wenn große Seiten Ausweisdaten verifizieren müssten? Wer schützt die, die auf Anonymität angewiesen sind (Whistleblower, Menschen in prekären Lagen)?

Das Thema wird uns sicher noch eine Weile begleiten, auch wenn die Hürden auf EU-Ebene weiterhin hoch hängen. Das Stimmungsbild hier zeigt aber deutlich: Die Skepsis gegenüber staatlichen Eingriffen in die Netz-Anonymität ist bei euch ungebrochen groß. Die Angst vor dem Missbrauch der Daten und dem Ende der freien Rede wiegt schwerer als der (vielleicht gut gemeinte) Versuch, das Netz per Gesetz „höflicher“ zu machen.

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