KI-Wettrennen zwischen USA und China: Datenklau-Verdacht gegen DeepSeek

11 months ago 11

Der ChatGPT-Entwickler OpenAI und sein Partner Microsoft gehen nach Medienberichten dem Verdacht eines Datenklaus durch das chinesische Konkurrenzunternehmen DeepSeek nach, das mit seiner künstlichen Intelligenz (KI) derzeit für Furore sorgt. Dessen neuestes KI-Modell hatte die Branche zu Wochenbeginn in Aufregung versetzt, weil es hochwertige Ergebnisse liefert, in der Entwicklung aber laut Herstellerangaben deutlich billiger gewesen sein soll als etablierte Anwendungen.

Nun vermuten US-Konkurrenten, dass sich die Chinesen unzulässig bei ihnen bedient hätten, um die eigenen Kosten niedrig zu halten. Sicherheitsexperten von Microsoft hätten im vergangenen Herbst den Abfluss großer Datenmengen über eine Schnittstelle der OpenAI-Software beobachtet, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Verantwortlichen hierfür stünden mutmaßlich mit dem chinesischen Start-up DeepSeek in Verbindung.

Teure Entwicklungsschritte gespart

Auch OpenAI spricht in der »Financial Times«  von Hinweisen darauf, dass der Erfolg von DeepSeek auf eine sogenannte »Destillation« zurückzuführen sei. Hierbei nutzen KI-Entwickler die Ergebnisse von größeren Modellen und schulen damit kleinere Modelle, so sparen sie sich teure Entwicklungsschritte.

David Sacks, der die KI-Politik des US-Präsidenten Donald Trump koordiniert, bezeichnete den Diebstahl geistigen Eigentums in einem TV-Interview als möglich. »Es gibt stichhaltige Beweise, dass DeepSeek Informationen aus den KI-Modellen von OpenAI destilliert hat.«

»Wir ergreifen Gegenmaßnahmen, um unser geistiges Eigentum zu schützen«, teilte der ChatGPT-Entwickler weiter mit. »Für die Zukunft ist von entscheidender Bedeutung, dass wir eng mit der US-Regierung zusammenarbeiten, um die leistungsfähigsten Modelle bestmöglich vor den Bemühungen von Gegnern und Konkurrenten zu schützen, US-Technologien zu übernehmen.« DeepSeek war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen.

Unterdessen wird Unternehmen wie OpenAI selbst großangelegter Datenklau vorgeworfen. So haben unter anderem die »New York Times« wie auch die deutsche Verwertungsgesellschaft Gema den ChatGPT-Hersteller verklagt, weil der sich an urheberrechtlich geschütztem Material bedient haben soll, um seine KI-Modelle zu trainieren. Andere Unternehmen haben Abkommen mit OpenAI geschlossen, um ihnen Zugriff auf Daten zu gewähren.

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