Wer bei KI nur an verlorene Jobs denkt, übersieht das Wichtigste: wie viel Intelligenz Menschen künftig nutzen können. Das schreibt der promovierte Ingenieur Venkatesh Rao in einem Essay auf seinem in der Tech-Szene bekannten Blog "Contraptions". Rao vergleicht die Angst vor KI mit dem Merkantilismus, der Wirtschaftslehre vor dem Kapitalismus. Diese hielt Reichtum wie Land und Gold für begrenzt, einfache Menschen zählten nur als Arbeitskräfte. Heute behandelten viele Eliten Intelligenz genauso: als knappes, gefährliches Gut, das Experten verwalten, teuer halten und Rivalen vorenthalten sollen. Frei verfügbare KI-Modelle sähen sie als Bedrohung. Auch manche KI-Chefs nutzten Sicherheitsängste für politischen Einfluss.
Im frühen Kapitalismus arbeiteten Menschen freiwillig 300 statt 250 Tage im Jahr, um Tee oder Zucker zu kaufen. Ähnlich könnten sie heute mehr denken, weil KI bisher zu schwere oder teure Projekte möglich macht. Die Nachfrage nach Ideen wachse dann, statt Menschen überflüssig zu machen. Politisch gehe es um fairen Zugang zu KI, nicht um den Schutz alter Wissensjobs. Sogar KI-Agenten könnten laut Rao eigene Projekte verfolgen und so selbst Intelligenz nachfragen. Eigenständige KI brauche zwar Grenzen, solle aber nicht nur gehorchen.
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