Kabelfernsehen: Schwarzseher werden langsam abgeklemmt

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Ich hatte hier im Blog vor rund einem Jahr schon aufgegriffen, dass auch nach dem Ende des Nebenkostenprivilegs nur bei wenigen Mietern das Kabelfernsehen abgeschaltet worden ist. Allerdings scheint sich inzwischen doch etwas mehr zu tun, wie aus der AGF-Plattformstudie 2025 II hervorgeht. Demnach ist die Zahl der Schwarzseher mittlerweile deutlich gesunken.

Als kleiner Hintergrund: Bis Mitte 2024 ist es möglich gewesen, dass die Vermieter die Kosten für den Kabelanschluss als Teil der Betriebskosten auf die Mieter umgelegt haben. Im Zweifelsfall mussten die Mieter also mit jenen Kosten leben, egal ob sie das Kabelfernsehen wirklich nutzen wollten. Doch die Gerichte haben entschieden, dass dies inzwischen nicht mehr zulässig ist. Mieter müssen selbst entscheiden können, ob und wie sie das lineare Fernsehprogramm empfangen wollen.

Das hätte also eigentlich dazu führen müssen, dass bei vielen Kabelnutzern das Bild schwarz wird, es sei denn sie schließen selbst einen Vertrag ab. In der Praxis haben Anbieter wie Vodafone aber dann oft doch nicht den Stecker gezogen. Zum einen liegt das daran, dass teilweise vor Ort Personal aktiv werden muss, um den Zugang zu sperren. Das kostet das Unternehmen dann natürlich Geld. Zum anderen gab es auch Druck von den Privatsendern, die einen empfindlichen Reichweitenverlust befürchten mussten.

Doch inzwischen geben nur noch 33,4 % der Haushalte ohne neuen Kabelvertrag an, dass sie weiterhin das Kabelfernsehen empfangen können. Bei der letzten Erhebung waren es mit 45,9 % noch deutlich mehr. Offenbar hat man also doch einigen Schwarzsehern noch den Saft abgedreht. Darauf drängen vor allem IPTV- und OTT-Anbieter wie die Telekom, waipu.tv oder Zattoo schon lange.

Viele Haushalte haben einen neuen Kabelvertrag abgeschlossen

75,4 % der betroffenen Haushalte haben im Übrigen in der Erhebung angegeben, einen neuen Kabelvertrag abgeschlossen zu haben (via DWDL.de). 15,9 % haben wiederum jetzt eine neue Empfangsart gewählt. Das passt dazu, dass das internetbasierte Fernsehen Zuwachs erhalten hat und nun für 17,7 % der befragten Haushalte der Empfangsweg ist. Bei der vorherigen Umfrage sind es nur 11,3 % gewesen. Der Kabelanteil steht inzwischen bei insgesamt 36,2 %, während 43,4 % das lineare TV-Programm per Satellit beziehen. Dazu kommen dann noch 2,8 % mit terrestrischem Empfang.

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