Ki-generierte Grafik.
Eine Studie der University of Maryland deckt auf: 91 Prozent der US-Zeitungen verschweigen den Einsatz komplett – trotz Leser-Misstrauen.
Eine aktuelle Untersuchung der University of Maryland deckt auf, wie stark Künstliche Intelligenz bereits den amerikanischen Journalismus durchdringt. Laut der im Oktober 2025 veröffentlichten Studie sind rund neun Prozent aller neu publizierten Zeitungsartikel in den USA teilweise oder vollständig KI-generiert.
Die Forscher um Jenna Russell und Mohit Iyyer analysierten dafür mehr als 186.000 Artikel aus 1.528 Zeitungen, die zwischen Juni und September 2025 online erschienen.
Drei Kategorien der Autorenschaft
Die Wissenschaftler klassifizierten jeden Artikel in eine von drei Kategorien: "human-written" (von Menschen verfasst), "mixed" (gemischte Autorenschaft) oder "AI-generated" (KI-generiert). Während 90,9 Prozent der Texte als rein menschlich geschrieben eingestuft wurden, wiesen 3,9 Prozent Merkmale gemischter Autorenschaft auf. Weitere 5,2 Prozent stammten vollständig aus Künstlicher Intelligenz.
Für die Analyse nutzten die Forscher Pangram, einen hochpräzisen KI-Detektor mit einer Fehlerquote von nur 0,001 Prozent bei Nachrichtentexten.
Lokale Zeitungen setzen stärker auf KI
Kleine Lokalzeitungen mit einer Auflage unter 100.000 Exemplaren weisen mit 9,3 Prozent einen deutlich höheren Anteil an KI-Inhalten auf als große überregionale Blätter mit nur 1,7 Prozent.
Regional konzentriert sich die KI-Nutzung besonders auf die mittleren Atlantikstaaten und den Süden der USA. Maryland führt mit 16,5 Prozent KI-Anteil, gefolgt von Tennessee mit 13,6 Prozent.
Wetter, Technik und Gesundheit bevorzugte Themen
Wetterberichte weisen mit 27,7 Prozent die höchste KI-Wahrscheinlichkeit auf. Auch Artikel über Wissenschaft und Technologie (16,1 Prozent) sowie Gesundheitsthemen (11,7 Prozent) werden häufig automatisiert erstellt. Bei sensiblen Themen wie Konflikten (4,3 Prozent), Kriminalität (5,2 Prozent) oder Religion (5,3 Prozent) halten sich die Redaktionen zurück.
Advance Publications setzt bei Wetterberichten zu 74,4 Prozent auf Künstliche Intelligenz. Die Mediengruppe Boone Newsmedia nutzt KI am breitesten: 58,3 Prozent ihrer Technik-Artikel sind maschinell erstellt.
Meinungsartikel besonders betroffen
Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei Meinungsbeiträgen renommierter Zeitungen. Die Wissenschaftler untersuchten 45.000 Meinungsartikel der New York Times, der Washington Post und des Wall Street Journal. Zwischen Juni und September 2025 enthielten 4,56 Prozent dieser Texte KI-generierte Inhalte – 6,4-mal mehr als zeitgleich erschienene Nachrichtenartikel derselben Blätter.
Der Anstieg verlief rasant: Während 2022 praktisch keine KI-Spuren nachweisbar waren, erreichte der Anteil 2025 bereits 3,4 Prozent. Vor allem Gastautoren – Politiker, Manager und Wissenschaftler – greifen auf Künstliche Intelligenz zurück. Unter den KI-nutzenden Gastautoren finden sich prominente Namen wie der ehemalige US-Vizepräsident Mike Pence oder die Kongressabgeordnete Elise Stefanik.
Zehn Journalisten im Langzeitvergleich
Für eine Langzeitanalyse identifizierten die Wissenschaftler zehn erfahrene Reporter, die sowohl vor als auch nach der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 publizierten. Vor 2023 lag die KI-Nutzung dieser Journalisten bei nahezu null Prozent.
Bis 2025 stieg sie im Durchschnitt auf über 40 Prozent. Der produktivste Autor publizierte 2025 zu 90,1 Prozent Artikel mit KI-Beteiligung.
Transparenz fehlt fast völlig
Von 100 manuell geprüften KI-markierten Artikeln aus unterschiedlichen Zeitungen offenbarten nur fünf die Verwendung Künstlicher Intelligenz. Lediglich sieben der untersuchten Zeitungen verfügen überhaupt über öffentliche Richtlinien zum KI-Einsatz. 91 Prozent der Publikationen schweigen sich komplett aus.
Selbst Zeitungen mit klaren Regeln halten sich nicht immer daran. Die New York Post und die Michigan Daily verbieten Künstliche Intelligenz explizit, veröffentlichten aber dennoch KI-generierte Artikel.
Forderung nach klaren Standards
Die Forscher fordern klare Offenlegungsstandards. Redaktionen sollten öffentlich darlegen, welche KI-Nutzung ohne Offenlegung akzeptabel ist, welche Offenlegung erfordert und was komplett verboten bleibt. Für Meinungsbeiträge empfehlen die Wissenschaftler, dass Autoren bei Einreichung Auskunft über KI-Einsatz geben.
Umfragen des Pew Research Center zeigen: 56 Prozent der Amerikaner hätten weniger Vertrauen in einen Nachrichtenartikel, wenn sie wüssten, dass Künstliche Intelligenz ihn schrieb. 76 Prozent halten es für extrem wichtig, zu wissen, ob ein Text KI-generiert ist.
Die Untersuchung liefert die bisher umfassendste Analyse KI-generierter Texte im amerikanischen Journalismus. Sie zeigt: Künstliche Intelligenz verändert bereits jetzt journalistische Praktiken im ganzen Land – doch Leser erfahren davon fast nichts.
Disclaimer: Der Beitrag wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.



