Die Leser dieses Blogs und Interessierten an Büro-Zubehör kennen sicherlich den Hersteller Jabra. Der war hier im Blog ja schon öfter mal Gast und erst vor Kurzem sind die neuen Headsets Evolve3 85 und 75 über meine Ohren gerutscht. Dazu gesellte sich kürzlich auch unter anderem das Evolve3 65 Flex, das mir nun für einen Test vorlag.
Im Grunde ist das die mobilere Version des Evolve3 65 und damit auch ein kleines Geschwister der anderen beiden genannten Kandidaten. Warum heißt das Flex? Weil man das im Gegensatz zum normalen Evolve3 65 zusammenklappen kann und es obendrein ohne den Mikrofon-Arm um die Ecke kommt. Es handelt sich hierbei auch um ein On-Ear-Modell.
Lieferumfang, Einrichtung und erster Eindruck
Im Karton findet der Käufer das Headset selbst, ein flaches Softcase, ein USB-C-Kabel und den bekannten Jabra-Dongle für den Rechner. Das Case ist im Gegensatz zu den Geschwistermodellen kompakter und kommt in einer Halbmondform daher, da es das zusammengefaltete Headset beherbergt.
Optisch gibt es hier keine Überraschungen. Wer die aktuelle Jabra-Designsprache kennt, findet hier genau das. Der Hersteller setzt hier auf eine Kombination aus Schwarz und Dunkelgrau. Bei einem Headset für das Büro würde ich aber ehrlich gesagt auch nichts anderes erwarten. Durch den fehlenden Mikrofon-Arm sieht das Teil glücklicherweise mehr casual aus und wird daher eher wie ein Kopfhörer. Mit 143 Gramm ist es obendrein ein Leichtgewicht und auf dem Kopf nicht wirklich spürbar.
Jabra setzt bei dem Modell auf Polster mit einer Art Kunstleder, was sich auf den Ohren angenehm anfühlt und im Gegensatz zu manch anderem Modell auch nicht für schwitzige Ohren sorgt. Der Druck auf den Ohren ist sehr angenehm und man fühlt sich nicht wie in einer Schraubzwinge. Vor allem als Brillenträger habe ich da immer ein Augenmerk darauf. Andere Modelle fangen nach mehreren Stunden auf den Ohren gern mal an, die Ohren in die Mangel zu nehmen und die Bügel der Brille zwingen sich dann in die Ohrmuscheln. Ist hier nicht der Fall.
Die Einrichtung ist typisch Jabra schnell erledigt. Am Rechner steckt ihr den Dongle ein, am Smartphone koppelt ihr das Headset normal per Bluetooth (geht natürlich auch am Rechner). Dual Connectivity funktioniert ebenfalls, also parallele Verbindung mit zwei Geräten. In meinem Alltag hing das Headset meistens am Mac und am iPhone. Kommt ein Anruf rein, springt es sauber auf das passende Gerät. So, wie es sein soll und auch schon bei den anderen Geräten gut funktioniert hat.
Klang und Mikrofone im Alltag
Ihr bedient das Headset über die Tasten an den Ohrmuscheln. Lautstärke, Wiedergabe, Stummschaltung, ANC beziehungsweise HearThrough und der Teams-Button sind dabei. Das ist das Standard-Set bei Jabra. Die Tasten sind klein, nach einer kurzen Eingewöhnungszeit aber gut zu ertasten. Den Teams-Button würde ich gern frei belegen können, das hab ich nun schon paar Mal gesagt. Bin ich auch sicherlich nicht der Einzige.
Der Klang ist für ein Business-Headset in der Größe ordentlich. Jabra verbaut hier 28-mm-Treiber, die Hersteller-typisches warmes, recht ausgewogenes Klangbild, mit genug Bass für Musik nebenbei, Podcasts oder YouTube liefern. Wer sich selbst zu den Audiophilen zählt, wird damit nichts anfangen können, aber dann seid ihr hier eh falsch. Für den Arbeitstag inklusive fokussierter Musik reicht es aber. Auch das ANC ist für ein On-Ear-Headset in Ordnung, kommt aber nicht an die Kollegen von Apple, Bose und Co. heran. Wer sich komplett abschotten will, nimmt halt die Konkurrenz oder das große Over-Ear-Modell Evolve3 85. Hearthrough ist ebenfalls auf einem guten Niveau und reicht für das Büro oder das Homeoffice auch aus.
Der wichtigste Punkt bei einem Business-Headset ist logischerweise die Sprachqualität. Jabra setzt auch beim Evolve3 65 Flex auf ClearVoice und mehrere digitale Mikrofone, die Sprache von Umgebung trennen sollen. Sechs sind es insgesamt. Nach etlichen Meetings kann ich sagen, dass das gut funktioniert. In Teams kam meine Stimme klar rüber. Gesprächspartner hatten keine Probleme, mich zu verstehen. Das gilt auch für Situationen, bei denen die Geräusche im Hintergrund mal lauter sind.
In puncto Akkulaufzeit ist das Gerät auch auf einem starken Niveau. Jabra gibt hier bis zu 80 Stunden an, wenn man Musik ohne ANC hört. Bei Gesprächen sollen es maximal 16,5 Stunden sein. Im Großen und Ganzen bin ich auch an zwei komplette Arbeitstage herangekommen, was in etwa den 16 Stunden entspricht, mal mehr, mal weniger.
Das Fazit
Das Jabra Evolve3 65 Flex ist für mich vor allem dann interessant, wenn ein Headset nicht nur am Schreibtisch liegen soll. Es ist leicht, lässt sich zusammenklappen und sieht durch den fehlenden Mikrofonarm auch unauffällig aus. Dazu kommen ein angenehmer Sitz (auch mit Brille) und eine Sprachqualität, auf die ich mich in meinen Meetings verlassen konnte.
Klang, ANC und HearThrough passen zum Arbeitsalltag. Wer sich möglichst stark abschotten oder Musik besonders detailreich hören will, ist hier aber nicht an der richtigen Adresse. Unterm Strich ist das Flex ein interessanter Kandidat, den man sich anschauen sollte, wenn man auf der Suche nach einem Gerät für den Rucksack ist. Mit über 200 Euro ist es aber Jabra-typisch auch kein Schnapper.
Info
Das Testgerät wurde mir auf Nachfrage kostenlos zu Prüfzwecken zur Verfügung gestellt. Es gab keinen Einfluss von Dritten auf meinen Test, noch erhielt der Hersteller vor der Veröffentlichung einen Entwurf. Es bestand keine Verpflichtung zur Veröffentlichung.
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2 weeks ago
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