Insta360 X6 ausprobiert: Mit diversen Verbesserungen zurück an die Spitze?

2 weeks ago 14

 Mit diversen Verbesserungen zurück an die Spitze?

Mit der Insta360 X6 hat im Sommer Insta360 sein neues Flaggschiff-Modell für 360-Grad-Aufnahmen vorgestellt, nachdem man im vergangenen Jahr mit der DJI Osmo 360 doch spürbare Konkurrenz bekommen hat. Bei der Insta360 X6 hat man die Bauform geändert und auch weitere weitreichende Veränderungen vorgenommen. Grund genug für mich, nachdem ich auch die Osmo 360 II unter die Lupe genommen habe, mal etwas genauer hinzuschauen. Für meine Eindrücke ist hier das Essentials-Bundle mit Selfiestick und Zusatzakku sowie externem Lade-Case eingetrudelt, mit welchem ich erste Erfahrungen sammeln konnte. Zählpixel

Ein Blick auf die technischen Eckdaten verrät, dass auch Insta360 nun auf zwei 1/1,1 Zoll große Sensoren baut, welcher 8K-Aufnahmen mit bis zu 50 FPS ermöglicht. Die Sensoren setzen auf eine Blende von f/2.0. Aufnahmen lassen sich in Dolby Vision tätigen. 360-Grad-Fotos lösen mit 120 Megapixeln auf, während reguläre Fotos bei 42 Megapixeln liegen. InstaFrame 2.0 erlaubt das Tracken von Menschen, Haustieren oder Objekten im Bildausschnitt.

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Auf der Front kommt ein 2,32 Zoll großer OLED-Screen mit Touch-Unterstützung zum Einsatz. Zu den Schnittstellen der Insta360 X6 zählen Wi-Fi 6, USB-C (3.0) und Bluetooth 5.3. Verbaut ist ein interner, 47 GB großer Speicher für Videoaufnahmen. Der Akku soll mit seinen 2.600 mAh bis zu 140 Minuten im 8K-Modus erlauben.

Ausgepackt & eingerichtet

Die Insta360 X6 wirkt weniger als kompakt ursprünglich gedacht, gerade mit der Osmo 360 II im Vergleich vor dem inneren Auge. Der neue Formfaktor steht ihr aber dennoch ausgesprochen gut. Ansonsten: An Verarbeitung und den verwendeten Materialien lässt sich nichts meckern: Alles fasst sich wertig an und es ist gut verarbeitet. Einzig das Akku-Case hat mich diesbezüglich enttäuscht: Das wirkt schon echt klapprig und der Deckel sitzt auch nicht satt. Auffallend: Die Klappen für den Akku und den USB-C-Anschluss verfügen allerdings nicht über einen Sicherheitsmechanismus, sondern lassen sich direkt in eine Richtung aufschieben. Der Kopplungsprozess und die Ersteinrichtung mit der App gehen schnell von der Hand. Auch hier: Zur Nutzung bedarf es einer Registrierung bei Insta360.

 Mit diversen Verbesserungen zurück an die Spitze?

Bis auf meine Erfahrungen mit der Osmo 360 II, die auch noch sehr frisch sind, bin ich im Bereich der 360-Grad-Aufnahmen eher ein Neuling, entsprechend sind diverse Äußerungen mit der Lupe eines unbedarften Nutzers zu verstehen. Wo es sich anbietet, ziehe ich auch den Vergleich zum Konkurrenz-Modell von DJI.

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Die Insta360 X6 im Praxistest: 360-Grad-Aufnahmen

Die Insta360 X6 bietet diverse Aufnahme-Modi, um auch direkt flache Videos aufzunehmen, die keine Nachbearbeitung erfordern. Und ich hatte es bei der Osmo bereits erwähnt: In den meisten Fällen ist es tatsächlich notwendig, das 360-Grad-Material zu bearbeiten, bevor man es teilt und sinnvoll anschauen kann. Da ändert auch der beworbene KI-Regisseur nichts dran. Der soll, so das Versprechen, im Hintergrund und lokal beim Aufladen der X6 das Material zusammenschnippeln. Das Ergebnis bei mir eher nicht so überzeugend und da fehlt es auch an Zuverlässigkeit und konkretem Einfluss aufs Ergebnis. Zudem: Das ist nichts für Personen, die am liebsten sofort Material zum Teilen für Social Media haben wollen, denn das Ganze läuft über Nacht. Kann ich mir für die Zukunft für solche Geräte als spannend vorstellen, wenn es zuverlässig ist.

Man hat eben andersherum mehr Spielraum was die Aufnahmen angeht und muss nicht darauf achten, dass alles vom perfekten Winkel im Kameraausschnitt ist. Auch hier: Das Ergebnis sind nachher eher weitwinklige Aufnahmen, das ist für Actioncam-Aufnahmen sicher in Ordnung, wirkt aber eben für Reise-Vlogs und Co nicht ganz so ästhetisch. Das ist aber kein spezielles Problem der Insta360 X6 und eher eine Sache der Produktkategorie – bei der Osmo 360 II analog.

Die getätigten Aufnahmen sind kontrastreich und verfügen über eine realistische Farbdarstellung. Auch wenn das Stitching und auch das Entfernen des Selfiesticks in den meisten Fällen zuverlässig ist: Fehlerlos ist es nicht und so fallen doch immer wieder Bildartefakte auf. Umso weiter entfernt von der Kamera, umso eher fehlt es an Bildschärfe. Unterm Strich: Die Bildqualität schenkt sich nichts zur Osmo 360 II, aufgeschlossen hat man dann allemal, man sticht auf der anderen Seite aber auch nicht mit besseren Aufnahmen hervor. Bei Dämmerung hatte die Osmo etwas Probleme, die sind mir bei der Insta360 X6 eher nicht aufgefallen. Im Blindtest würde ich wohl wechselnd Aufnahmen beider 360-Grad-Kameras auswählen – es hat also keiner so wirklich die Nase vorn.

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Bedienung, Handling & Co

Schön ist das große OLED-Display. Das ermöglicht wirklich einen ordentlichen Einblick aufs Bild. Mit seinen bis zu 1.200 Nits lässt sich das auch klasse bei Sonneneinstrahlung ablesen. Mit den abgerundeten Rändern spiegelt das aber zeitweise etwas mehr als mir lieb ist, das ist aber nicht weiter schlimm. Die Touch-Bedienung des Aufnahmeknopfs erinnert etwas an das drucksensitive Force Touch wie wir es damals von Apple kannten. Fand ich prima, da es so keine Fehlbedienungen gibt, gerade wenn man die Kamera auch mal ohne Stick in der Hand hat.

 Mit diversen Verbesserungen zurück an die Spitze?

Punkten konnte die Insta360 X6 bei mir vor allem mit dem ausgeklügelten Bedienkonzept und Handling. Das sind mehrere kleine Dinge, die man da einfach besser macht als DJI. Angefangen bei den Tasten, die durch die Platzierung an der Seite, welche eine nahezu blinde Bedienung erlaubt, über die Shortcut-Taste an der Front.

 Mit diversen Verbesserungen zurück an die Spitze?

Was ich ebenfalls richtig gut gemacht finde: Man kommuniziert die Aufnahme auf verschiedene Weisen. So gibt es eine LED-Anzeige sowohl gegenüberliegend vom Display, als auch unten - was praktisch sichtbar ist, wenn die X6 an der langen Stange geführt wird. Sehr cool ist auch das haptische Feedback per Vibration. So weiß man immer direkt, dass die Aufnahme erfolgreich gestartet wurde. Bonuspunkt: Man spürt das haptische Feedback nicht nur direkt an der Kamera, sondern auch am Stick.

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Auf der anderen Seite und auf die Gefahr hin, dass ich da diverse widersprechende Kommentare ernte: Aber in meiner kurzen, bisherigen Nutzungszeit bin ich mit der App und Bearbeitung bei DJI eher warm geworden. Die Insta360-App wirkt für mich da oftmals auch sehr überladen, während für mich die DJI-Mimo-App da eher intuitiv war.

Kleinere Randnotizen – Was ich sonst noch so erwähnen möchte

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Ich hatte bereits das etwas klapprige Lade-Case moniert. Zudem muss man zum Checken des Akkustands das Case auch wirklich öffnen, bevor die LED den Status kommuniziert. Außerdem passen, aufgrund der größeren Kapazität, auch nur zwei Akkus ins Case. Die höhere Kapazität wirkt sich positiv auf die Akkulaufzeit aus, die für mein Gefühl eine gute Ecke oberhalb der Osmo 360 II liegt. Da würde der X6 auch der größere interne Speicher stehen.

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Ein aktiviertes Wasserzeichen beim Export sollte meiner Meinung nach keine Standardeinstellung sein, lässt sich allerdings deaktivieren.

 Mit diversen Verbesserungen zurück an die Spitze?

Die Insta360 X6 erlaubt es, das eng anliegende Neopren-Case überzustülpen, auch wenn sie auf dem Selfiestick angebracht bleibt. Das ist praktisch. Kritisch sehe ich aber, dass der Linsenschutz damit nicht kompatibel ist. Sprich: Entweder Tasche oder Linsenschutz. Letzteren halte ich aber, aufgrund des Schutzes vor Stößen unabdingbar. Klar: Die Linsen lassen sich problemlos selbst tauschen, lässt sich aber eben auch vermeiden durch entsprechenden Schutz.

 Mit diversen Verbesserungen zurück an die Spitze?

Spannend fand ich: Die App kann die Insta360 X6 aufwecken, auch wenn sie am anderen Ende des Raumes liegt. Etwa, um ein Update einzuspielen oder um auf das Material zuzugreifen.

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Die magnetische Aufnahme auf der Unterseite konnte ich nicht testen, da kein entsprechendes Zubehör beilag. Der Selfiestick wurde bei mir direkt über das Stativgewinde montiert genutzt. Sprich: Da gibt es auch keine Möglichkeit zum Neigen, wie mit dem Zubehör-Bundle, welches ich bei der Osmo 360 II nutzen konnte.

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Unschön, aber hoffentlich eine Software-Angelegenheit, die sich mal mit einem zukünftigen Update klärt: Startet man die Aufnahme, dann erfolgt eine kurze Reaktionszeit beziehungsweise Gedenksekunde, bis die Aufnahme tatsächlich (sichtbar) läuft. Das wirkt etwas träge und sollte in meinen Augen nicht so sein.

Fazit

Mit Blick auf die Bildqualität schenken sich DJI Osmo 360 II und die Insta360 X6 nicht viel und Insta360 hat zumindest die Hausaufgaben gemacht und hardwareseitig wieder aufgeschlossen. Beide liefern ein kontrastreiches Bild, sind aber beim Stitching nicht immer fehlerfrei unterwegs. Mit Bildschärfe einer Smartphone-Kamera oder den entsprechenden Pocket-Kameras aus den Portfolios beider Hersteller kann man da, auch vom cinematischen Bildlook, schlicht nicht mithalten. Die Stärke liegt hier dabei, hinterher den Bildausschnitt festlegen zu können. Ich fände daher eher entscheidend, in welchem Hardware-Ökosystem ihr da sonst so unterwegs seid, etwa um die Mikrofone direkt und kabellos anzubinden.

 Mit diversen Verbesserungen zurück an die Spitze?

Seid ihr da noch mit keinem Hersteller verbandelt, dann hat die Insta360 X6 in meinen Augen die Nase beim Bedienkonzept und Handling vorne. Die Bedienung per Touch, Tasten und auch das entsprechende Feedback per Vibration oder LED ist da runder gelungen. Zudem erkennt man auf dem erheblich größeren Display der X6 wesentlich mehr und auch bei der Akkulaufzeit punktet Insta360. Abgeholt hat mich DJI hingegen eher bei der Bearbeitung über die nicht so überladene mobile Smartphone-App, wenngleich Insta360 da weiterhin die langjährige Erfahrung und mehr Möglichkeiten mitbringt. Zudem: Das Akku-Ladecase wirkt hier wesentlich wertiger.

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