Größter Ukraine-Angriff auf Moskau

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Stand: 21.09.2026, 13:18 Uhr

Von: Lisa Weegner

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Die Ukraine greift Moskau mit ihrem bislang größten kombinierten Drohnen- und Raketenpaket an.

Kiew – Hunderte Drohnen im Anflug auf Moskau, Feuer in einer der größten Raffinerien Russlands: Die Ukraine hat in der Nacht vom 19. auf den 20. September ihren bislang größten kombinierten Drohnen- und Raketenangriff auf strategische Ziele im Raum Moskau geflogen, wie das US-Institut Institute for the Study of War (ISW) berichtet.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Getroffen wurden demnach unter anderem eine wichtige Ölraffinerie und ein Logistikkomplex. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von dem bislang größten Drohnenangriff auf die russische Hauptstadt. Allein 450 Drohnen seien im Anflug auf Moskau abgeschossen worden.

 So groß war noch kein Drohnenangriff auf Moskau

Die Ukraine greift Moskau mit ihrem bislang größten kombinierten Drohnen- und Raketenpaket an. © © IMAGO / SNA / Symbolbild

Insgesamt meldeten russische Stellen seit dem 19. September mehr als 1.600 abgefangene ukrainische Drohnen, wie ISW berichtet. Der ukrainische Generalstab erklärte laut ISW, die Gazpromneft-Raffinerie im Moskauer Stadtteil Kapotnja sei getroffen worden. Dort sei ein großes Feuer ausgebrochen.

Hunderte Drohnen auf dem Weg nach Moskau

Beschädigt worden seien unter anderem eine zentrale Anlage zur ersten Verarbeitung von Rohöl vom Typ AVT-6 sowie weitere Teile der Raffinerie. Die Anlage verarbeitet jährlich rund zwölf Millionen Tonnen Rohöl und gehört damit zu den größten Raffinerien Russlands.

Auch der ukrainische Rüstungshersteller FirePoint meldete Treffer auf die Raffinerie sowie auf Lagerhallen des Logistikunternehmens Modern Warehouse Technologies bei Sofjino. Die Raffinerie habe ihre Verarbeitung zeitweise stoppen müssen.

Der Anteil stillstehender russischer Raffineriekapazität sei dadurch von zehn auf 14 Prozent gestiegen, erklärte das Unternehmen laut ISW.

Selenskyj bestätigt Treffer im Raum Moskau

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angriffe ebenfalls. „Unsere Langstreckenangriffe hatten gestern Abend im Raum Moskau eine sehr bedeutende Wirkung“, erklärte er. Getroffen worden seien „eine der wichtigsten Anlagen der russischen Ölindustrie“ sowie eine Logistikanlage. Diese Anlagen stünden für Milliarden, die Russlands Kriegsführung finanzierten.

Selenskyj nannte auch die eingesetzten Systeme. Dazu gehörten seinen Angaben zufolge unter anderem FP-1, RZ-100 und MICH-2000 sowie Paljanyzja, Vendetta und Ljutyj. Außerdem führte er Bars und Sichen, den Flamingo-Marschflugkörper sowie das neue Angriffsmittel Pelican auf.

Rätsel um neues ukrainisches System

Was sich hinter Pelican genau verbirgt, ist unklar. Ein russischer Militärblogger brachte die Bezeichnung laut ISW mit der neuen ukrainischen ballistischen Rakete FP-7 in Verbindung. Eine ukrainische Open-Source-Auswertung bezeichnete Pelican dagegen als Einweg-Angriffsdrohne. ISW konnte den Einsatz von FP-7-Raketen bei dem Angriff nicht unabhängig bestätigen.

Geolokalisierte Aufnahmen vom 20. September zeigen große Brände an der Raffinerie und dem Lagerkomplex, wie ISW weiter berichtet. Russische Behörden bestätigten demnach ukrainische Angriffe in 17 Kommunen des Moskauer Gebiets sowie Feuer an beiden Standorten.

Kritik an fehlenden Warnungen

Der Angriff löste im Moskauer Gebiet auch Kritik an den Behörden aus. Bewohner beklagten laut ISW, dass weder Warnsirenen ertönten noch SMS vor den anfliegenden Waffen warnten. Gleichzeitig schränkten die Behörden den Mobilfunk ein.

Ein kremlnaher russischer Militärblogger kritisierte die Reaktion der Behörden ebenfalls. Die Einschränkungen des Mobilfunks würden „nicht wirklich helfen“, schrieb er laut ISW. Der Umgang mit dem Angriff untergrabe zudem das Vertrauen der Bevölkerung.

Die Angriffswelle fiel auf den letzten Tag der russischen Parlamentswahl. An der Front verzeichnete ISW für denselben Zeitraum weder auf russischer noch auf ukrainischer Seite Geländegewinne. Quellen: Institute for the Study of War, Selenskyj / Facebook, Ukrinform, nif/red.

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