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Wie auch in den letzten Jahren, so gab es schon weit vor der offiziellen Vorstellung zahlreiche Leaks und Gerüchte rund um die Pixel 10. Schnell war klar: Das Pixel 10 wird sich zumindest in Sachen Aussehen nur sehr wenig vom Vorgängermodell unterscheiden. Stattdessen würde die Hardware optimiert oder modernisiert (Stichwort Tensor G5) und Google wird vor allem viel auf KI-Integrationen setzen.
Und so gab es bei der Vorstellung der Geräte am 20. August dieses Jahres dann auch wenig Überraschungen. Die Geräte wurde verschiedenen Redaktionen vorab für Tests zugeschickt, so erreichte mich hier beispielsweise auch das Pixel 10 Pro XL in der Farbe Moonstone, das Pixel 10 Pro in Lemongrass und etwas später auch das Pixel 10 in Lemongrass. Für meinen ersten Kurzbericht werde ich mich primär auf die Pro-Modelle beziehen, das Pixel 10 bekommt noch einen kleinen Extrabericht. Eine Übersicht über sämtliche Spezifikationen der Geräte hatten wir hier für euch zusammengefasst.
Das Pixel 10 Pro in Lemongrass:
Die Pro-Modelle sind sich bis auf ihre Größe außerordentlich gleich. Das LTPO-Display beim normalen Pro misst 6,3 Zoll und löst mit 1.280 x 2.856 Pixeln auf bei 495 ppi. Das Pixel 10 Pro XL hingegen misst im Display 6,8 Zoll, löst mit 1.344 x 2.992 Pixeln auf, das Ganze bei 486 ppi. Der Akku des 10 Pro verspricht 4.870 mAh, das XL kommt mit 5.200 mAh daher. Beide unterstützen, wie auch das Pixel 10, kabelloses Laden per Pixelsnap – beim Pro sind es maximal 15 Watt (Qi 2.0), beim Pro XL sind es bis zu 25 Watt (dank Qi 2.2). Auch beim kabelgebundenen Aufladen gibt es Unterschiede. So lädt das 10 Pro mit maximal 30 Watt, das 10 Pro XL mit maximal 45 Watt.
Während beide Modelle mit 16 GB Arbeitsspeicher ausgerüstet sind, startet nur das einfache Pro-Modell noch mit 128 GB internem Speicher in der kleinsten Ausführung. Das XL-Modell – und das ist für mich persönlich ein riesiges Plus – startet mit 256 GB. Beide Modelle sind auch mit 512, bzw. 1 TB (Zoned UFS) Speicher verfügbar.
Kameras? Die fallen sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite bei beiden Pro-Modellen identisch aus, hier hat das XL-Modell also keine Vorteile zu bieten. Das gilt ebenso für die Kamera-Features, ob nun mit oder ohne KI. Wer sich für ein Pro-Modell entscheidet, muss im Grunde nur noch darüber sinnieren, welche Gerätegröße eher den eigenen Sweet-Spot trifft und wie sich die eigenen Vorstellungen mit dem kabellosen Laden und dem internen Speicher decken.
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Links das Pixel 9 Pro XL, rechts das neue Pixel 10 Pro XL
Das Pixel 10 Pro XL und auch sein kleinerer Bruder geben genau die gleiche Haptik wieder, die man auch schon beim Begrabbeln der 9-er-Serie erfahren konnte. Während das einfache Pro mit einem mattierten Alu-Rahmen ausgestattet ist (empfinde ich persönlich als die hübschere Variante), glänzt der Rahmen des XL-Modells. Wirkt am Ende natürlich schon mehr nach Premium, aber ist halt auch anfälliger für Fingerabdrücke. Der SIM-Slot ist ans obere Geräte-Ende gewandert, unten sitzen nun symmetrisch verteilt die beiden Lautsprecheröffnungen, unterbrochen vom USB-C-Anschluss.
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Da ich das Pixel 9 Pro XL auch hier habe, konnte ich dann auch direkt mal testen, ob sich – die Abmessungen des neuen Geräts haben sich ja kaum geändert – alte Hüllen wiederverwenden lassen. Und tadaa: Nein, da muss leider erneut ins Portemonnaie gegriffen werden, vor allem der Kamera-Buckel auf der Rückseite wurde in seiner Größe verändert, ebenso die Höhe der Tasten an der Seite, da passt nix mehr.
So hatten ja schon vor der Vorstellung von Pixelsnap unterschiedliche Case-Hersteller wie Spigen, Ringke oder auch dbrand Hüllen für die Vorgängermodelle veröffentlicht, welche direkt Magneten zum besseren Halt mit MagSafe-Ladern integriert hatten. Mein mous-Case vom 9 Pro XL hätte ich beispielsweise sehr gern auch am 10 Pro XL verwendet.
An Bord befindet sich von Haus aus Android 16. Material Design 3 (Expressive) hat hier auch komplett Einzug gehalten. Die Displays sind weiterhin absolut großartig und mit maximal 120 Hz Bildwiederholrate geht die Bedienung butterweich von der Hand. Kennt man aber alles auch vom Vorgänger.
Neu ist ja beispielsweise der Tensor G5, welcher eine bis zu 60 Prozent leistungsfähigere GPU und eine bis zu 30 Prozent schnellere CPU mitbringen soll. Im normalen Bedien-Alltag spürt man davon absolut gar nichts, da muss ich euch nichts vormachen. Sprich: Telefonieren, Texten, im Internet surfen, Social Media, Musikhören oder durch das System navigieren – alles Dinge, wo der neue Prozessor nicht zu spüren ist. Beim Gaming habe ich dann aber doch den Eindruck, dass viele der von mir gespielten Games besser fluppen, darunter Genshin Impact, vor allem aber auch MO.CO. Hier sind deutlich seltener Frameraten-Einbrüche zu bemerken, wenn mal wieder ein Effektgewitter auf dem Bildschirm ausbricht.
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Ich bleibe aber dabei: Googles Pixel-Geräte sind auch in Iteration 10 nicht zu Gaming-Phones mutiert. Das sollen sie ja aber auch gar nicht, denn für den gezielten Einsatz zum Zocken zeichnen sich andere Unternehmen wie Asus oder auch RedMagic verantwortlich. Stattdessen sorgt beispielsweise der neue Tensor G5 dafür, dass in den Geräten das aktuellste Gemini-Nano-Modell lokal zum Einsatz kommt, um On-Device-KI-Funktionen anzubieten. Dazu zählt beispielsweise das Übersetzen von Anrufen in Echtzeit oder auch der Kamera-Coach, der euch beim Knipsen von Fotos unterstützen kann.
Magic Cue – auch wenn es von mir noch nicht getestet werden konnte – ist auch so eine Funktion, die mit Sicherheit noch zahlreiche Fans finden wird, sofern sie hierzulande vollumfänglich starten kann. Beispiel: Ihr textet mit Freunden über Ideen, das Wochenende an einer netten Location am Tiefwarensee an der Müritz zu verbringen. Magic Cue könnte euch in den Fall dann als kleines Snippet unter dem Chat eine oder zwei Unterkünfte am See vorschlagen, die ihr mitsamt Maps-Eintrag dann im Chat teilen und besprechen könnt. Beim Telefonat mit der Arztpraxis bezüglich eines neuen Termins agiert der KI-Agent im Hintergrund und erstellt für euch eine Karte mit dem Eintrag „Arzttermin am XX.XX. um YY:YY Uhr bei Arzt ZZ“, die ihr anschließend antippen und die Informationen direkt in euren Kalender übertragen könnt.
Man kann es sich aber schon jetzt ausmalen: Nicht jedermann wird damit einverstanden sein, dass eine System-KI so tief in persönlichen Informationen umherschnuppert, so sehr Google auch beteuern kann, dass alles rein „On-Device“ passiere. Aber so verhält es sich ja oft mit neuen Features und Funktionen, am Ende wird es immer mindestens zwei Lager geben.

Richtig nützlich finde ich den Kamera Coach, welcher direkt in die Kamera-App integriert ist und so bestimmt auch noch mindestens auf die Pixel-9-Serie kommen könnte. Damit spricht Google vor allem diejenigen Nutzer an, die zwar wissen, dass das Pixel eine sehr gute Kamera besitzt, aber ihr Motiv dennoch nicht richtig in Szene zu setzen wissen. Man öffnet die App, landet im Sucher und richtet die Kamera auf das Motiv aus. Oben rechts im Sucher ist ein kleines Kamera-Symbol mit Sternchen zu erkennen, welches den Kamera Coach startet, der gemeinsam mit euch anhand des genutzten Kamera-Modus versucht, das perfekte Foto hinzubekommen. So erhaltet ihr im Porträtmodus andere Vorschläge als im normalen Foto-Modus. Für Videos gibt es das Feature aber bislang noch nicht.
Der Coach scannt dann kurz den Bildinhalt des Suchers und erfragt anschließend, welchen Inhalt ihr davon hervorheben oder eben ablichten möchtet. Einmal ausgewählt erstellt euch das System dann eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, durch die ihr euch anschließend durchtippen und die jeweiligen Vorschläge einhalten könnt. Alles optional natürlich, das Feature lässt sich jederzeit beenden.
Kombiniert mit Gemini Live, was ich fast täglich nutze oder auch dem sehr nützlichen Circle to Search, ergibt sich bei der Pixel-10-Serie ein Eerlebnis, das mich als Nutzer sehr zufriedenstellt. Ein schnell agierendes Smartphone mit Funktionen, die mir den Alltag hier und da erleichtern – sofern ich bereit bin, mich auf KI einzulassen, aber eben nicht ausschließlich zu verlassen.
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Dann wäre da noch Pixelsnap, Googles MagSafe. Man hat nun direkt im Pixelsnap-Gerät eingelassene Magneten, die sich mit dem Ladering des Pixel-10-Phones verbinden und für einen äußerst stabilen Halt beim Aufladen sorgen. Das Ganze ist, ich hatte es schon erwähnt, Qi-2-kompatibel, unterstützt also auch höhere Ladeleistungen beim kabellosen Aufladen.
Leider konnte mir Google bisher noch keine Pixelsnap-Produkte zum Ausprobieren zukommen lassen, weshalb ich die neuen Testgeräte allesamt mit meinem älteren MagSafe-Charger ausprobierte. Bezüglich der Ladeleistung melde ich mich dann zu gegebener Zeit nochmal mit Pixelsnap zurück, zum Halt kann ich aber wohl schon bestätigen, dass sich hier eine absolut großartige Lösung eingefunden hat, mit der wirklich auch alle bisherigen MagSafe-unterstützenden Produkte wie Lader, Powerbänke, Wallets und mehr enorm stabil am Pixel 10 halten.
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Beim Akku habe ich ja den direkten Vergleich mit meinem Pixel 9 Pro XL, vorher 5.060 mAh, beim Pixel 10 Pro XL nun 5.200 mAh. Beide Geräte können dank Fast Charging (mit mindestens 45-W-USB-C-Ladegerät) in knapp einer halben Stunde von 0 auf etwa 70 % aufgeladen werden – soweit nichts Neues. Doch auch im direkten Vergleich ergibt sich beim Pixel 10 Pro XL maximal eine halbe Stunde mehr Nutzungszeit, wenn ich beide Geräte gleich einsetze. Das ist bei dem mAh-Sprung auch gar nicht anders zu erwarten, wenngleich man sich natürlich wünscht, dass der neue Tensor G5 parallel auch um einiges energieeffizienter arbeitet. Tut er sicher, spürt man aber nicht in dem Umfang, wie es vielleicht der eine oder andere erwartet hätte.
Es bleibt dabei: Weiterhin ist ausschließlich eure persönliche Nutzung im Alltag verantwortlich dafür, wie schnell sich der Akku entleert. Ich komme mehr als problemlos über den Tag und könnte auch den Folgetag problemlos ohne Aufladen zwischendurch angehen, wenn ich dann nach Feierabend ein Ladekabel zu Verfügung habe.
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Dieses Jahr ist es gar nicht so einfach, bezugnehmend auf die Kamera der neuen Pixel-Modelle einfach nur wieder zu sagen, dass sie weiterhin eine großartige Point-and-Shoot-Kamera ist, bei der man in den meisten Fällen auch ohne viel Erfahrung richtig gute Aufnahmen erhält. Das ist sie zwar weiterhin, die Kameras unterscheiden sich aber in der neuen Serie an einigen Stellen dann doch auffallend.
-> zum Album mit den ungeschnittenen, unkomprimierten Aufnahmen
SuperRes Zoom kannte man bereits von den vorherigen Modellen, neu ist der sogenannte Pro Res Zoom, nur beim einfach Pixel 10 ist es weiterhin SuperRes. Pro Res Zoom ermöglicht eine Vergrößerung auf maximal 100-fachen-Zoom. Einleuchtend, dass bei der Sensorik auch irgendwo mal Schluss ist und bei 100-facher Vergrößerung dann keine grundsolide scharfen Fotos mehr bei rauskommen. Hier muss die KI aushelfen und ich hatte da anfangs auch so meine Zweifel, was da am Ende bei rauskommen soll. So schreibt Google klar davon, dass „generative KI“ eingesetzt wird, um die Bilder auszubessern.
So kommt es dann auch je nach Motiv dazu, dass die KI dann vielleicht keine einwandfreien Ergebnisse abliefert, stattdessen eher komisch wirkende Objekte erzeugt, die dem eigentlichen Motiv nur noch ähneln. Das war aber in meinem Test glücklicherweise die seltene Ausnahme – fliegende Möwen mag das System beispielsweise nicht sonderlich.
Beispiele des Pro-Res-Zooms mit und ohne KI-Verbesserungen:
Die KI-Ausbesserung des Pro-Resolution-Zooms, so voll ausgeschrieben, schaltet sich ab 30-facher Vergrößerung dazu. Ihr erhaltet aber immer das Originalbild in der jeweiligen Auflösung, das KI-verbesserte Bild gibt’s on top. In meinem Test waren da teils recht beeindruckende Ergebnisse dabei, wo die KI selbst kleine Details ziemlich originalgetreu wiederherstellen konnte. Klappt aber mit Sicherheit eben nicht bei jedem Versuch, wie man sich vorstellen kann. Text ist im Übrigen derzeit eher als Nemesis für das Feature zu betrachten, da jener in den genannten Zoomstufen von der KI kaum bis gar nicht mehr sinnvoll erkannt und wiedergegeben wird. Für Zoomies: Die vorgegebenen Tasten für feste Zoomstufen sind in den Pro-Modellen nun 1x, 2x, 5x und 10x.
Die Qualität der Bilder bleibt über alle drei Linsen hinweg gleich gut, da kann ich wirklich nicht meckern. Der eine oder andere mag sich an der etwas HDR-lastigen Optimierung der Pixel-Geräte stören, ich bin hingegen recht angetan von den Ergebnissen. Auch bleiben sich die drei Linsen bei der Belichtung und ihrer Farbtreue einig. Die Pro-Modelle unterstützen neuerdings 4K60-Videoaufnahmen auch ohne den Video Boost. Den HDR-Video-Boost für 4K60 gibt es nun zudem auch mit der Ultraweitwinkelkamera.
Dennoch verwundert es ein wenig, dass Google bei der Hardware der Kameras kaum nennenswerte Upgrades im Vergleich zum Vorgänger anbietet. Soll nicht heißen, dass die verwendete Hardware schlecht oder gar veraltet wäre, aber statt vorrangig der KI die Optimierungen zu überlassen, wären mit Sicherheit auch aktuellere Sensoren eine begrüßenswerte Ergänzung.
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Lohnt ein Upgrade vom Pixel 9 Pro XL / Pixel 9 Pro auf eines der neuen Modelle? In meinen Augen sollte man dann lieber noch ein Jahr warten, zumal ich mir durchaus vorstellen könnte, dass das eine oder andere KI-Feature der 10er-Reihe auch seinen Weg auf einen der Vorgänger findet. Das Pixel 10 Pro XL (gilt auch für das einfach Pro) ist für mich das etwas bessere Pixel 9 Pro XL, was in der Tat vor allem an den KI-Funktionen liegt und der Tatsache, dass man hier mittlerweile auf die 128 GB verzichtet, stattdessen mit 256 GB startet. Der Tensor G5 arbeitet effizienter, das schlägt sich aber im normalen Alltag kaum nieder.
- Verarbeitung? Einwandfrei.
- Bedienung? Gewohnt flüssig und eingängig.
- Kamera? Sehr gut, KI hilft an vielen Stellen nach.
- Gaming? Kann man, können andere aber besser.
- Alltagstauglich? Absolute Empfehlung, da starkes Gesamtpaket.
Doch gerade im Android-Kosmos gilt die Regel: Schaut klar, ob euch nicht nur das Design, sondern eben auch die Handhabung und Leistung des Geräts liegt, da die Auswahl an Alternativen bekanntlich enorm groß ausfällt. 7 Jahre Update-Garantie und nahezu pures Android sind aber eben auch wichtige Pluspunkte der Pixel-Modelle. Ungeachtet der mittlerweile ausgerufenen Preise.
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4 months ago
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