Google Pixel 10 im Test: Eine gute Weiterentwicklung

4 months ago 6

Es ist fast wieder Herbst und damit Zeit für neue Hardware aus dem Hause Google. Neben den beiden neuen Pro-Modellen hatte man mir auch ein Testgerät des Pixel 10 zukommen lassen. Für diesen Test wurde mir die Speichervariante mit 128 GB in der Farbe „Lemongrass“ zur Verfügung gestellt. Gleich vorweg: Wenn ihr etwas zu Pixelsnap und anderen Features lesen wollt, die es ebenfalls bei den beiden Pro-Varianten des Pixel 10 gibt, dann verweise ich an dieser Stelle auf meinen Test der beiden. Ich möchte mich hier ein wenig auf die Einzelheiten konzentrieren, die beim „kleinen“ Pixel 10 dann doch etwas anders sind.

Auch hier: Wer ein aktuelles Pixel-Modell besitzt, wird das Design des Pixel 10 sofort wiedererkennen. Google hält an der etablierten Designsprache fest, was für eine gewisse Kontinuität sorgt. Der Kamerasteg auf der Rückseite bleibt das dominante Gestaltungsmerkmal, wurde aber sichtbar nahtloser in den Rahmen aus poliertem Aluminium eingearbeitet. Dadurch liegen die Übergänge angenehmer in der Hand.

Der Farbton Lemongrass ist ein helles, zurückhaltendes Grün, das je nach Lichteinfall variiert. Mit seiner 6,3-Zoll-Diagonale hat das Gerät eine Größe, die einen guten Kompromiss zwischen Handlichkeit und ausreichend Displayfläche für Medieninhalte darstellt. Auch wenn ich das Moonstone vom Pixel 10 Pro XL am stärksten feiere, Lemongrass steht bei mir direkt auf Platz 2 der interessantesten Farben der neuen Serie.

Beim Bildschirm verbaut Google sein sogenanntes „Super Actua Display“. Technisch bietet es eine adaptive Bildwiederholrate, die sich zwischen 60 und 120 Hz bewegt. Wichtiger für den Alltag ist jedoch die gesteigerte Spitzenhelligkeit. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist der Bildschirminhalt durchgehend gut ablesbar. Die Farbdarstellung ist ab Werk eher natürlich kalibriert und nicht überzeichnet. Softwareseitig wurde die Anpassung der Farbtemperatur an das Umgebungslicht optimiert.

Im Inneren arbeitet natürlich ebenfalls der neue Tensor G5. Ich erwähnte es schon zuvor: Die Strategie des Unternehmens zielt weniger auf maximale Benchmark-Ergebnisse ab, sondern auf die Effizienz bei der Ausführung von KI-gestützten Funktionen. Dieser Fokus macht sich im Betrieb bemerkbar. Sprache-zu-Text-Eingaben werden sehr schnell verarbeitet und Foto-Funktionen wie der „Magische Radierer“ und dergleichen arbeiten zuverlässig und vor allem flott.

Die allgemeine Systemleistung ist flüssig, Apps starten zügig und die Navigation durch die Benutzeroberfläche erfolgt ohne Ruckler. Bei rechenintensiven Anwendungen, wie zum Beispiel grafiklastigen Spielen, wird eine deutliche Erwärmung des Gehäuses spürbar, die Leistung bleibt dabei aber über einen längeren Zeitraum stabil. Die Akkulaufzeit erwies sich im Test als solide. Ich komme stets problemlos durch einen vollen Nutzungstag, oft mit einer Restkapazität für den nächsten Vormittag.

Die Kamera ist bekanntlich eine Stärke der Pixel-Geräte. Das Pixel 10 führt diesen Weg fort und setzt auf das Zusammenspiel von Hardware und softwarebasierter Bildverarbeitung in einem Dreifach-Kamera-Setup. Der 48-Megapixel-Hauptsensor wurde mit einer lichtstärkeren Blende kombiniert, was vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen zu besseren Ergebnissen führt. Die Fotos sind detailreich und weisen ein geringes Bildrauschen auf. Der Porträtmodus trennt Vorder- und Hintergrund sauber, die erzeugte Tiefenschärfe wirkt dabei recht natürlich.

Gerade bei der Kamera gibt es dann aber auch ein paar Dinge anzumerken, welche ihr in Pixel 10 Pro und Pro XL bekommt, im einfachen Pixel 10 aber nicht. Statt dem neuen Pro-Resolution-Zoom bekommt ihr beim Pixel 10 dann aber „nur“ einen bis zu 20-fachen Super-Resolution-Zoom, was vermutlich aber für viele noch immer ausreichend sein dürfte.

Im Vergleich dazu die 100x-Aufnahme vom Pixel 10 Pro XL ohne und mit KI:

Videos werden maximal in 4K statt in 8K aufgenommen, dafür aber maximal in 4K60. Auch hier wird der Zoom inhaltlich beschränkt, statt 20-fachem Super-Resolution-Zoom gibt es im Pixel 10 einen bis zu 20-fachen digitalen Zoom. Die Frontkamera löst mit 10,5 MP auf, bei den Pros sind es hingegen 42 MP. Ebenfalls fehlen dem einfachen Pixel 10 weiterhin die Pro-Features der Kamera, sprich die manuelle Kamerasteuerung. Das Wichtigste, und das sind bei Google nun einmal in den neuen Modellen die KI-Funktionen – die sind aber dann am Ende dennoch dabei.

-> Album mit einer Auswahl an Fotos vom Pixel 10

Also auch der Kamera Coach, das aktuellste Nano-Modell von Gemini on device und – wenngleich hier noch nicht verfügbar – auch Magic Cue. Das Google Pixel 10 ist am Ende also keine Revolution, wie es zum Launch der Vorserienmodelle viele erhofft hatten, sondern eine logische und gut umgesetzte Produktpflege. Das hellere Display, die verbesserte Haptik und die ausgereiften Software-Funktionen ergeben ein stimmiges Gesamtpaket. Es richtet sich nicht an Nutzer, die auf der Suche nach der maximalen Leistung oder den umfangreichsten Einstellungsmöglichkeiten sind. Vielmehr ist es ein Gerät für solche, die Wert auf eine super „Point-and-Shoot“-Kamera, intelligente Software und ein durchdachtes Nutzererlebnis legen.

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

Read Entire Article