Google Gemini: AI Plus Abo wurde bei vielen Nutzern eingeschränkt

2 days ago 3

Wer bei Googles Abo-Modellen noch durchblickt, verdient eigentlich ein Bundesverdienstkreuz (gilt auch bei anderen Anbietern). Doch während man früher mit dem AI Plus Tarif noch das Gefühl hatte, vorne mit dabei zu sein, zieht Google mittlerweile die Daumenschrauben an. In den letzten Wochen gab es zwei Änderungen, die besonders Nutzer der „goldenen Mitte“ hart treffen dürften.

Bisher war einer der Pluspunkte des AI Plus Abos, dass man die KI direkt dort hatte, wo man arbeitet. Mal eben eine E-Mail in Gmail zusammenfassen oder einen Textentwurf in Google Docs direkt per Prompt verfeinern? Das war im Plus-Tarif (für rund 8 Euro) bisher offenbar inklusive.

Damit ist jetzt scheinbar Schluss. Google hat die Workspace-Integration für den Plus-Tarif laut zahlreicher Benutzerberichte gestrichen. Wer weiterhin die „Schreib mir das mal eben“-Funktion in Docs oder Sheets nutzen will, muss wohl nun tiefer in die Tasche greifen und zum AI Pro Tarif für satte 22 Euro wechseln. Für Gelegenheitsnutzer, die nur ein bisschen Hilfe beim Formulieren wollten, ist das ein ordentlicher Schlag ins Kontor. Die KI-Sidebar in den Office-Apps bleibt für Plus-Nutzer schlicht dunkel.

Offizielle Support-Kanäle haben in einigen Fällen bestätigt, dass Gemini in Docs kein „garantierter, fester Bestandteil“ des günstigen Plus-Plans ist, sondern oft im Rahmen von Testphasen oder „experimentellen Funktionen“ verfügbar war. Schlau von Google: Man sprach auf den Supportseiten lediglich von  „Gemini in Gmail und mehr“, nun heißt es „Gemini in Gmail, Google Kalender und Google Meet“. Müsst ihr mal selbst schauen, ob ihr von der Einschränkung betroffen seid.

Noch technischer, aber für Power-User fast noch schmerzhafter, ist die Kürzung beim sogenannten Kontextfenster. Das ist quasi das Kurzzeitgedächtnis der KI – also die Menge an Daten, die Gemini gleichzeitig „im Kopf“ behalten kann, wenn ihr eine Frage stellt oder Dokumente analysiert.

  • Bisher/Pro-Standard: Bis zu 1 Million Token. Das reichte locker aus, um ganze Bücher hochzuladen oder hunderte Zeilen Code analysieren zu lassen.
  • Neu im AI Plus: Deckel drauf bei 128k Token.

Das klingt auf dem Papier nach viel, ist aber im Vergleich zum großen Bruder ein massiver Rückschritt. Wer Gemini bisher als Analysetool für riesige PDF-Sammlungen genutzt hat, wird im Plus-Abo nun deutlich häufiger die Fehlermeldung sehen, dass das Dokument schlicht zu groß ist.

Google macht hier klassisches „Upselling“. Man lockt die Leute in ein günstiges Abo, gewöhnt sie an die praktischen Features und schiebt diese dann hinter eine deutlich höhere Bezahlschranke. 22 Euro für den Pro-Tarif sind eine Ansage, vor allem, wenn man bedenkt, dass andere Anbieter preislich in ähnlichen Regionen wildern, dort aber oft mehr „Rundherum“ bieten.

Ob sich das AI Plus Abo für 8 Euro jetzt noch lohnt? Schwierig. Ohne die Integration in die Google-Apps verkommt es fast zu einer reinen Chatbot-Flatrate mit etwas mehr Speicherplatz. Google riskiert hier vielleicht, die preisbewusste Mitte komplett an Drittanbieter zu verlieren.

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