
Seit einigen Jahren bin ich als Pixel-Nutzer auch großer Befürworter der Pixel Watch, habe die Pixel Watch 5 im Grunde täglich am Handgelenk sitzen. In diesem Jahr haben meine Frau und ich dann irgendwann angefangen, das sportliche Wandern für uns zu entdecken - also so Formate wie Mammutmarsch und Mega Marsch mitzumachen und dafür eben auch privat viel zu trainieren. Was mich bei genau diesen Trainings und Events dann aber anstelle der Uhr viel eher begleitet, ist das Fitbit Air, weil es so unauffällig wenig wiegt und dennoch alle wichtigen Trainingsaspekte und -Werte für mich im Auge behält.
Trage ich das Air dann aber im Alltag, fällt mir hin und wieder auf, dass ich aus purer Gewohnheit dazu neige, das Handgelenk zum Ablesen der Uhrzeit anzuheben. Ohne Display funktioniert das beim Air aber nun mal leider nicht. Hier könnte das jüngst gestartete Fitbit Edge den Spagat schaffen. Es verspricht ja schließlich, ein leichtes, unauffälliges Smartband zu sein, ganz wie sein Vorgänger, das Fitbit Charge 6. Letzteres nutzt meine Frau seit nunmehr einem Jahr, darum konnte ich das neue Edge in meinem Test ganz gut damit vergleichen.

Beim Lieferumfang gibt es erst einmal keinerlei Überraschungen. Da sind, neben dem Edge selbst, zwei unterschiedlich große Armbänder aus Silikon dabei - je nach Umfang des eigenen Handgelenks. Zudem bekommt ihr noch ein USB-C-Ladekabel mit magnetischen Ladepins, an welche das Edge genau wie schon das Air (das hier auch angeschlossen und geladen werden kann) in frei wählbarer Ausrichtung angebracht werden darf.

Die Verarbeitung des Edge kann man gelinde gesagt als „erwartungsgemäß“ betiteln. Käufer sollten hier nun erneut keine Highend-Materialien erwarten, als Sportband konzipiert wären das auch Perlen vor die Säue. An der rechten Geräteseite sitzt eine einzelne Taste, mit der sich vor allem der Startbildschirm des Edge mit einem Tastendruck aus jedem Menü heraus erreichen lässt. Zum anderen dient diese Taste dann auch in Kombination mit der Metallfläche auf der linken Seite als einer der beiden nötigen Kontaktpunkte für eure Finger, wenn man mal die EKG-Messung nutzen möchte.
Sensoren überwachen euren Puls bei Tag und Nacht, sollte jener mal bei zehn Minuten Rast in abweichenden Bereichen liegen, folgt eine entsprechende Warnung. Eine EKG-Messung kann Anzeichen von Vorhofflimmern erkennen, ersetzt aber natürlich auch hier kein medizinisches Gerät. Nutzer können die Berichte dann aber eben für das nächste Gespräch in der Arztpraxis exportieren.

Bevor ich auf das Display und seine Darstellung eingehe, möchte ich vor allem nochmal kurz darauf eingehen, dass auch das Fitbit Edge inzwischen mit dem Google Health Coach arbeitet, sprich Gemini als Unterbau agierend auf eure Werte achtet, euch Trainingspläne erstellt, Trends erkennt und mehr. Das klappte für mich schon mit dem Air so großartig, dass ich es mittlerweile nicht mehr missen möchte, und funktioniert hier beim Edge genauso gut. Als Abonnent von Google One habe ich dann auch Zugriff auf die Premium-Dienste, welche zum Beispiel mehr Analysedaten aus euren Schlafphasen herausholen können. Geht aber auch ohne, die inzwischen nicht mehr ganz so neue Fitbit-App-Erfahrung ist eindeutig besonders benutzerfreundlich gehalten.
Das flache Display ist auch bei viel Sonne (sofern man davon im September/Oktober noch sprechen kann) gut zu erkennen. Das eine oder andere aktuell verfügbare Watchface stört dann aber ein wenig, da Bereiche mit grauen Ziffern, etc. dann nur sehr schwer abzulesen sind. Da kommt aber in Zukunft hoffentlich noch ein wenig an Auswahl dazu.

Alles in allem fällt es mir aber gar nicht so leicht, abseits der Form und der Grafiken, wirkliche Unterschiede zum Charge 6 zu finden - was die Bedienbarkeit angeht. Die Bedienung selbst klappt aufgrund schnellerer Animationen und einer verbesserten Touchoberfläche noch besser. Anders als vor der offiziellen Vorstellung befürchtet, kann man das Edge auch zum Navigieren mit Google Maps verwenden. Kleine Richtungsanweisungen auf Mini-Display sind ausreichend genug dafür, die dargestellten Symbole und Texte sind klar und sauber ablesbar.

Besten Dank an Arm-Modell Liam! Im Bild v.l.n.r.: Fitbit Air, Fitbit Edge, Fitbit Charge 6, Pixel Watch 5
Mit 1,34 Zoll Display bekommt man auf jeden Fall etwas mehr Fläche als noch beim Charge 6. Den Blick auf eine Smartwatch ersetzt das aber natürlich nicht. Der Akku fasst 65 mAh. Das klingt erst einmal nach wenig, reicht im Normalfall aber für bis zu einer Woche Laufzeit bei normaler Nutzung, bis zu zwei Tage laut Google bei aktiviertem Always-on-Display. Letzteres lohnt sich für mich bei einem Smartband aber nicht wirklich. Im Test hatte ich das Ganze dann aber mal aktiviert und kam damit auch noch gut über zwei Tage mit aus. Das beinhaltete dann aber auch keinerlei Sporteinheiten außer meinen beiden Radfahrten zur und von der Arbeit.

Ein absoluter Pluspunkt ist der Akku des Edge aber vor allem deswegen, weil er austauschbar ist. Das sollten in jedem Fall nur Personen machen, die auch wissen, was sie da tun. Aber es ist eben möglich und bedeutet entsprechend Mehrwert bei der Nachhaltigkeit.

Weder das Fitbit Air noch das Fitbit Edge fallen vom Gewicht her beim Tragen wirklich auf. Das Charge 6 spürt man da schon eher.
Nun habe ich ja den direkten Vergleich mit dem Fitbit Air und auch der Pixel Watch 4 und 5 hier. Wenn ich sie alle mal miteinander vergleichen sollte, was die Erkennung von Aktivitäten und die Zuverlässigkeit der Daten angeht, dann agieren die Geräte allesamt auf nahezu demselben Level. Lediglich bei beiden Pixel-Watch-Modellen kommt es hin und wieder vor, dass meine Radtouren gar nicht erkannt werden - unabhängig von der gefahrenen Geschwindigkeit oder Strecke. Hier liefern Fitbit Air und auch das neue Edge hingegen bislang mit 100-prozentiger Erkennungsrate bessere Ergebnisse.

Glücklicherweise lassen sich die Armbänder des Edge genauso leicht tauschen wie schon beim Charge 6, und die Auswahl der direkt zum Start vorgestellten, offiziellen Varianten ist groß. Mein Problem bleiben nämlich, egal wo, Silikonarmbänder. Nach wenigen Tagen des Tragens beginnt meine Haut mit Rötungen, die dann irgendwann jucken, etc. Da nehme ich dann lieber Stoffarmbänder, die sich ebenso gut reinigen lassen.
Bevor ich es vergesse: Benachrichtigungen vom Smartphone lassen sich auf dem Edge-Display ebenfalls anzeigen. Nur die großartige Interaktion bleibt aus. Stattdessen habt ihr die Wahl, einfach alle Benachrichtigungen, die das Smartphone erhält, auf das Band spiegeln zu lassen, oder aber ihr wählt App für App aus, welche davon nun nerven darf und welche nicht. In meinem Test hat aber, und das muss erwähnt sein, keine der eingehenden Benachrichtigungen Vibrationen ausgelöst. Da dies aber eigentlich der Fall sein sollte, vermute ich mal einen Softwarefehler der frühen Testgeräte, welcher bei den Releaseprodukten dann hoffentlich nicht mehr dabei ist.

Ab 180 Euro Kaufpreis sind nun aber eben auch nicht unbedingt günstig, wenngleich eine Smartwatch noch einmal eine ganze Schippe obendrauf legt. Das Fitbit Air gibt es zum Teil schon für unter 90 Euro, da sollte man sich gut überlegen, ob man für ein Fitnessband nun wirklich zwingend ein Display benötigt oder doch darauf verzichten kann.
Google hat das Fitbit Edge aber dennoch perfekt da positionieren können, wo es auch zu finden sein soll: als direkter Nachfolger des Charge 6 mit verbesserten Funktionen und Design, platziert zwischen dem funktionsärmeren Fitbit Air und der großen Schwester, der Pixel Watch.
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1 week ago
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