Ein KI-System von Google Deepmind hat selbstständig Dutzende offene Mathe-Probleme gelöst. Das zeigt eine neue Studie im Fachblatt Science. Das System AlphaProof Nexus löste neun von 353 offenen Erdős-Problemen. Zwei davon waren seit 56 Jahren ungelöst. Diese Lösungen hatte das Team schon vorab online geteilt.
Neu sind weitere Ergebnisse. Das System bewies 44 Vermutungen aus der Zahlenfolgen-Datenbank OEIS und löste eine offene Frage der algebraischen Geometrie. Außerdem verbesserte es eine bekannte Grenze bei der Min-Max-Optimierung. Dieses Rechenverfahren wird etwa beim Training mancher KI-Modelle genutzt.
Den Kern des Systems bildet das Sprachmodell Gemini 3.1 Pro. Es ergänzt und überarbeitet Beweisentwürfe in der formalen Sprache Lean. Nach jedem Bearbeitungsschritt prüft Lean den Entwurf; Fehlermeldungen dienen dem Modell als Rückmeldung für den nächsten Versuch. Bei schwierigen Teilaufgaben kann das System zusätzlich den spezialisierten Beweiser AlphaProof einsetzen. Schon eine Variante ohne AlphaProof löste die neun Erdős-Probleme.
Die Studie erscheint mitten im Streit um KI-Mathematik. OpenAI hatte kurz zuvor hunderte KI-Beweise auf GitHub gestellt, statt sie in Fachzeitschriften zu veröffentlichen. Die Association for Human Mathematics um Terence Tao ruft deshalb zum Boykott auf. Deepmind ließ seine Arbeit dagegen von Fachleuten prüfen.
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