Google bringt mehr KI in Gmail

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Google hat angekündigt, Gmail mit mehr KI-Funktionen zu versehen. Einige bisher hinter der Bezahlschranke versteckten Features werden zudem für alle 3 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer – so die vom Unternehmen genannte Zahl – freigegeben. Zuerst erhalten US-Nutzer Zugriff.

Die Basis der neuen KI-Funktionen für Gmail ist selbstredend Googles KI-Modell Gemini, das in den vergangenen Monaten in der Suche, Smartphones, Uhren, Smart-TVs, Autos und dem Smart-Home Einzug gehalten hatte. Mithilfe von KI sollen Nutzer den Posteingang einfacher durchsuchen und Inhalte schneller erfassen können. Hier sollen künftig KI-Übersichten helfen, die der Konzern im vergangenen Jahr in ähnlicher Form schon für die Suche eingeführt hatte.

Gmail erhält AI Overviews.

(Bild: Google)

Die KI-Übersichten sollen in Gmail dabei helfen, Mail-Konversationen mit Dutzenden Antworten zusammenzufassen und die wichtigsten Punkte übersichtlich darzustellen.

Zudem sollen Nutzer in der Suche des Posteingangs eine Frage in natürlicher Sprache stellen können, statt Stichworte zu verwenden. Als Beispiel nennt Google etwa: „Wer war der Klempner, der mir letztes Jahr einen Kostenvoranschlag für die Badezimmerrenovierung gemacht hat?“ Gemini durchwühlt dann laut Google den Posteingang, findet die erforderliche Antwort und fasst die benötigten Details zusammen.

Die Zusammenfassungen mithilfe der KI-Übersicht sollen künftig für alle kostenlos sein. Die Möglichkeit, im Posteingang mit der KI-Übersicht Fragen zu stellen, steht indes nur Abonnenten von Googles AI Pro und Ultra zur Verfügung. Dieses Feature kommt zudem zuerst nur für Nutzer in den USA und soll später für Nutzer in weiteren Ländern verfügbar gemacht werden.

Außerdem integriert Google Schreibwerkzeuge in Gmail: Mit der Funktion „Help Me Write“ könne man E-Mails überarbeiten oder von Grund auf neu schreiben. Weiter zieht das Feature „Suggested Replies“ ein. Dies ist eine Aktualisierung von „Smart Replies“, die den Kontext der Unterhaltung analysiert, um sinnvolle Antworten mit einem Klick anzubieten, die dem eigenen Schreibstil entsprechen sollen.

Gmail erhält neue KI-Schreibtools.

(Bild: Google)

Als Beispiel schreibt Google: „Angenommen, Sie organisieren ein Familientreffen und Ihre Tante fragt, ob sie statt Kuchen lieber Torte mitbringen soll. Mit den vorgeschlagenen Antworten können Sie sofort eine erste Antwort in Ihrem Tonfall und Stil verfassen, die Sie dann vor dem Absenden noch verfeinern können.“ Überdies erhält Gmail eine erweiterte Korrekturfunktion, mit der Nutzer die Grammatik, den Tonfall und Stil überprüfen können.

Die Funktionen „Help Me Write“ und „Suggested Replies“ sollen für alle Gmail-Nutzer kostenlos sein. Die Korrekturfunktion ist Abonnenten der Tarife AI Pro und Ultra vorbehalten.

Zusätzlich zum „normalen“ Posteingang bekommt Gmail eine „AI Inbox“, die Google als ein „personalisiertes Briefing“ beschreibt, das „Nutzern wichtige Aufgaben hervorhebt und sie über alles Wesentliche auf dem Laufenden hält“. Der KI-Posteingang soll dabei helfen, „Prioritäten zu setzen, indem es anhand von Signalen wie häufig kontaktierten Personen, Kontakten in der Kontaktliste und Beziehungen, die aus dem Inhalt der Nachrichten abgeleitet werden können, VIPs identifiziert“.

Gmail erhält eine KI-Inbox – optional und zunächst nur für „Trusted Tester“ in den USA.

(Bild: Google)

Durch die Funktion landen laut Google wichtige Dinge wie eine fällige Rechnung oder eine Zahnarztterminerinnerung ganz nach oben. Zur AI Inbox erhalten in den USA zunächst vertrauenswürdige Tester Zugriff, bevor die Funktion in den kommenden Monaten für mehr Nutzer in den USA bereitgestellt werden soll.

Google hebt hervor, dass die Analyse der Daten „sicher und mit den von Google gewohnten Datenschutzmaßnahmen erfolgt, sodass Nutzer die Kontrolle über ihre Daten behalten“. Zudem gibt das Unternehmen an, dass es keine Gmail-Inhalte für das Training seiner Gemini-KI-Modelle verwendet.

Die KI-Funktionen in Gmail können Google zufolge allesamt deaktiviert werden. Durch das Abschalten werden jedoch andere Funktionen wie die Rechtschreibprüfung abgestellt.

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Die neuen Gmail-Funktionen basieren auf Gemini 3 und sind ab heute in den USA in englischer Sprache nutzbar. In weiteren Regionen sollen sie in den kommenden Monaten eingeführt werden. Einen konkreten Zeitplan für den weiteren Rollout nennt der Hersteller nicht.

(afl)

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