Glasfaser in Deutschland: Verfügbarkeit und Nutzung klaffen noch auseinander

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Verivox hat aktuelle Zahlen zum Glasfasermarkt im Jahr 2026 vorgelegt. Das Ergebnis zeigt, dass die Infrastruktur zwar wächst, aber nicht zwangsläufig genutzt wird. Mehr als jeder fünfte Haushalt verfügt über einen Glasfaseranschluss im Gebäude, lässt diesen aber brachliegen. Konkret verzichten 22 Prozent auf eine Aktivierung, obwohl die Leitung liegt. Das ist zumindest eine Verbesserung gegenüber 2024, als noch gut ein Drittel der vorhandenen Anschlüsse inaktiv blieb.

Parallel dazu steigt die Zahl derer, die tatsächlich über Glasfaser surfen, leicht an. 24 Prozent der Nutzer sind mittlerweile am schnellen Netz. Die Lücke zwischen Verfügbarkeit und tatsächlicher Buchung schließt sich also langsam, bleibt aber bestehen. Experten sehen hier noch ungenutztes Potenzial und fordern verbindliche Standards bei der Netzöffnung, um die Migration von Kupfer auf Glasfaser zu beschleunigen.

Ein Blick auf die Wechselmotivation offenbart Pragmatismus. Oft entscheidet schlicht die Gelegenheit. Wird in der Straße ohnehin gebaut, schließen viele Anwohner einen Vertrag ab, um sich Vorteile zu sichern oder späteren Aufwand zu vermeiden. Technische Gründe wie höhere Geschwindigkeit oder Unzufriedenheit mit dem alten Anschluss sind seltener der ausschlaggebende Punkt. Wer dagegen bei DSL oder Kabel bleibt, tut dies meist aus Zufriedenheit mit der bestehenden Leistung. Auch die Scheu vor organisatorischem Aufwand hält Nutzer vom Wechsel ab, während Berichte über Ausbauprobleme kaum ins Gewicht fallen.

Die Realisierung der Anschlüsse erfordert oft Geduld – das war auch in der Kommentarspalte bei uns schon oft Thema. Besonders im ländlichen Raum müssen Kunden oft warten. Fast ein Drittel der dortigen Bewohner wartet nach der Zusage länger als ein Jahr auf die Schaltung. Auch in Großstädten nehmen die Verzögerungen zu. Ist der Anschluss einmal aktiv, zeigen sich die Nutzer allerdings loyal. Über die Hälfte kann sich keinen Wechsel zurück zur alten Technik vorstellen. Marktführer bei den befragten Glasfaserkunden ist die Deutsche Telekom mit 35 Prozent, gefolgt von Vodafone. Der restliche Markt zeigt sich stark fragmentiert mit vielen lokalen Anbietern. Die Zufriedenheit mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis ist dabei überwiegend hoch.

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