Die girocard ist in Deutschland immer noch die am breitesten akzeptierte Bezahlkarte. 2025 kam sie laut der verantwortlichen Euro Kartensysteme GmbH auf satte 8,3 Mrd. Transaktionen. Das Wachstum baut jedoch ab, denn 2024 waren es mit 7,9 Mrd. Transaktionen fast genauso viele. Hier bleibt abzuwarten, wie es 2026 weitergehen könnte – mit Stagnation oder gar einem Minus?
Denn viele Direkt- und Neobanken bieten die girocard inzwischen entweder gar nicht mehr an oder nur noch gegen Gebühr. Stattdessen erhalten die Kunden z. B. VISA-Debitkarten. 2025 ist die girocard aber jedenfalls noch die meistgenutzte Bezahlkarte geblieben. Man erreichte ein Wachstum von 4,8 % gegenüber 2024. Aber: 2024 betrug das Wachstum gegenüber 2023 noch 5,6 %. Der Umsatz bewegt sich mit rund 308 Milliarden Euro nur leicht über dem Vorjahresniveau (2024: 307 Milliarden Euro; +0,4 %).
2025 bezahlten Kunden an bis zu 1.344.000 aktiven Terminals (2024: bis zu 1.208.000) – ein Anstieg um 11,3 %. Dabei dominieren inzwischen kontaktlose Zahlungen, die sich schon während der Corona-Pandemie durchgesetzt haben. Im Dezember 2025 wurden zum Beispiel rund 88,5 % aller girocard-Transaktionen kontaktlos abgewickelt (2024: 86,8 %). Dazu beigetragen hat wohl auch, dass die digitale girocard inzwischen Aufwind erhält.
Auch niedrigere Beträge werden häufiger mit der girocard beglichen. Der durchschnittliche Rechnungsbetrag sank somit im Jahr 2025 weiter auf 37,25 Euro (2024: 38,85 Euro). Es kommt also auch mehr in Mode, z. B. beim Bäcker, beim Obsthändler oder beim Metzger mit der girocard schnell zu bezahlen.
Spannenderweise bringt die Deutsche Kreditwirtschaft inzwischen auch einen neuen Dreh ins Marketing. So kritisieren unsere Leser die girocard in den Kommentaren immer wieder gerne als deutsche Insellösung, die nur im Inland zu gebrauchen ist und somit eine Zweitkarte für Reisen erfordert. Wenig überraschend sehen das die Verantwortlichen anders. Sie postulieren: Ein eigenes Bezahlsystem gewährleistet Souveränität gegenüber internationalen Entwicklungen – technisch wie wirtschaftlich. Da spielt man wohl direkt auf die zunehmenden Spannungen mit den USA an, die sich unter der Präsidentschaft von Donald Trump bedauerlicherweise zumindest in die Richtung eines unzuverlässigen Partners entwickelt haben.
Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

1 month ago
10




