Kopfhörer auf die Ohren, ANC an – und schon pendelt es sich sorglos. Auch beim Sport sind die Kopfhörer natürlich dabei und beim Gaming sowieso. Immer mehr Menschen nutzen heute täglich Kopfhörer – und dazu auch über längere Tragedauern. Das könnte langfristig Gesundheitsrisiken bergen, wie eine Untersuchung des ToxFree-Projekts zeigt.
So hatten die Urheber im Rahmen der Studie 81 Kopfhörermodelle im Hinblick auf giftige Chemikalien untersucht. Kein einziges Produkt ist frei davon gewesen. Betroffen sind also nicht nur Billigheimer von Shein und Temu, sondern auch Marken-Kopfhörer von z. B. Bose, Samsung und Sennheiser. Enthalten sind je nach Modell Chemikalien wie Bisphenole, Phthalate und Flammschutzmittel. Die verwendeten Stoffe können krebserregend wirken. Eine kleine Entwarnung: Akute Gesundheitsrisiken gehen laut den Forschern von den verwendeten Stoffen, auch wegen der verhältnismäßig geringen Mengen, nicht aus.
Allerdings entstehen wegen des direkten und regelmäßigen Körperkontakts, bei vielen Menschen über lange Dauern, langfristige Gesundheitsrisiken. So erklärt die Chemikerin Karolína Brabcová, dass die Chemikalien durchaus bei anhaltendem Körperkontakt von den Kopfhörern in die Haut übertragen werden können. Begünstigt werde dies beim Sport, weil dann mehr Hitze entsteht und Schweiß dazukommt. Das Problem sieht die Forscherin aber nicht bei einzelnen Herstellern, sondern im grundlegenden System.
Beispielsweise könnten die Hersteller der Kopfhörer einwenden, dass die verwendeten Mengen gesundheitlich unbedenklich seien. Das stimme so pauschal aber eben nicht. Denn die Menschen haben im Tagesverlauf dann auch zu weiteren Geräten mit verarbeiteten Giftstoffen Kontakt – Mäusen, Tastaturen, Handschuhen, Spielecontrollern, etc. So könne sich ein Chemiecocktail ergeben, der langfristig schädlich sei.
Die beste Lösung wäre also ein Verbot solcher Substanzen bei der Herstellung. Mindestens sollten die Kopfhörerhersteller transparent dabei sein, welche Chemikalien und Materialien sie einsetzen. Doch ihr kennt das: Lieber protzt man damit, dass 0,3 % recyceltes Plastik für die Umverpackung des Ladekabels verwendet worden sind Kopfhörer hat das ToxFree-Projekt dabei übrigens besonders unter die Lupe genommen, weil sie zeitgleich mit dem Aufstieg der Smartphones ebenfalls für viele Menschen zum täglichen Gebrauchsgegenstand geworden sind.
Betroffene Hersteller wie Bose, Panasonic, Samsung und Sennheiser haben sich zu den Untersuchungsergebnissen bislang nicht geäußert. Bei Interesse an weiterführenden Informationen findet ihr die Untersuchung hier.
Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

1 week ago
3



