Das Heizen mit fossilen Energien wie Öl und Gas ist mit einem CO₂-Preis belegt, auch Benzin- und Dieselpreise sind davon betroffen. Der CO2-Preis soll mehr Anreize für energetische Sanierungen und Elektromobilität schaffen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Heizen mit Öl und Gas wird durch steigende CO₂-Preise nach und nach teurer.
- 2025 lag der CO₂-Preis bei 55 Euro pro Tonne. 2026 wird er zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne liegen. Ab 2028 soll der Preis im europäischen Emissionshandel durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden.
- Mit dem interaktiven Rechner der Verbraucherzentralen können Sie als Mieter:innen und Vermieter:innen berechnen, welchen Anteil der CO₂-Kosten Ssie voraussichtlich tragen müssen.
- Wer saniert oder auf erneuerbare Energien setzt, kann von Förderprogrammen und Steuervorteilen profitieren.
- Strenge Auflagen im Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) führen dazu, dass Öl- und Gasheizungen als neue Heizungen kaum noch sinnvoll sind.
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Wie hilft der CO2-Preis auf dem Weg zur Klimaneutralität?
Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden. Dafür muss der CO2-Ausstoß deutlich sinken. Seit 2021 gilt daher ein CO2-Preis für Heizen und Verkehr, Er wurde 2019 von der Bundesregierung im Rahmen des "Klimapakets" beschlossen.
Der CO2-Preis verteuert fossile Energien wie Öl und Gas, bei deren Verbrennung viel CO₂ freigesetzt wird. Händler, die Öl, Gas, Benzin oder Diesel verkaufen, müssen dafür Emissionszertifikate erwerben. Diese Kosten geben sie an die Verbraucher:innen weiter. Die Einnahmen fließen in den sogenannten Klima- und Transformationsfonds (KTF).
Wie nutzt der Staat das Geld aus dem CO2-Preis?
Mit den Einnahmen aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) fördert die Bundesregierung Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele. Dazu gehören Förderprogramme für die energetische Gebäudesanierung, die EEG-Vergütung für erneuerbare Energien, die Förderung von E-Mobilität samt Ladeinfrastruktur und die des öffentlichen Personenverkehrs.
Für die energetische Sanierung eines Gebäudes oder den Austausch der Heizung können Sie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA) Fördergelder beantragen. Mit solchen Maßnahmen verringert sich der Energieverbrauch und damit sinken die Heizkosten. Zudem steigern energetische Verbesserungen von Fassade, Dach oder Fenster den Wert der Immobilie.
Mieter:innen können, im Gegensatz zu Eigentümer:innen, weder die Gebäudehülle dämmen noch selbst ein neues, effizienteres Heizungssystem einbauen. Das entscheidet die Vermieterin oder der Vermieter.
Die CO₂-Kosten müssen deshalb bei Öl- und Gasheizungen zwischen Mieter:innen und Vermieter:innen abhängig von der Gebäudeeffizienz aufgeteilt werden. Je höher der Energieverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche, desto höher der Kostenanteil der Vermietungsseite. Dieser kann zwischen 0 Prozent bei gut modernisierten Gebäuden und 95 Prozent bei unsanierten Gebäuden liegen. Wie sich die Kosten verteilen, können Sie über den CO2-Kostenrechner der Verbraucherzentralen ermitteln.
Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.



