Führerscheinprüfung: Zahl der Betrugsversuche steigt

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Autobahn / Symbolbild

Der aktuelle Datenreport zur theoretischen Führerscheinprüfung für das Jahr 2025 zeigt: Beim Schummeln hat sich wenig zum Guten getan. Bundesweit wurden 4.239 Täuschungsversuche registriert, das sind rund 1 Prozent mehr als im Jahr 2024 mit 4.198 Fällen. 2023 lag der Wert noch bei 3.759 Fällen, damals war ein deutlicher Sprung nach oben zu sehen. Laut TÜV-Verband pendelt sich das Ganze jetzt auf einem hohen Niveau ein.

Spannend wird es bei der Frage, wie geschummelt wird. Gut jeder zweite Fall gilt als professionell vorbereitet, also nicht einfach nur schnell einen Spickzettel zusammengeknüllt. In 36 Prozent der Fälle kamen technische Hilfen zum Einsatz, etwa kaum sichtbare Ohrstöpsel, Mini-Kameras oder andere versteckte Funkstrecken. In 17 Prozent der Fälle flogen Stellvertreter auf, die die Prüfung für jemand anderen schreiben wollten. Dazu braucht es Leute im Hintergrund, die Technik bereitstellen, die Antworten von außen liefern oder sich direkt selbst als Prüfling ausgeben. Ohne entsprechendes Technikverständnis laufen diese Maschen nicht.

Klassische Hilfsmittel sind trotzdem nicht weg. 44 Prozent der Täuschungsversuche liefen mit Dingen wie Spickzetteln. Betroffen ist fast komplett die Pkw-Klasse B. 4.052 der 4.239 erfassten Vorfälle entfallen auf diese Klasse, was auch daran liegt, dass diese Prüfungen den Großteil ausmachen.

Zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Nordrhein-Westfalen liegt mit 1.378 registrierten Fällen vorne und bewegt sich damit auf Vorjahresniveau. Berlin folgt mit 497 Vorfällen, legt aber im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Viertel zu. Auf Platz drei landet Bayern mit 449 Fällen. Kleine Bundesländer kommen auf deutlich weniger Meldungen: Im Saarland wurden 19 Fälle erfasst, in Mecklenburg-Vorpommern 23, in Bremen 41.

Der TÜV-Verband fordert daher härtere und einheitliche Konsequenzen. Bei organisierten Täuschungen sollen Sperrfristen oder eine medizinisch-psychologische Untersuchung bundesweit angeordnet werden können. Außerdem wünscht sich der Verband eine klare gesetzliche Grundlage, um professionell organisierten Prüfungsbetrug als Straftat zu behandeln, inklusive der Helfer im Hintergrund.

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