Französisches KI-Start-up Mistral wächst dank europäischem Souveränitätsdrang

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Das französische KI-Start-up Mistral meldet eine annualisierte Umsatz-Run-Rate von über 400 Millionen Dollar. Europas wachsender Wunsch nach digitaler Souveränität treibt das Geschäft.

Das 2023 gegründete französische KI-Start-up Mistral hat seinen Umsatz laut einem Bericht der Financial Times innerhalb eines Jahres verzwanzigfacht. Die annualisierte Run-Rate liege bei "über 400 Millionen Dollar", sagte CEO Arthur Mensch der FT. Vor einem Jahr waren es 20 Millionen Dollar. Bis Jahresende will Mistral die Milliarden-Marke beim jährlich wiederkehrenden Umsatz knacken.

Zu den mehr als 100 Unternehmenskunden zählen ASML, TotalEnergies, HSBC und es gibt Kooperationen mit Regierungen aus Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Griechenland und Estland. Rund 60 Prozent des Umsatzes stammen aus Europa.

Angst vor "Tech Decoupling" treibt die Nachfrage

Neben jahrelangen Bestrebungen nach einer europäischen digitalen Souveränität steht hinter dem Wachstum vor allem die zunehmende Sorge, dass Trumps Außenpolitik eine technologische Entkopplung erzwingen könnte. Die EU bezieht über 80 Prozent ihrer digitalen Dienste von ausländischen, überwiegend US-amerikanischen Anbietern.

"Europa hat erkannt, dass seine Abhängigkeit von US-Digitaldiensten übermäßig war und heute an einem Bruchpunkt steht", sagte Mensch. Mistral biete Modelle, Software und Rechenleistung, die "vollständig unabhängig von US-Akteuren" seien. Noch Anfang vergangenen Jahres hatten viele das Start-up in einem von US- und chinesischen Firmen dominierten KI-Rennen abgeschrieben. Allerdings nutzen einige von Mistrals Angeboten noch immer Server von amerikanischen Hyberscalern.

1,2 Milliarden Euro für Rechenzentren in Schweden

Mistral will das ändern und investiert zum Beispiel 1,2 Milliarden Euro in KI-Rechenzentren in Schweden, die erste Einrichtung außerhalb Frankreichs. Es nütze Nationalstaaten wenig, nur Rechenzentren für US-Hyperscaler zu bauen, sagte Mensch. Gemeinsam mit EcoDataCenter soll ein Standort mit 23 Megawatt entstehen, der im kommenden Jahr online geht. Schweden sei attraktiv, weil die Energie "kohlenstoffarm und relativ günstig" sei, so Mensch.

Die vertikale Integration hat einen doppelten Nutzen: Tagsüber werden Kundenworkloads abgearbeitet, nachts trainiert Mistral auf denselben Chips neue Modelle.

Dank verfügbarer Fremdfinanzierung sei ein Börsengang dieses Jahr nicht nötig, so Mensch. Langfristig habe Mistral einen Börsengang aber im Blick. OpenAI und Anthropic steuern auf IPOs Ende des Jahres zu.

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