Forscher an die Front: Nordkoreas KI-Drohnen-Offensive

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Eine Drohne vor der nordkoreanischen Flagge

Nordkorea hat die Entwicklung moderner Militärdrohnen zu einer Priorität erklärt

(Bild: PhotoVrStudio/Shutterstock.com)

Kim Jong Un erklärt künstliche Intelligenz zur "obersten Priorität" bei der Modernisierung seiner Streitkräfte. Waffenforscher sollen nun dauerhaft bei Luftwaffeneinheiten arbeiten.

Nordkorea hat seine Militärforscher angewiesen, dauerhaft bei Luftwaffeneinheiten zu arbeiten, um die Entwicklung und den Einsatz KI-gestützter Drohnen zu beschleunigen. Dies berichtete die südkoreanische Nachrichtenplattform Daily NK unter Berufung auf hochrangige Militärquellen.

Die Anweisung der Zentralen Militärkommission der kommunistischen Arbeiterpartei Koreas (PdAK) markiert einen deutlichen Wandel in der Art, wie das Land Militärtechnologie entwickelt. Forscher werden nun aus den Laboren herausgeholt und arbeiten direkt mit dem Luftwaffenpersonal zusammen.

KI-Technologie als "oberste Priorität"

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bezeichnete während eines Besuchs im Komplex für unbemannte Luftfahrttechnologie in Pjöngjang am Donnerstag den Einsatz künstlicher Intelligenz als "oberste Priorität" bei der Modernisierung der Waffentechnologie.

Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag. Kim leitete dabei Leistungstests von Mehrzweckdrohnen und unbemannten Überwachungsfahrzeugen.

Er betonte die Notwendigkeit, "die neu eingeführte KI-Technologie schnell zu entwickeln", um die unbemannten Waffensysteme des Militärs zu stärken. Zudem forderte er den "Ausbau und die Stärkung der Serienproduktionskapazitäten für Drohnen".

Forscher arbeiten dauerhaft im Feld

Laut Daily NK wurde am 27. September ein Befehl der Zentralen Militärkommission an das Parteikomitee der Akademie der Verteidigungswissenschaften und das Luftwaffenkommando übermittelt. Forscher aus dem Waffenforschungslabor der Akademie erhielten daraufhin einjährige Aufträge bei zwei Luftwaffenstaffeln und ausgewählten Flugplätzen, beginnend im September.

"Dieser Befehl markiert einen Wandel gegenüber dem bisherigen Ansatz, bei dem Techniker aus Luftwaffenforschungslaboren und dem Waffenforschungslabor der Akademie der Verteidigungswissenschaften bei Bedarf technische Unterstützung leisteten", erklärte eine weitere Militärquelle gegenüber Daily NK.

"Jetzt werden Akademieforscher dauerhaft im Feld stationiert. Sie teilen sich Kantinen und Kasernen mit Luftwafforschern, führen laufende Experimente und Übungen durch und berichten monatlich ihre Testergebnisse an die Partei." Die Forscher untersuchen dabei zentrale Drohnentechnologien wie autonomen Flug, Zielerkennung und Ausweichmanöver.

Mehrere Drohnenmodelle in Entwicklung

Nordkorea hat nach Angaben der Quellen bereits mehrere Drohnenmodelle entwickelt, darunter die strategische Aufklärungsdrohne Saetbyol-4, die Mehrzweck-Angriffsdrohne Saetbyol-9 und die taktische Angriffsdrohne Kumsong.

Bei einem Drohnenleistungstest am 18. September hatte Kim Jong Un die Notwendigkeit betont, KI-Technologie einzusetzen und Drohnen in großem Maßstab zu produzieren. Dies signalisiert den Versuch, Drohnen zu einem zentralen Element der asymmetrischen Militärstrategie des Landes zu machen.

Obwohl die Drohnen laut Insiderinformationen offenbar noch nicht vollständig einsatzbereit sind, stimmen die Quellen darin überein, dass das Regime darauf fokussiert ist, sie für den aktiven Dienst einzusetzen. "Technische Raffinesse ist weniger wichtig als das Sammeln operativer Erfahrungen", sagte eine Quelle gegenüber dem Medium.

Weitere Entwicklungen

Der Besuch im Luftfahrtkomplex erfolgte nur eine Woche, nachdem Kim einen weiteren Test eines neuen Feststoffraketentriebwerks für Interkontinentalraketen überwacht hatte, den er als "bedeutsame" Erweiterung von Pjöngjangs nuklearen Fähigkeiten bezeichnete.

Laut der US-amerikanischen Defense Intelligence Agency umfasst Nordkoreas Militärmacht nuklear bewaffnete ballistische und Marschflugkörper, ein wachsendes Arsenal von Atomwaffen und ein aufkommendes Spionagesatellitenprogramm.

Zuletzt wurde auf einer großen Militärparade zum 80. Jahrestag der Gründung der Arbeiterpartei der Weltöffentlichkeit eine neue Interkontinentalrakete präsentiert.

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