Wegen eines Hackerangriffs kommt es seit Tagen zu Ausfällen an europäischen Flughäfen, auch in Berlin. Jetzt hat die britische Polizei einen Verdächtigen festgenommen.
Aktualisiert am 24. September 2025, 14:04 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, svj
Nach dem Cyberangriff auf ein IT-System mit erheblichen Auswirkungen auf mehrere europäische Flughäfen haben die britischen Behörden einen Verdächtigen festgenommen. Der Mann im Alter zwischen 40 und 50 sei am Abend in West Sussex in Südostengland festgenommen worden, teilte die National Crime Agency (NCA) mit. Er stehe unter Verdacht, gegen das Gesetz zur Bekämpfung von Computer- und Cyberkriminalität verstoßen zu haben. Der Mann wurde gegen Kaution wieder freigelassen. Mehr Hintergründe zu seinem Motiv wurden bisher nicht bekannt.
Seit Freitagabend ist der IT-Dienstleister Collins Aerospace von einem Cyberangriff betroffen. Dadurch wurden elektronische Systeme lahmgelegt, die für die Passagier- und Gepäckabfertigung genutzt werden. Betroffen waren neben Berlin die Flughäfen in Brüssel, Dublin und London (Heathrow).
"Obwohl diese Verhaftung ein positiver Schritt ist, befinden sich die Ermittlungen zu diesem Vorfall noch im Anfangsstadium und dauern noch an", sagte der Leiter der NCA-Einheit für Internetkriminalität, Paul Foster. "Cyberkriminalität ist eine anhaltende globale Bedrohung, die in Großbritannien weiterhin erhebliche Störungen verursacht."
Weiterhin Einschränkungen am BER
Nach Angaben der EU-Cybersicherheitsagentur Enisa handelte es sich um einen Angriff mit sogenannter Ransomware, also Schadsoftware. Sie verschlüsselt Daten und Systeme und gibt sie anschließend erst gegen Zahlung eines Lösegelds wieder frei. Der Berliner Flughafen hatte am Morgen mitgeteilt, dass es laut Collins Aerospace noch mehrere Tage dauern könne, ehe ein funktionsfähiges System bereitgestellt werden könne.
Am BER in Berlin gibt es weiterhin Verzögerungen im Flugbetrieb – Check-in, Boarding und Gepäckaufgabe funktionieren weiterhin nur eingeschränkt. Die Fluglinien behelfen sich seit Tagen damit, dass sie das Einchecken der Passagiere zum Teil per Hand machen, auch mit externer Technik.



