
Die Europäische Union bereitet einen Schritt im Umgang mit Direktimporten vor. Wie Handelskommissar Maroš Šef?ovi? dem EU-Parlament mitteilte, soll künftig eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro pro Paket erhoben werden. Diese Maßnahme zielt besonders auf die enormen Paketmengen ab, die hauptsächlich aus China in die EU strömen, derzeit etwa 4,6 Milliarden Sendungen pro Jahr.
Der Vorschlag der EU-Kommission differenziert dabei zwischen verschiedenen Importwegen: Während Direktsendungen an Verbraucher mit 2 Euro belastet werden sollen, fällt für Lieferungen an Warenlager eine reduzierte Gebühr von 50 Cent an. Diese neue Regelung dürfte besonders Online-Händler wie Temu und Shein treffen, die bisher von direkten Lieferungen aus China profitieren.
Allein in den Niederlanden und Belgien, den wichtigsten Logistik-Drehkreuzen der EU, wurden im vergangenen Jahr jeweils über eine Milliarde Pakete abgefertigt. Etwa 90 Prozent aller in die EU importierten Pakete stammen aus China, so die Financial Times.
Die Gebühr soll nicht nur die steigenden Kosten für Zollkontrollen decken, sondern auch teilweise dem EU-Haushalt zugutekommen. Die Maßnahme folgt einem ähnlichen Vorgehen in den USA, wo die „De-minimis“-Regelung für Sendungen unter 800 Dollar (etwa 740 Euro) kürzlich abgeschafft wurde.
Die deutsche EU-Parlamentarierin Anna Cavazzini unterstützt den Plan. Sie sieht darin einen Anreiz für Händler, wieder verstärkt auf Warenhaus-basierte Logistik zu setzen, was die Qualitätskontrolle vereinfacht. Parallel dazu plant die EU die Abschaffung der Zollbefreiung für Pakete unter 150 Euro, wodurch Online-Plattformen erstmals als Importeure für Produktqualität haftbar werden.
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7 months ago
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