EU plant biometrisches Grenzsystem

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In der EU soll das digitale Ein- und Ausreisesystem schrittweise eingeführt werden. Darauf einigten sich Vertreter des Europaparlaments und der EU-Mitgliedsstaaten.

Aktualisiert am 19. Mai 2025, 21:55 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, dpa,

Entry/Exit-System: Fährterminal des Hafens von Dover an der Südostküste Englands: In Zukunft sollen Ein- und Ausreisen in EU-Staaten automatisch erfasst werden.
Fährterminal des Hafens von Dover an der Südostküste Englands: In Zukunft sollen Ein- und Ausreisen in EU-Staaten automatisch erfasst werden. © Henry Nicholls/​AFP/​Getty Images

Vertreter des Europaparlaments und Regierungen der EU-Staaten haben sich auf einen schrittweisen Start des neuen Ein- und Ausreisesystem geeinigt. Das Entry/Exit-System (EES) soll anhand biometrischer Daten wie Gesichtsbilder automatisch erfassen, welche Nicht-EU-Bürger in einen EU-Mitgliedstaat ein- oder ausreisen, hieß es in einer entsprechenden Mitteilung. 

Das Ziel sei es, irreguläre Migration besser zu kontrollieren und Identitätsbetrug zu erschweren. Die Datenbank soll demnach unter anderem anzeigen, ob Personen sich länger als erlaubt im Schengenraum aufhalten.

Erstmals "vollständige Echtzeitinformationen"

Mit dem neuen System sollen Mitgliedstaaten zudem in Echtzeit auf Reisedaten und Aufenthaltsstatus von Drittstaatsangehörigen zugreifen können. "Zum ersten Mal werden wir über vollständige, zuverlässige Echtzeitinformationen darüber verfügen, wer den Schengenraum betritt und verlässt", sagte der zuständige EU-Kommissar Magnus Brunner in der Mitteilung. Das Einreisesystem solle dabei helfen, bestehende Lücken zu schließen.

Vorgesehen ist eine Einführungsphase über sechs Monate. In den ersten zwei Monaten dürfen die Staaten das System noch ohne biometrische Daten betreiben. Ab dem dritten Monat sollen mindestens 35 Prozent der Grenzübertritte über das neue System laufen. Die vollständige Umstellung soll spätestens nach einem halben Jahr erfolgen. Bis dahin wird weiterhin zusätzlich manuell gestempelt.

Ein konkretes Startdatum für das neue System steht noch nicht fest. Dafür sei ein gesonderter Beschluss der Kommission notwendig, hieß es weiter. Die nun erzielte Einigung muss noch formell vom Rat und dem Parlament bestätigt werden.

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