Erst kürzlich hatte ich über die Elektronische Patientenakte (ePA) berichtet, bei der die Sicherheitslücken immer noch nicht zufriedenstellend geschlossen sein sollen, wie Sicherheitsexperten monieren. Dennoch soll die ePA bereits ab dem 29. April 2025 bundesweit nutzbar werden – im Rahmen einer sogenannten „Hochlaufphase“. Das Bundesgesundheitsministerium behauptet dabei, die Sicherheitsprobleme seien gelöst – verlassen sollte man sich darauf aber wohl nicht.
Denn im Zweifelsfall wird wohl niemand persönlich dafür geradestehen, sollten eure sensiblen Gesundheitsdaten gestohlen werden. Ursprünglich sollte die ePA bereits am 15. Februar 2025 bundesweit starten. Doch aufgrund der entdeckten Sicherheitslücken verschob man den Start. Auch wenn diese laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach angeblich jetzt behoben sein sollen, hatten Sicherheitsexperten bis zum Schluss angemahnt, die ergriffenen Maßnahmen seien dafür gar nicht geeignet.
Laut Netzpolitik, die direkt einen Brief von Lauterbach wiedergeben, vertritt das Bundesgesundheitsministerium jedoch die Ansicht, dass die ePA einsatzbereit sei. Dies sei in Abstimmung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erreicht worden. Die Sicherheitsexperten, welche die ursprünglichen Lücken aufgedeckt hatten, bezeichneten die ergriffenen Maßnahmen hingegen als „grundsätzlich ungeeignet“ bzw. einen „Versuch der Schadensbegrenzung“.
Auch Ärzte bleiben kritisch
Auch Ärzte sind bezüglich der Umsetzung der ePA weiterhin kritisch. Für sie bleibt die Nutzung der ePA aber zunächst freiwillig. Denn die ab 29. April 2025 geltende Hochlaufphase soll dazu dienen, Arztpraxen, Krankenhäusern und Apotheken dabei zu helfen, sich mit der ePA vertraut zu machen, bevor sie dann verpflichtend wird. Letzteres soll ab dem 1. Oktober 2025 der Fall sein. In der ePA sollen unter anderem Laborwerte, Arztbriefe und Medikamentenverordnungen gesammelt werden. Nach Scannen der Krankenkassenkarte werden Arztpraxen und Co. dann bis zu 90 Tage lang Zugriff auf die Daten haben.
Im Rahmen einer Testphase konnten seit dem 15. Januar 2025 in Pilotregionen wie Hamburg ca. 230 Arztpraxen, 60 Apotheken und einige Krankenhäuser die elektronische Patientenakte testen. Es sollen rund 70 Mio. ePAs angelegt worden sein – nur rund 5 % der Versicherten haben der Anlegung widersprochen. Auch ich zähle im Übrigen zu dieser Gruppe, da ich der Datensicherheit schlichtweg im aktuellen Status absolut nicht vertraue. Ich befürchte leider, dass früher oder später allerlei Gesundheitsdaten im Darknet landen werden, während die Verantwortlichen mit den Schultern zucken. Leidtragende wären dann wieder einmal die Nutzer.
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8 months ago
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