
Vielleicht ein bekanntes Problem: Im Haus ist das WLAN dank modernster Mesh-Systeme perfekt, aber kaum tritt man einen Schritt auf die Terrasse oder in den Garten, bricht der Stream ab oder das Smart Home streikt. Amazon will dieses Problem mit dem eero Outdoor 7 lösen. Ich habe mir das Teil mal genauer angeschaut, denn lange Monate nach Marktstart ist er nun auch auf dem deutschen Markt angekommen.

Das Design bleibt der eero-Linie treu: schlicht, weiß, funktional. Aber unter der Haube ist das Gerät ein echtes Arbeitstier. Dank IP66-Zertifizierung ist der Outdoor 7 gegen Strahlwasser und Staub geschützt. Ob Sommerhitze bis 55 Grad oder knackiger Frost bei -40 Grad – das Gehäuse ist dafür ausgelegt, das ganze Jahr draußen zu bleiben.

Im Gegensatz zu den Indoor-eeros ist das Gehäuse übrigens aufgeraut, ich frage mich aber, wie viel Weiß in ein paar Jahren übrig ist. Vermutlich kennt ihr ja auch diese Vergilbungen an zahlreichen Gehäusen, wenn sie länger outdoor in der Sonne sind.

Ein wichtiger Punkt bei der Montage: Das Gerät wird über PoE+ (Power over Ethernet) mit Strom versorgt. Das sorgt für eine saubere Installation mit nur einem Kabel, setzt aber einen entsprechenden PoE-Switch oder einen Injektor voraus. Wer das nicht hat, muss zum mitgelieferten Netzteil (5m Kabellänge) greifen, das eine Ende kommt an den Netzwerkanschluss des eeros, das andere in die Steckdose.
Der eero Outdoor 7 ist ein echtes Wi-Fi-7-Gerät. Aber: Hier werden nur 2,4 GHz und 5 GHz geboten, auf 6 GHz verzichtet Amazon beim Gerät für die frische Luft. Das ist quasi „Minimum Wi-Fi 7“. Und dann gibt es „nur“ 2×2 2,4 GHz und 2×2 5 GHz.Die Zahlen stehen für die Anzahl der Antennen bzw. Datenströme (MIMO, Multiple Input, Multiple Output). Ein 2×2 Repeater kann zwei Datenströme gleichzeitig senden und zwei empfangen. Das muss man im Kopf behalten, wenn wir gleich zum Preis kommen.

Die Leistung ist gerade noch okay, zumindest bei mir: Auf dem Papier werden bis zu 1.300 Quadratmeter abgedeckt. Im Einsatz zeigt sich, dass vor allem die Durchschlagskraft im freien Gelände überzeugt, wenn der Outdoor-Router nicht zu weit weg von anderen Satelliten ist. Bäume und so schmälern das Ganze. Und: Beachtet, dass die Angabe des Herstellers das Ideal ist. Wer eeros einsetzt, der weiß, dass die zwar gut miteinander arbeiten, aber sie haben ihre Schwächen in Häusern mit echten Wänden, da brauchste schon mehr Kisten, um ein Haus abzudecken, als es die reine Quadratmeterzahl erahnen lässt. Und ja, das ist definitiv so, wenn man halbwegs flottes WLAN haben will.
Und beim Outdoor ist das nicht anders. Wer mag, kann sich ja mal einen Bereich vorstellen, der 1.300 Quadratmeter Fläche abdeckt – rein metertechnisch ist das dann schon weniger als gedacht. Wenn wir davon ausgehen, dass der eero Outdoor 7 idealerweise kreisförmig in alle Richtungen strahlt, hilft uns die Flächenformel für den Kreis weiter, und da liegste dann bei einem Radius von 21 Metern. Klar, Jammern auf hohem Niveau, aber man muss halt nicht denken, dass man da nun 1.300 Quadratmeter „nach hinten“ abdeckt. Da muss man vielleicht ein wenig im Garten schauen, wo die beste Position ist, die auch eine Stromversorgung bietet.
Bei mir war das Ganze echt Käse. Entfernung von Satellit auf den Outdoor-Router so ca. 12, 13 Meter, getrennt nur durch Glas. Was kam an? So gut wie nix. In der App wurde ein schlechtes Signal angezeigt, outdoor direkt am Repeater waren es dann nur lahme 15 bis 20 MBit. Bedeutet für euch natürlich: Die Kiste da anbringen, wo sie euch am meisten nützt. Messen, messen, messen.
Ich hab natürlich ordentlich durchgemessen – aber die Ergebnisse würden euch nur wenig bringen, da ich hier andere Mauern, Grundstücksbegebenheiten und so habe. Bei direkter Sicht, nicht zu hoher Entfernung, ohne Einschränkung liefert eero richtig ab, sobald Mauern oder Bäume im Weg sind, ist es weniger.
Rein anbautechnisch müsst ihr mal schauen. Der Outdoor-eero erfordert eine Halterung, an die hängt man ihn bestenfalls bei 1,80 Metern oder höher auf. Die Halterung wird auf einen Balken oder sonst wo hin gebohrt. Da muss man schauen, wer Balken oder Wände hat, wird glücklich, wer vielleicht Fahnenmasten anvisiert, der muss vielleicht mit Draht oder so arbeiten.
Die Einrichtung läuft, wie man es von eero kennt, fast von allein über die App. Innerhalb weniger Minuten ist der Outdoor-Punkt in das bestehende Mesh integriert. Wichtig: Der eero Outdoor 7 ist kein eigenständiger Router, sondern eine Erweiterung für ein bestehendes eero-Netzwerk. Was mich nach wie vor stört: Wer erweiterte Funktionen wie eine detaillierte Kindersicherung oder Netzwerksicherheit auf DNS-Ebene will, wird zum eero Plus Abo zur Kasse gebeten.
Bei einem Gerät, das allein schon knapp 470 Euro kostet, ist das immer ein fader Beigeschmack. Grundsätzlich könnte eero das Abo auch günstiger anbieten, aber man hat sich aus irgendwelchen Gründen dazu entschlossen, 1Password und eine Malware-Lösung zu integrieren. Und tja, ich würde da nicht die ausgerufenen 11 Euro im Monat zahlen wollen. Wer allerdings einen Router vor dem eero hat, der kann ja auch darüber alles laufen lassen (DNS, Sperren, dies das).
Pro und Contra auf einen Blick
- Pro:
- Robustheit: IP66 hält auch heftigem Regen stand.
- Wi-Fi 7 Performance: Hohe Geschwindigkeiten und geringe Latenz im Garten, wenn die Sicht frei ist und die Entfernung stimmt.
- Einfache Integration: Wer eero nutzt, hat das Teil in fünf Minuten am Laufen.
- Contra:
- Der Preis: Mit rund 470 Euro (plus evtl. PoE-Zubehör) extrem teuer.
- Reichweite geringer als gedacht
- Kein Standalone-Betrieb: Erfordert zwingend ein bestehendes eero-Mesh.
- Abo-Modell: Viele Software-Features hinter der Paywall.
Der eero Outdoor 7 ist ohne Frage ein interessantes Outdoor-WLAN-Gerät für Privatnutzer. Wer bereits im eero-Universum lebt und eine kompromisslose Lösung für ein recht großes Grundstück sucht, bekommt hier etwas geliefert. Das Design und die Antennennutzung des eero versucht sich meines Erachtens auf die Maximierung von Reichweite und Abdeckung und nicht auf das Erreichen von Spitzengeschwindigkeiten zu konzentrieren.
Man muss aber ehrlich sein: Für die meisten Nutzer ist das Gerät schlichtweg zu teuer. Wenn ihr nur ein bisschen WLAN auf dem Balkon oder der Terrasse wollt, gibt es günstigere Wege. Sucht ihr aber die „Einmal installieren und nie wieder darüber nachdenken“-Lösung für den Pool oder den weitläufigen Garten, dann ist der eero Outdoor 7 ein Kandidat, sofern euch das Geld egal ist und ihr eh mit eero arbeitet.
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2 weeks ago
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