Das Kraftfahrt-Bundesamt spricht von steigenden Eigenzulassungen im Bereich der E-Autos. Doch laut dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) verbirgt sich dahinter dennoch eine Flaute am Markt. Denn die steigenden Eigenzulassungen der Händler täuschen da auf den ersten Blick über die sinkenden Verkaufszahlen des Handels hinweg.
Ergebnis: Die Zahl der Neuzulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) steigt laut den amtlichen Zulassungsstatistiken seit Jahresbeginn kontinuierlich an, doch im Handel ist man pessimistisch. Seit zwei Jahren schrumpfe laut Autohäusern und Kfz-Betrieben nämlich die Nachfrage bei privaten Zulassungen, während die gewerblichen Zulassungen stagnieren. Die Statistik trüge also, denn die Eigenzulassungen der Hersteller und Händler sind es, welche das Bild eines vermeintlichen Booms zeichnen.
Laut der letzten ZDK-Konjunkturumfrage haben die Bestellungen von BEV und Plug-in-Hybriden seit Jahresbeginn sowohl im Privat- als auch im Flottenbereich trotz steigender Erstzulassungen an Dynamik verloren. Das Diagramm oben zeigt es ja: Zu den vom KBA postulierten Wachstumsraten kommt es vor allem, weil sich die Eigenzulassungen batterieelektrischer Autos durch Hersteller und Handel im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2023 mehr als verdoppelt haben. Gleichzeitig sank aber die Zahl privater BEV-Neuzulassungen um 9,2 %.
Politik nehme die Absatzkrise nicht wahr
Laut dem Branchenverband ZDK nehme die deutsche Politik die aktuelle Absatzkrise im Bereich der E-Autos nicht wahr, weil man nur auf die irreführenden, amtlichen Zulassungszahlen blicke. Es brauche dringend wieder Anreize für Privatkunden, um zu E-Autos zu wechseln. Derzeit gebe es lediglich Anreize für Geschäftskunden, etwa über Superabschreibungen und die ermäßigte Dienstwagensteuer. KFZ-Händler wünschen sich vor allem sinkende Strompreise, einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur und mehr Transparenz bei den Ladetarifen.
So übt der ZDK Kritik daran, dass die Regierung zu wenig für die Branche und die Konsumenten tue, um die Elektromobilität zu fördern. Das Mindeste sei die eigentlich die versprochene Senkung der Stromsteuer und der Netzentgelte für alle Konsumenten. Derzeit seien alle Förderungsmaßnahmen auf hochpreisige E-Dienstwagen ausgerichtet.
Fürs 2. Halbjahr 2025 sind die Betriebe dabei lau ZDK-Umfrage pessimistisch. 54 % der größeren Betriebe blicken zum Beispiel pessimistischer („schlechter“ und „eher schlechter“) auf die Entwicklung bis Jahresende.
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4 months ago
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